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Bogotá: Ruheoase in kolonialem Ambiente

Geht es um die faszinierendsten Metropolen auf dem südamerikanischen Kontinent, nennen Reise-Aficionados vor allem Rio de Janeiro, Buenos Aires oder Lima. Bogotá landet fast regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Bis heute verbinden viele Kolumbien mit dem Terror der Drogenkartelle und den jahrzehntelang andauernden Guerillakriegen. Zu Unrecht, denn das Land im Nordwesten Südamerikas ist sehr viel sicherer geworden und avanciert mehr und mehr zur aufstrebenden Reisedestination mit Geheimtipp-Charakter. Die Hauptstadt Bogotá mit ihren fast neun Millionen Einwohnern gleicht einer Melange aus Moloch und Faszinosum, Blüte und Verwesung liegen nahe beieinander. 

Auf der Bogotá-Bucket-List ganz oben stehen sollte der Hausberg Cerro de Monserrate. 3152 Meter hoch erhebt er sich am südöstlichen Rand der Stadt. Der Ausblick, den man von hier oben auf die schier endlose Weite der Megalopolis genießt, ist schlicht atemberaubend. An die Bergkante gedrückt liegt im Stadtteil La Candelaria das historische und intellektuelle Bogotá. Herrenhäuser aus der Kolonialzeit, bunt bemalte Hauswände, zahllose Food-Stände und die Bohème-Atmosphäre an der Plaza del Chorro de Quevedo prägen dieses beliebte Ausgehviertel. Bemalte Hauswände und Straßenkünstler, die den Boden als Leinwand nutzen, runden das besondere Ambiente ab. In La Candelaria sind auch die meisten Sehenswürdigkeiten Bogotás zu finden, allen voran das Goldmuseum, das mit über 35.000 Objekten die weltweit größte Sammlung prähispanischer Goldschmiedekunst beherbergt.

Die Basilika des Herrn von Monserrate wurde im 17. Jahrhundert auf dem Monserrate erbaut. Foto: pixabay
Die Basilika des Herrn von Monserrate wurde im 17. Jahrhundert auf dem Monserrate erbaut. Foto: pixabay

Ruhepol im hektischen Großstadtleben

Die pulsierende Hauptschlagader der Stadt ist die als La Séptima bekannte Carrera 7. Gesäumt von Restaurants, Läden, Straßenmärkten, Schuhputzern und Schaustellern spiegelt sie die Vielfalt der Stadt wider. Ein Teil dieser Straße wurde zur permanenten Fußgängerzone erklärt und ist längst zum Boulevard für Künstler, Fußgänger und Radfahrer avanciert. Zehn Kilometer nördlich des Plaza del Chorro de Quevedo an der La Séptima findet sich mit dem Four Seasons Casa Medina eines der besten Hotels der Stadt. Es ist eines von zwei Häusern der kanadischen Luxushotelkette in Bogotá und liegt im Diplomatenviertel und ist umgeben von zahlreichen Bars und teils edlen Restaurants. Im Jahr 1946 erbaut und vom kolumbianischen Star-Architekten Santiago Medina Mejia entworfen, strahlt das offiziell zum Kulturdenkmal erklärte Backsteingebäude Pracht und Charme des Kolonialstils aus. 

Die Casa Medina vereint altes und modernes Design und gleicht damit einem Mikrokosmos von Bogotá. Dank des kolonialen Charmes fühlt man sich hier wie in einem privaten Herrenhaus und nicht wie in einem Fünf-Sterne-Hotel. Keines der 62 Zimmer gleicht dem anderen, selbst die gleichen Zimmerkategorien unterscheiden sich in Größe und Stil. Die geräumigen Grand Premier Zimmer vereinen das Klassische mit dem Funktionellen. Naturfasern, Holzbalkendecken und handgeschnitzte Holzmöbel prägen die Atmosphäre. Subtiles Design spielt eine wichtige Rolle. Eine Massivholz-Wendeltreppe führt vom oberen Stockwerk bis ins Foyer und wickelt sich förmlich um einen riesigen Blumenstrauß, der jede Woche frisch geliefert wird.

Das Four Seasons Casa Medina. Foto: Christian Euler
Das Four Seasons Casa Medina. Foto: Christian Euler

Ein Muss nicht nur für Hotelgäste ist das stylische Restaurant Castanyoles, eine Kombination aus spanischer Bar und Restaurant in einem Gewächshaus-Atrium. Tagsüber hell und offen, verwandelt es sich abends in einen heimeligen Ort als perfekte für ein romantisches Dinner. 

Spa-Treatment mit grünem Kaffee

Köstlich auch die „Gambas Pil Pil“. Die Garnelen werden nach klassischem spanischem Rezept bei wenig Hitze in Olivenöl mit geräuchertem Chilipulver und gebratenem Knoblauch gegart, dazu reicht das aufmerksame Serviceteam hausgebackenes Sauerteigbrot. Ein Muss ist auch das perfekt auf den Punkt zubereitete Rib-Eye Steak. Vegetarier kommen mit der knusprig gebackenen Aubergine, mit Steinpilz-Demi-Glace, gebratenem Portobello und Püree aus weißen Bohnen auf ihre Kosten.

Jeden Sonntag zwischen 11 und 15.30 Uhr lockt ein Brunch mit Live-Musik Genießer ins Castanyoles. Das kulinarische Angebot umfasst neun Stationen mit Salaten, Fleisch, Käse, Pizza, Eiern, Waffeln, verschiedenen Brotsorten und Gebäck, Obst und Säften sowie eine Station für Kinder mit kleinen Gerichten und Leckereien. Auch an einer glutenfreien und veganen Station mangelt es nicht.

Restaurant Castanyoles: Eine Kombination aus spanischer Bar und Restaurant. Foto: Four Seasons
Restaurant Castanyoles: Eine Kombination aus spanischer Bar und Restaurant. Foto: Four Seasons

Wer den kolumbianischen Kaffee, der im Four Seasons Casa Medina gereicht wird, nicht nur trinken, sondern im besten Wortsinn körperlich spüren will, gönnt sich im Spa den „Colombian Green Coffee Wrap“. Dahinter verbirgt sich eine Behandlung mit grünem Kaffee, bei der natürliche Enzyme eingesetzt werden, um das Hautbild zu regenerieren und zu verbessern. 

Foto: Four Seasons, Christian Euler, pixabay