Dabei nimmt das Eiland dank enormer Anstrengungen in den letzten Dekaden nun auch im obersten Qualitätsbereich der Gastronomie eine Top-Position. Auf der kleinen Inselgruppe öffnen mittlerweile gleich fünf Restaurants mit einem Michelin-Stern, drei Restaurants mit einem Bib Gourmand Award und gleich 23 Restaurants, die den Michelin Plate Award erhalten haben!
Doch Heritage Malta, seit 2002 für den Schutz, aber auch die Zukunft aller archäologischen Stätten und Museen, somit für den Kultur-, aber auch den Naturreichtum des Archipels verantwortlich, hatte eine noch umfassendere Idee, die sich nun ab 2026 zu voller Blüte entfalten kann; Das Essen und die kulinarischen Traditionen des Archipels zum Medium zu machen, um die große Historie des Archipels über den Gaumen zum Leben zu erwecken!
Idee, Konzept, Veranstaltungsorte
Schon 2022 wurde daher die Veranstaltungsreihe „Taste History“ mit einzelnen Events aus der Taufe gehoben, zu denen seither die kulinarischen Gepflogenheiten und Vorzüge von gestern zu neuen sensorischen Erfahrungen von heute werden. Das Konzept ist einfach, aber äußerst zielführend! Die Gäste reisen in geselliger Atmosphäre und in historischen Palastgebäuden, umgeben von authentischen historischen Artefakten der Extraklasse, durch die jeweiligen Zeitläufte, während sie auf den Tischen ein abwechslungsreiches, geschmacksintensives kulinarisches Erlebnis genießen. Dafür hat Heritage Malta Millionen investiert und mehrere historische Stätten und Museen für solche Events herrichten lassen. Dazu gehörte vor allem der fachgerechte Einbau hochmoderner Küchen in die denkmalgeschützten Mauern.
Eine gewaltige Herausforderung. Dank dieser Maßnahmen stehen heute nun vor allem vier Orte für solche kulinarischen Ereignisse der Extraklasse bereit: die alte Küche im Inquisitor`s Palace, dem einstigen Inquisitorenpalast, die alten Stallungen und der Hof des Prince Alfred Courtyard im legendären Großmeisterpalast des Malteserordens in Valletta, die Räumlichkeiten des Malta Maritime Museum in Maltas Inselort Birgu, das sich in der ehemaligen, 1842 bis 1845 erbauten Bäckerei der britischen Royal Navy im Ortsteil Birgu befindet, und der vordere Hof des Vilhena-Palastes in der alten Inselmetropole Mdina. Hinzu kommen für einzelne Veranstaltungen ausgewählte Lokalitäten wie etwa die historische Zitadelle auf der Insel Gozo.
Recherchen für Rezepte „fit for a Pope“
Das perfekt angelegte Konzept, von Heritage Malta kustodiert, schafft den Gästen an diesen ausgewählten Stätten oft überraschende, nicht nur auf die Speisen bezogene tiefe Einblicke und Erkenntnisse, die auf akribischer wissenschaftlicher Vorarbeit beruhen. Erst einmal sorgen archäologische Funde aus allen Epochen für die Basis: angefangenen von analysierten Getreide- und Samenresten in den uralten megalithischen Tempelanlagen auf Malta und Gozo, dem römischen Erbe an der Wende zur Neuzeit bis hin zu den grandiosen Hinterlassenschaften der Ära des Ordens der Malteserritter wurde alles erfasst.
Hinzu kommen die von Historikern durchforsteten archivierten Dokumente, aber auch historische Rezeptbücher oder die von Kunsthistorikern analysierten gewaltigen Großgemälde, auf denen nicht selten auch gastronomische Genüsse und Gerichte abgebildet wurden, deren Qualität ohne Mühe „fit for a Pope“, eines Papstes würdig gewesen wären. Selbst historisches Kücheninventar wurde analysiert und sogar Zettel und Notizen wie beispielsweise Metzgerrechnungen oder Quittungen von Nudelfabriken mit in die Recherche einbezogen.
Für Kostproben greifen Taste History und die Chefköche Malcolm Baldacchino und Philip Zammit auch auf lokale und saisonale Produkte sowie die jeweils authentische Zubereitung zurück, um Menüs aus vergangenen Zeiten mit modernen Noten zu kreieren. Und Studenten sorgen sogar dafür, dass das historische Urgetreide der Megalithtempel-Zeit heute wieder auf Malta gedeiht und bei Bedarf verarbeitet werden kann. Und natürlich sind auch die kulinarischen Einflüsse aus Nordafrika und die Geschichte der lokalen maltesischen Küche miteingeflossen.
