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Le Var – Region für alle Sinne

Das Département du Var, nach dem gleichnamigen Fluss benannt, ist Teil der südfranzösischen Region Provençe-Alpes-Côte d’Azur. Mit dem Auto von Nizza gen Westen über die prachtvolle Panoramastraße Corniche d’Or anzureisen, ist bereits beste Einstimmung in das spezielle Lebensgefühl an der Französischen Riviera.

Im Hafen von Saint Raphaël, der mit dem Ort Frejus verschmilzt, machen internationale Luxusyachten fest. Das BAIA stimmt mit seinen opulenten Portionen die papilles gustatives auf feine mediterrane Küche ein, während man entspannt dem Fest- und Losmachen der teuren Schiffe zuschaut. Per Yachting-Tour entdeckt man diesen beeindruckenden Küstenabschnitt besonders gut: Rot schimmert der Stein des Estérel Massivs, eine zerklüftete Küste mit geheimnisvollen Schluchten und Grotten. Ungestört gedeihen oben Pinien und Korkeichen. Thymian, Rosmarin und Lavendel verströmen verschwenderisch ihren Duft. In dieser unberührten Macchia leben vor allem Wildtiere und Vögel. Wer sich dort versteckt, findet möglicherweise nie mehr hinaus. 

Dieser Tower vor der Bucht des Hotels Les Roches Rouges ist aus dem gleichen Gestein wie die Estérel-Küste: rötlicher Vulkanit, Rhyolit und Pophyr. Foto: Uta Petersen
Dieser Tower vor der Bucht des Hotels Les Roches Rouges ist aus dem gleichen Gestein wie die Estérel-Küste: rötlicher Vulkanit, Rhyolit und Pophyr. Foto: Uta Petersen

Ein Luxushotel wie ein Cruise Liner

Das Inselchen Île d’Or mit dem markanten Turm aus dem örtlichen Gestein ist im Privatbesitz und auch von Land aus ein herausragender Orientierungspunkt. Etwa vom Hôtel Les Roches Rouges aus.

Das nagelneu restaurierte Gebäude mit den 44 eleganten Fünf-Sterne-Seeblick Zimmern ist schlohweiß. Schlicht, fast schmucklos liegt es auf der Klippe, fast wie ein Cruise Liner. Frühstück oder Dinner auf der weiten Terrasse vermitteln ebenfalls dieses Feeling. Hin und wieder schwappen Wellen in den Salzwasserpool, der in den Felsen gehauen wurde.

In Frankreich „Pomponette“, in Deutschland „Ente“ genannt, hat das Kult-Auto auch große Auftritte in weltbekannten Filmen. Foto: Deuch'moiselles
In Frankreich „Pomponette“, in Deutschland „Ente“ genannt, hat das Kult-Auto auch große Auftritte in weltbekannten Filmen. Foto: Deuch'moiselles

Ein nostalgisches Auto und junge Meistergolfer

Was ist passender als in dieser liebenswerten Landschaft unterwegs zu sein mit einem Citroën-2CV-Oldtimer aus den 40er und 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. In dem Yachthafenstädtchen Cogolin hat ein Ehepaar seine Passion zu einer Sammlung gemacht und man kann damit fahren: „Deuch’Moiselles“. Es war und ist das französische Kult-Auto schlechthin. Als Cabriolet oder „Fourgonnette/mit Kastenheck. Diese Autos lassen das Herz von Oldtimer-Liebhabern höherschlagen. 

Das Grün der „Akademie Golf d’Estérel“ in majestätisch-idyllischer Kulisse liegt auf den Massiv-Hügeln am Dorfrand des Cap Estérel. Jüngst von dem Ryder Cup Spezialisten Alejandro Reyes (Golf Courses and Real Estate Manager für das gesamte Greenkeeping-Team bei Le Golf National) millionenschwer und grandios saniert, zieht es mittlerweile internationale Aufmerksamkeit auf sich.

