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Montpeyroux wird offiziell zur AOC erhoben

Die Entscheidung wurde am 12. Februar 2026 vom Nationalkomitee des französischen Institut national de l’origine et de la qualité (INAO) bestätigt. Für die Winzer der Region ist das der erfolgreiche Abschluss eines langjährigen Anerkennungsprozesses – und zugleich ein historischer Moment für ein vergleichsweise kleines, aber charakterstarkes Weinbaugebiet.

Die neue AOC umfasst das Gebiet von Montpeyroux sowie Teilflächen der umliegenden Gemeinden Arboras, Lagamas und Saint-Jean-de-Fos. Bisher war die Region Teil der übergeordneten AOP Languedoc, erhält nun jedoch eine eigenständige Klassifizierung innerhalb der strengen Hierarchie der Languedoc-Crus. Mit dem neuen Status gehen deutlich strengere Produktionsregeln einher: niedrigere Erträge, eine gezielte Auswahl der Parzellen sowie längere Reifezeiten sollen die Qualität der Weine weiter schärfen und das Profil der Appellation klar herausarbeiten.

Erste Weine ab 2026/2027

Der erste Jahrgang, der offiziell unter dem Label Montpeyroux AOC erscheint, wird der Jahrgang 2026 sein. Die Vermarktung der Weine ist ab Oktober 2027 vorgesehen. Die Rebfläche der Appellation umfasst insgesamt rund 594,58 Hektar. Pro Jahr werden etwa 500.000 Flaschen produziert – getragen von 35 Erzeugern, darunter 16 unabhängige Weingüter und 19 Winzer in Kooperativen.

Domaine d’Aupilhac 1997. Foto: Carola Faber
Domaine d’Aupilhac 1997. Foto: Carola Faber

Charakter und Stil der Weine

Das besondere Profil der Montpeyroux-Weine entsteht durch ihre Lage in unmittelbarer Nähe zum Mont Saint Baudile (847 m). Die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sorgen für Frische, Spannung und Eleganz im Wein. Die Reben wachsen auf Höhenlagen zwischen 120 und 350 Metern. Angebaut werden klassische Rebsorten des Südens: Carignan, Grenache, Mourvèdre, Syrah und Cinsault. Die maximal erlaubte Ertragsmenge liegt bei 42 Hektolitern pro Hektar. Die Weine müssen bis spätestens 15. Oktober des Folgejahres nach der Ernte ausgebaut sein – ein weiterer Baustein für die neue, strengere Qualitätsidentität des Cru Montpeyroux.

Vielfältige Referenzbetriebe

Das Syndicat des Vignerons de Montpeyroux vereint eine vielfältige Gruppe von Weingütern, die gemeinsam das Profil des neuen Cru prägen. Zu den zentralen Domaines zählt das Domaine d’Aupilhac, das als eines der prägenden Referenzgüter der Region gilt und für tief strukturierte, biodynamisch geprägte Weine mit ausgeprägtem Terroircharakter bekannt ist. Ebenso bedeutend ist das Domaine Alain Chabanon, das mit präzisen, eleganten und besonders langlebigen Weinen eher eine kühle, fein strukturierte Stilistik innerhalb des Languedoc verkörpert.

Für eine moderne, terroirorientierte Interpretation von Montpeyroux, mit klaren, mineralisch geprägten Weinen aus kalkreichen Böden steht Mas des Quernes. Clos de l’Aven hingegen arbeitet in sehr kleinen Mengen und setzt auf handwerklich geprägte, kräftige und mediterran gezeichnete Weine. Auch Mas d’Amile gehört zur jüngeren Generation der Betriebe und verbindet zugängliche Frucht mit regionalem Charakter und moderner Vinifikation.

Domaine d’Aupilhac 2024. Foto: Carola Faber
Domaine d’Aupilhac 2024. Foto: Carola Faber

Moderne und experimentelle Ansätze

Das Weingut Mas Origine ist stark terroirorientiert ausgerichtet und arbeitet mit minimalen Eingriffen, was zu charaktervollen, teils rustikal anmutenden Weinen führt. Die Famille Vallat steht für eine lange Familiengeschichte in Montpeyroux und erzeugt ausgewogene, klassische Weine mit guter Balance. Roc de la Vigne profitiert von kalkhaltigen Lagen und produziert straffe, frische und mineralisch geprägte Weine. 

Ergänzt wird diese Struktur durch die Kooperative Castelbarry, die eine zentrale Rolle im Weinbau der Region spielt und zahlreiche Winzer vereint. Sie produziert ein breites Spektrum an Weinen, das von unkomplizierten Alltagsweinen bis hin zu selektionierten, anspruchsvolleren Cuvées reicht und damit die Vielfalt des Montpeyroux-Gebiets zusätzlich unterstreicht.


Informationen:

www.languedoc-wines.com

Fotos: Carola Faber

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