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Öko-Weingut Zang: Charakter aus bester Lage

Schon 1990 entschied sich die Familie für den ökologischen Weinbau – lange bevor Nachhaltigkeit zum Trend wurde. Seit mehr als drei Jahrzehnten stehen gesunde Böden, Artenvielfalt und ein respektvoller Umgang mit der Natur im Mittelpunkt. Denn nur lebendige Weinberge können Weine hervorbringen, die ihre Herkunft authentisch widerspiegeln.

Diese Philosophie setzt sich im Keller konsequent fort. Die Trauben werden spontan vergoren, die Weine reifen bis in den Sommer auf der Vollhefe und erhalten erst danach eine behutsame Schwefelgabe sowie – wenn überhaupt – eine schonende Filtration. So entstehen charaktervolle Weine mit feiner Aromatik, Tiefe und einer natürlichen Gelassenheit, die den Jahrgang und das Terroir unverfälscht erzählen.

Weine mit Ecken, Kanten und Persönlichkeit

Manche Weine entstehen aus Erfahrung, andere aus Neugier. In der Kollektion „Naturweine & Raritäten“ des Öko-Weinguts Zang treffen beides aufeinander. Hier entstehen Weine, die bewusst neue Wege gehen, traditionelle Ausbaumethoden neu interpretieren und dabei mit Konventionen brechen. Es sind charakterstarke Unikate für Menschen, die das Besondere suchen und Wein als Entdeckungsreise verstehen.

Im Mittelpunkt steht die Gegenstrom-Linie. Die Weine vergären im Holzfass und bleiben über viele Monate auf der Vollhefe. Rund zehn Prozent ganze Beeren verbleiben während dieser Zeit im Wein. Ohne frühe Schwefelung können sich Aromen, Gerbstoffe und Extraktstoffe langsam aus Schalen und Kernen lösen und dem Wein Struktur, Tiefe und einen unverwechselbaren Charakter verleihen. Das Ergebnis sind eigenständige Weine, die den Einstieg in die Welt der Naturweine erleichtern, ohne ihre Herkunft oder Trinkfreude zu verlieren.

Noch konsequenter zeigt sich diese Philosophie bei den maischevergorenen Weinen. Der Traminer Orange wird vollständig auf Schalen, Stielen und Rappen vergoren – eine uralte Methode, die heute als Orange Wine weltweit eine Renaissance erlebt. Ungeschönt, unfiltriert und nahezu ohne Schwefel ausgebaut, verbindet er florale Noten von Rosenblüten und Orangenzeste mit Kräutern, exotischen Gewürzen und Fruchtaromen. Am Gaumen überrascht er mit einer markanten Tanninstruktur, wie man sie eher von Rotweinen kennt. Trocken, vielschichtig und mit langem Nachhall zählt er zu den ausdrucksstärksten Weinen des Sortiments.

Holzfasskeller im Weingut Zang. Foto: Weingut Zang
Holzfasskeller im Weingut Zang. Foto: Weingut Zang

Auch der Silvaner Gegenstrom zeigt, wie spannend eine vertraute Rebsorte sein kann. Kräuterwürzige, mineralische und leicht rauchige Aromen verbinden sich mit reifer Gelbfrucht, feiner Säure und einer lebendigen Phenolik. Mit jedem Schluck verändert sich sein Ausdruck – ein Wein, der Zeit im Glas belohnt.

Derweil räumt der Müller-Thurgau Gegenstrom mit alten Klischees auf. Die oft unterschätzte Rebsorte präsentiert sich überraschend komplex, würzig und mineralisch. Noten von frischen Trauben, weißen Mandeln, Streuobst und Muskat treffen auf feine Gerbstoffe, cremigen Schmelz und einen salzig-würzigen Ausklang. Ein eigenständiger Wein mit bemerkenswerter Tiefe.

Wenn Herkunft zur Handschrift wird

Jeder Weinberg erzählt seine eigene Geschichte. Mal geprägt von kargem Muschelkalk, mal von der Ausrichtung zum Main, von Wind, Sonne und den Eigenheiten eines Jahrgangs. Genau diese Unterschiede stehen im Mittelpunkt der Lagenweine des Öko-Weinguts Zang. Sie sind die ausdrucksstärksten Weine des Hauses – entstanden aus ausgewählten Parzellen, die seit Generationen bewirtschaftet werden und deren historische Flurnamen bis heute erhalten geblieben sind.

Statt einen einheitlichen Stil anzustreben, lässt die Familie Zang jede Lage für sich sprechen. Die Weine entstehen mit viel Geduld im Weinberg und im Keller, werden spontan vergoren, lange auf der Vollhefe ausgebaut und nur behutsam begleitet. So entwickeln sie Tiefe und Komplexität, ohne ihre Herkunft zu überdecken. Im Mittelpunkt stehen nicht vordergründige Fruchtaromen, sondern Struktur, Mineralität, Würze und ein feines Spiel der Texturen. Es sind Weine, die nicht auf den schnellen Eindruck setzen, sondern mit jedem Glas neue Facetten offenbaren.

Ein Aushängeschild des Weinguts ist der Silvaner „Langgraben“. Die Trauben stammen aus einer historischen Spitzenparzelle an der Grenze zwischen Nordheim und Sommerach – einem der renommiertesten Bereiche der Weininsel. Der Wein verbindet reife gelbe Frucht mit Kräuterwürze, feinen Mandelnoten und dezenten Holzanklängen. Am Gaumen wirkt er dicht und kraftvoll, zugleich salzig, cremig und von einer ausgeprägten Mineralität getragen. Mit Luft gewinnt er stetig an Ausdruck und zeigt eindrucksvoll, welches Reifepotenzial großer Silvaner besitzen.

Verschiedene Weine des Weinguts. Foto: Carola Faber
Verschiedene Weine des Weinguts. Foto: Carola Faber

Weine für Genießer

Mit dem Chardonnay „Kapellenstück“ beweist das Weingut, dass sich die internationale Burgundersorte auf fränkischem Muschelkalk hervorragend entfalten kann. Die vergleichsweise jungen Reben bringen einen Wein hervor, der Eleganz und Herkunft verbindet. Zitrusfrüchte, feine exotische Nuancen und florale Anklänge treffen auf dezente Röstaromen, Kräuterwürze und eine markante kreidige Mineralität. Die feine Säure sorgt für Spannung und Präzision, während der lange Hefekontakt dem Wein Tiefe und einen ruhigen, nachhaltigen Ausdruck verleiht.

Nicht weniger eindrucksvoll präsentiert sich der Weiße Burgunder „Hohe Setz“. Die hoch gelegene Parzelle zählt zu den besten Weinbergen des Weinguts und bringt Weine mit besonderer Konzentration hervor. Im Duft zeigt sich der Burgunder zurückhaltend und vielschichtig mit gelben Äpfeln, Mirabellen, Wiesenblüten sowie feinen Noten von Haselnuss und weißem Pfeffer. Am Gaumen überzeugt er mit Kraft und Finesse zugleich: eine lebendige Säure, feiner Schmelz, dezente Holznoten und eine salzig-kalkige Mineralität verleihen ihm Länge und Charakter. Allen Lagenweinen gemeinsam ist ihre unverwechselbare Herkunft. Sie spiegeln Boden, Klima und Jahrgang wider und entwickeln ihre ganze Persönlichkeit erst mit Zeit – im Glas ebenso wie auf der Flasche. 


Informationen:

www.oekoweingut-zang.de

Fotos: Carola Faber, Weingut Zang

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