Man kann von Glück sagen, wenn man an der Académie de Golf d’Estérel eine Trainerstunde bei einem der beiden jungen Profi-Meister Quentin Tiberi oder Johann Lopez Lazaro bekommt – ihre Tipps sind besonders begehrt. Foto: Academie de Golf d'Esterel
Man kann von Glück sagen, wenn man an der Académie de Golf d’Estérel eine Trainerstunde bei einem der beiden jungen Profi-Meister Quentin Tiberi oder Johann Lopez Lazaro bekommt – ihre Tipps sind besonders begehrt. Foto: Academie de Golf d'Esterel

Der Botanische Garten

Grün in allen Schattierungen ist auch die Domaine du Rayol hoch über dem Meer bei Rayol-Canadel-sur-Mer. Dichte Wälder und Areale mit mediterranen und exotischen Pflanzen plus Macchia ergeben ein gewaltiges Naturschutzgebiet, das Magie versprüht. Das Mosaik von Landschaften und Gärten ist das Werk von Landschaftsarchitekt Gilles Clément – eine Oase in einer eh schon paradiesischen Landschaft. 

André Del Monte ist sowohl Präsident der Domaine du Rayol Vereinigung, die den atemberaubend schönen Botanischen Garten in betreibt, als auch Chef im „Le Maurin des Maures“. Der Name des Restaurants ehrt einen lokalen Helden, das Gebäude ist eine ehemalige Tabak-Bar – das unkomplizierte Restaurant ein Muss für Liebhaber von köstlich zubereitetem Meeresgetier. Warum sonst war seinerzeit unter vielen anderen Berühmtheiten auch der französische Präsident J. Chirac dort zu Gast? Weil André die sensationellste Bouillabaisse vor den Augen seiner Gäste zubereitet – filmreif! Bestellung 24h vorher.

In dem Botanischen Garten Domaine du Rayol hoch über der Bucht von Figuier wachsen in elf thematischen Gärten alle erdenklichen mediterranen und subtropischen Pflanzen. Foto: Guillaume Exer
In dem Botanischen Garten Domaine du Rayol hoch über der Bucht von Figuier wachsen in elf thematischen Gärten alle erdenklichen mediterranen und subtropischen Pflanzen. Foto: Guillaume Exer

Die Domaine Rinaudo in Ramatuelle

In Frankreich gehört Wein zu den Lebenselexieren! Die Domaine Rinaudo in himmlischer Lage bei Ramatuelle ist familiengeführt. Seit fünf Generationen gedeihen auf 15 Hektar Grenache, Cinsaut, Syrah, Mourvèdre, Tibouren und Vermentino. 2022 übernahmen die Söhne und vinifizierten zunächst die Trauben von vier Hektar Rebfläche in der Garage ihrer Eltern: Drei Rosé-Cuvées im ersten Jahrgang: Finesse, Nuit Intense und Bois de Rose. Hinzu kamen zwei Weißwein- und zwei Rotwein-Cuvées. Sie sind überzeugt von dem Erhalt natürlicher Ressourcen und der Artenvielfalt auf der Halbinsel Saint Tropez und stellten auf ökologischen Anbau um. 

Eine Villa im Maurischen Stil

„Le Bougainvillea“ im denkmalgeschützten Hotel de Luxe La Villa Mauresque, einer weißen Villa im maurischen Stil mit eigenem Hafen, wird von Chefkoch David Boyer geführt. Der Gewinner des ‘Meilleur Ouvrier de France 2023‘ designt Ambiente und Speisen zum Staunen. Ein Detail: Messerbänke als stilisierte Zikaden aus weißem Marmor – das Symbol für Wohlstand, Wappentier der regionalen Flagge. In dem dazugehörigen Park mischt sich das Zirpen dieser Insekten mit dem Rauschen der Brandung. Im Spa wirken dazu die edlen Phytomer-Produkte, die allein auf der Kraft des Meeres basieren.