Candle Light Dinner
Dies professionelle Team aus Kuratoren und Köchen bietet nun als Eventreihe, aber auch auf individuellen oder Gruppen-Wunsch solche „Taste History Dinner”. Umrahmt von Geschichte(n), wird vor allem die spätbarocke Blütezeit des Malteserordens im 18. Jahrhundert lebendig. Dabei ist die Küche aller einstigen Gesellschaftsschichten auf Malta präsent und wird aufgetischt: dazu zählen die bescheidenen Happen und Snacks der Armen, aber auch das Festmahl der historisch stets präsenten Piraten und Korsaren, die stets exzellente Weinkarte des Großmeisters, aber auch das Fastenessen des Inquisitors oder das dekadente Dessert des Kaufmanns.
Ganz besonders stolz ist man auf die Rekonstruktion der Sorbets (Zitrone!), die einst selbst in den heißen Sommermonaten im Großmeisterpalast serviert wurden – dank Eis und Schnee, vom sizilianischen Ätna herbeigekarrt und geschifft. Die großartigsten Erlebnisse beschert aber die Ordensküche selbst, da jede der „Zungen“, der nach Nationen geordneten Ordenszweige, ihr Scherflein zur pompösen Küche beitrug. Diverse italienische und Französische Regionen lieferten ebenso Impulse und Inspiration wie Spaniens und Portugals oder sogar die deutsche und die britische Küche.
Und natürlich darf auch Maltas saisonale örtliche Küche nicht vergessen werden. Sie zählt heute zu den besten, was zu Zeiten des Commonwealth und bis 1989 keineswegs der Fall war. Dank vieler Spezialitäten gilt sie nun als wahrer Gaumenschmaus, ein köstliches Fest mediterraner Aromen samt stets präsenter Inselgeschichte. Stark von Italien (Sizilien!), Nordafrika und einer kräftigen Prise maltesischer Traditionen beeinflusst dienen als Vorspeisen oft Suppen, Nudeln, Risotto, Antipasti oder Dips mit Brot, als Hauptgerichte gibt es zu Nudel- und Kartoffelgerichte, Fleisch oder Fisch. Zu den Spezialitäten zählen das knusprige maltesische Brot, Olivenöl, hervorragender Schafskäse, supersüßer Honig, maltesische Pastizzi oder Ftira auf Gozo!
Oder darf es doch lieber Hammel mit Mango und Reis sein, dazu beste italienische und französische Weine? Oder Kürbissuppe, gefolgt von Qasquz fuq ix-Xini (langsam gegartes maltesisches Schweinefleisch auf Graupenrisotto, begleitet von Kaffee und Vanille-Sorbet nach Rezept von 1746? Oder doch lieber geröstete rote maltesische Garnelen nach Art des Kapitäns Lorenzi mit gegrillten Austern oder einer Pastiche von Kaninchenfleisch, dazu Bitterorangen-Sorbet, Kaffee und Pistazienplätzchen?
Am opulentesten ist natürlich das Angebot zu Empfängen, den Stand-up Receptions. Nach dem obligatorischen Prosecco werden fünf verschiedene Canapes gereicht, es folgen Kaninchen-Pastizzi, ein Pie aus Kürbis, Gerste und Kapern, Wachtel-Pies, Safran-Risotto mit Muscheln, Garganelli-Eiernudeln mit Pecorino, Schweinebraten mit Chili, geschmorte Schweinerippchen, Huhn mit Paprika, aromatisch gewürztes Lamm, Cannelloni mit Huhn und Pilzsauce, Ziegenmilch- und Zimt-Eiscreme, Marmeladen-Sorbet, warme dunkle Schokolade mit Pan de Spagna, Schoko-Meringue und Mandelplätzchen!
Kein Wunsch bleibt offen!
Informationen:
Heritage Malta: www.heritagemalta.mt/subsidiaries/taste-history
Taste History: www.tastehistory.mt
Anfragen/Buchung: www.tastehistory.mt/contact
Visit Malta: www.visitmalta.com/de
Maltesische Gourmetküche: www.visitmalta.com/de/category/michelin-restaurants-malta
Maltesische Spezialitäten: www.visitmalta.com/de/delicacies
Fotos: Heritage Malta









