Lifestyle

Valencia mit Energie und Wein

In das „MasQi – The Energy House“ kommt man nicht zufällig. Es ist ein langer Weg hierher, von Valencia kommend ist es eine gut eineinhalbstündige Autofahrt. Dann erreicht man das Hotel, dass sich Gesundheit und Ernährung auf die Fahne geschrieben hat. Mitten im Park Sierra de Mariola gelegen, ist das Haus eingebettet in die schöne Natur des Hinterlandes der Provinz Valencia. 

Für alle, die das Leben bewusster, gesünder und entspannter angehen – oder vielleicht einfach nur eine Auszeit nehmen wollen – dürfte das MasQi der richtige Ort sein. Durch Yoga, bioenergetische Therapien, Ayurveda oder auch Meditation können gestresste Menschen hier zumindest einen temporären Weg raus aus den Alltagsprozessen finden. Wie immer, wenn es etwas neu ist oder althergebrachte Prozesse verändert werden sollen: Der Wille zur Veränderung muss mitspielen.

Im „Dome“ werden Yoga-Stunden angeboten. Foto: Michael Schabacker
Im „Dome“ werden Yoga-Stunden angeboten. Foto: Michael Schabacker

Und für alle die sich zumindest nicht sicher sind ob ein längerer Aufenthalt im MasQi das richtige für sie ist, gibt es auch Kurzzeitaufenthalte. Für die Dauer eines Tages lässt es sich in die Welt der Entspannung hineinschnuppern. Inkludiert ist dann ein Yoga-Kurs im „Dome“, ein gesundes Frühstück und eine Anti-Stress-Massage. Dann wird ein Spaziergang in den Gärten oder im Naturpark Sierra de Mariola empfohlen, wahlweise auch ein paar Stunden am Pool. 

In den Abendstunden geht es dann in das hausinterne Restaurant in dem die Philosophie des Hauses, die darauf abzielt eine intelligente Ernährung zu schaffen welche heilend zum Gleichgewicht führt, kulinarisch umgesetzt wird. Zu verschiedenen Anlässen gibt es auch esoterische Abendessen oder Gerichte, zu denen Augenbinden getragen werden um das Geschmackserlebnis zu intensivieren. 

Im Park Sierra de Mariola: Natur pur! Foto: Michael Schabacker
Im Park Sierra de Mariola: Natur pur! Foto: Michael Schabacker

Für was auch immer man sich entscheidet, eine Wanderung durch den Naturpark Sierra de Mariola sollte man sich nicht entgehen lassen. Teilweise kommt man hier auf eine Höhe von 1000 Metern, die höchste Erhebung ist im Norden die Benicadell-Bergkette mit dem gleichnamigen Gipfel (1100 Meter ü. NN). Die Region ist bekannt für seine über 200 verschiedenen aromatischen Heilpflanzen.

Los Frailes

Etwas nördlich vom Hotel MasQi, etwa 30 Kilometer entfernt, liegt das Weingut „Los Frailes“. Eigentümer des Unternehmens im Grenzland zu Alicante und Kastilien-La Mancha sind Maria José Velázquez und Miguel Velázquez. Gut 165 Hektar gehören zum Unternehmen, von denen 130 Hektar für den Weinanbau bestimmt sind. Die restliche Landfläche wird von Oliven- und Mandelbäumen belegt.

Miguel Velázquez von „Los Frailes“. Foto: Michael Schabacker
Miguel Velázquez von „Los Frailes“. Foto: Michael Schabacker

Das Weingut ist bereits seit 1771 aktiv, mittlerweile wird das Familienunternehmen in der der 13. Generation geführt. „Bis 1768 lebten hier Mönche vom Jesuitenorden, das Weingut befand sich schon damals an einem wichtigen Punkt: an der römischen Handelsstraße Via Augusta“, erklärt uns Miguel Velázquez im Gespräch. „Seit gut sieben Jahren produzieren wir unsere Weine biodynamisch, für uns ein notwendiger Schritt. Seit 2002 sind wir biologisch zertifiziert. Zur Düngung“, so Miguel weiter und zeigt auf einen Haufen Tresterreste, „benutzen wir alles was aus der Produktion übrigbleibt“.

Wir befinden uns auf einer Höhe von etwa 700 Metern im Tal Terres dels Alforins, gut 50 Kilometer vom Meer entfernt. Diese Region und die spezielle Lage sorgen für recht kalte Winter und ebenfalls recht kühle Frühjahre. „Und im Sommer kann es durchaus sein, dass die Temperaturen um bis zu 15 Grad gegenüber den Tagestemperaturen absinken“, so Miguel Velázquez weiter.

„Los Frailes“: biodynamischer Anbau. Foto: Michael Schabacker
„Los Frailes“: biodynamischer Anbau. Foto: Michael Schabacker

Jahrhundertealter Weinkeller

Aus der Zeit der Mönche existiert im Haupthaus des Weinguts ein sehr spezieller Weinkeller, der partiell sogar noch genutzt wird. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten zeigt sich nach dem Betreten, auf verschiedenen Ebenen sieht man Amphoren, in den Boden eingelassene Tanks. Fast fühlt man sich wie bei einer archäologischen Ausgrabung, die alten Tanks haben ein Fassungsvermögen von bis zu 160 Hektolitern. Noch heute werden sie zur Gärung der Monastrell-Weine genutzt, auch Tonamphoren werden zur Alterung herangezogen um möglichst „duftreine“ Weine zu erhalten.

Trotz der schwierigen Bedingungen in dieser Region, gewinnt das Unternehmen etwa 2500 bis 4500 Kilogramm Trauben pro Hektar. Zur weiteren Versorgung mit Kompost befinden sich gut 1000 Schafe auf dem Gelände, im Winter werden u.a. Hülsenfrüchte zur Entwässerung und Unterstützung der Artenvielfalt eingesetzt. Und tatsächlich arbeitet das Unternehmen aus Überzeugung noch nach dem Mondkalender. Bestimmte Tätigkeiten wie Aussaat, Ackerpflege und Ernte erfolgt nach bestimmten Mondphasen und Planetenkonstellationen. Auch das Setzen von Rebstöcken und die Flaschenabfüllung wird bei der Beachtung der Mondphasen bestimmten Regeln folgend vollzogen.

Die alten Bodentanks im historischen Weinkeller: bis zu 160 Hektoliter Fassungsvermögen. Foto: Michael Schabacker
Die alten Bodentanks im historischen Weinkeller: bis zu 160 Hektoliter Fassungsvermögen. Foto: Michael Schabacker

Die Weine

Monastrell ist im Weingut die wichtigste Rebsorte, keine Frage. Viele der mit dem Demeter-Siegel zertifizierten Weine kommen mit einem hohen Anteil dieser Rebsorte daher. Neben den klassischen Monastrells (Los Frailes Monsastrell, Los Frailes Rosado usw.), dürften vor allem die Süßweine einen Versuch wert sein. Sowohl der weiße als auch der rote sind 100% Monastrell, Vintages sind nur als 2008, 2011 and 2016 erhältlich. 


Informationen:

www.masqi.es

www.bodegaslosfrailes.com

Fotos: Michael Schabacker