Die Villa Mauresque war das Zuhause der Familie des Mediziners Jules-Eugène Lagrange, 1881 von ihm erbaut. Das 5-Sterne-Luxushotel hat auch einen Privatstrand. Foto: La Villa Mauresque
Die Villa Mauresque war das Zuhause der Familie des Mediziners Jules-Eugène Lagrange, 1881 von ihm erbaut. Das 5-Sterne-Luxushotel hat auch einen Privatstrand. Foto: La Villa Mauresque

Châteaux de Valmer und sein Garten

Verborgen in einem jahrhundertealten Palmenhain in La Croix entdeckt man das Châteaux de Valmer, eine Residenz mit eigenem Strand. Traumhafte Suiten und Maisonettes – elegant-schlicht, im französischen Stil. Chefkoch Küchenchef Alexandre Fabris (1 Michelinstern ‘23 und ’24) beglückt im „La Bastide“ die Gäste mit raffinierten Speisen. Einige Ingredienzien wachsen in seinem hoteleigenem Bio-Gemüse- und Kräutergarten. Auch der delikate Roséwein wurde auf dem hauseigenen Weingut handgelesen – authentischer geht es kaum!

Fünf Villen und das Strandrestaurant Akwabô Beach

Weiter westlich eröffneten jüngst die Villas Du Cap Akwabay – am diskreten Strand auf der Halbinsel des Cap Nègre. Voller Begeisterung stürzt sich Direktorin Claire Agopian in dieses Herzensprojekt: Fünf Suiten von etwa je 60 Quadratmeter sind benannt nach den schönsten und herausragenden Caps der Region Le Lavandou. Mit Eleganz und Komfort, weitläufiger Terrasse. Durch die bodentiefen Fenster fällt das magische Licht – die hochmoderne Küche reflektiert die Farben des Meeres und des Himmels.

Stundenlang opulent frühstücken oder mit leckeren Drinks abkühlen auf der Terrasse der Villas Du Cap Akwabô-Beach. Foto: Akwabay
Stundenlang opulent frühstücken oder mit leckeren Drinks abkühlen auf der Terrasse der Villas Du Cap Akwabô-Beach. Foto: Akwabay
Über dem Strand und Meer ist die Terrasse des Akwabô angelegt, ebenso für das opulente Petit-déjeuner Buffet wie für die traditionelle Küche aus dem Königreich Siam am Abend. Zum naturbelassenen Tamaris-Strand in der der geschützten, grünen Bucht vom Cap Nègre und dem ganz besonders ungestörten Strandleben sind es genau drei Meter!

Schönstes Blumendorf mit überraschender Küche

Bormes-les-Mimosas ist ein nahes, bezauberndes, preisgekröntes Bergdorf der schönsten Dörfer Frankreichs. Von hier führt die 130 Kilometer lange Blumenstraße nach Grasse, an der schon im Januar die gelben Mimosen die Landschaft strahlen lassen. „Le Jardin“ in der 1 Ruelle du Moulin ist ein kulinarisches Juwel auf Michelin-Niveau! Dazu eine romantische Gartenterrasse mit Skulpturen-Brunnen und Boule-Bahn. Chef Riccardo Berto bietet eine Fusion-Küche aus seinen venezianischen Wurzeln und provenzalischer Authentizität. Gerichte bis ins kleinste Detail als optisches Kunstwerk und gleichzeitig eine Symphonie der Aromen. Wenn auch das Wort verbrannt ist: Geheimtipp!
Chef Riccardo Berto im Le Jardin kocht Michelin-Stern verdächtig. Foto: Le Jardin
Chef Riccardo Berto im Le Jardin kocht Michelin-Stern verdächtig. Foto: Le Jardin

Informationen:

Hôtel Les Roches Rouges www.beaumier.com/fr/proprietes/hotel-les-roches-rouges

Hôtel de Luxe La Villa Mauresque www.villa-mauresque.com

Luxushotel Châteaux de Valmer www.chateauvalmer.com

Domaine du Rayol www.domainedurayol.org

Le Maurin de Maures www.maurin-des-maures.com

Domaine Rinaudo www.domainerinaudo.com

Villas du Cap Akwabay www.akwabay.com

Restaurant Le Jardin www.lejardinrestaurantbormes.com

Explore France www.france.fr

Fotos: Guillaume Exer, Uta Petersen, Deuch’moiselles, Academie de Golf d’Esterel, Hôtel Villa Mauresque, Châteaux de Valmer, Akwabay, Le Jardin

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