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Saint Tropez pour toujours

Bei fast 3000 Sonnenstunden im Jahr und sanfter Meeresbrise lässt es sich in Saint Tropez ausgezeichnet leben. Der charmante Ort an der gleichnamigen Bucht wurde Mitte der 1950er Jahre vom französischen Jetset als Erholungs- wie auch Drehort entdeckt: Filmstars wie „die BB“, Roger Vadim, Romy Schneider oder Louis de Funès waren regelmäßig hier. Auch Regisseure und Literaten wie Jean-Louis Trintignant oder auch Françoise Sagan verlegten ihre Sausen für Jahrzehnte in die entzückende, kleine Hafenstadt. Verwinkelt ist sie, heimelige Lädchen und Bistros zwischen Luxuslabels und legendären, nostalgischen Luxushotels.

Und ewig lockt das Weib

Während viele Stars mit dem luxuriösen Train Bleu anreisten, bevorzugte Françoise Sagan, die Autorin von „Bonjour Tristesse“ ihren Jaguar X/440. Heute ist Saint Tropez eine der exklusivsten Städte an der französischen Riviera. Einmal jährlich machen sich die schönsten Segelschiffe auf und präsentieren dort ihr Können und ihre Pracht vor aller Augen während der Regatta „Les Voiles de Saint Tropez“.

Feinste Meeresgetier-Küche

Zur Saint-Tropez-DNA gehört natürlich auch erlesene Küche, wie etwa im „Le Girelier“ direkt am Quai. In elegantem Ambiente Yacht-Chic-Design serviert das elsässisch-französische Duo David Didelot und Laurent Simon provenzalische Meeresfrucht-Klassiker, dazu gehört die berühmte Fischsuppe Bouillabaisse und Paella Royal. Über allem hält die charismatische Hausherrin Aimé Stoesser ihre führende Hand. Unmittelbar gegenüber dümpeln die Hecks der Luxus-Segelyachten vor sich hin. 
Restaurant Le Girelier. Foto: Le Girelier
Restaurant Le Girelier. Foto: Le Girelier
All diese paradiesischen Zutaten der südfranzösischen Le Var Küche gibt es Dienstag und Samstag auf dem ‚Place de Lices‘. An den anderen Tagen treffen sich dort Teams in immer neuer Zusammensetzung zum Nationalsport Pétanque, das hierzulande „Boule“ heißt. Bei etwas Glück stößt man auch auf Christophe Fassetta, Weltmeister dieser Disziplin. Während man sich von ihm die Tricks für das zielgenaue Treffen des „Cochonnets/Schweinchens“ (oder auch „Jaques“ genannt) aus Holz abschaut, steigt man in den wahren Unterhaltungswert dieses Spiels ein.

Domizile der ewigen Erinnerung

Legenden über die Prominenz der Aufsteigerjahre gibt es viele. Sie sind für alle Zeiten Teil der Geschichte der Hotels wie etwa die versteckt gelegene, 2017 komplett renovierte Residenz YACA aus dem 18ten Jahrhundert. Sie hat einen romantischen Innenhof mit Pool, von den schmalen Terrassenbalkons erblickt man über die roten Ziegeldächer die glitzernd blaue Bucht. Überall ist man von duftenden Blumenbouquets umgeben – das Interieur ist klassisch, edel und stilvoll. Diskretion, Ruhe, erstklassiger Service – das ist der Yaca-Geist! Die Villa Cosy ist eingebettet in einen exotischen Garten, auch dort kennt man die feierlustigen Gäste. Verwunschene Wege führen in 25 Zimmer, Suiten und Villen – alle hell, funktional-bequem gestaltet und stilistisch ebenfalls mit einem Hauch Vintage in Erinnerung an die bewegten Zeiten. Im feinen Weinkeller lagern regionale Tropfen, mehr als 30 Prestige-Champagner und seltene, edle Pepites.
Hôtel La Ponche: Appartment Pablo Picasso. Foto: Robin Lefebre
Hôtel La Ponche: Appartment Pablo Picasso. Foto: Robin Lefebre
In den Hotels haben sich seinerzeit die Promis wochenlang eingenistet. erholten sich vom Schreiben, Filmen, Malen… und Lieben. Das nahe L’Hôtel La Ponche dicht am Ufer begann 1938 als kleine Taverne und ist bis heute noch die Seele der Stadt. Die Apartments tragen die Namen der französischen Jahrhundert-Prominenz, wie das Jack Nicholson- oder Pablo Picasso Apartment. Die sensationell bestückte Bar des Hauses belebt bis heute den Pariser Geist von Saint-Germain-de-Prés. Der gute Geist des Hauses war damals Simone von Duckstein. Sie erinnert sich, wie unter ihren Augen und der Regie von Jean-Louis Trintignant sich die Romanze des ikonischsten Paares seiner Zeit entwickelte: BB und Roger Vadim. Küchenchef Simon Pinault wartet heutzutage mit unsterblichen Köstlichkeiten auf, dazu gehört das legendäre, warme Schokoladenmousse mit Fior-di-Latte-Eis. Für Ausflüge in das malerische Umland bekommt die Gästeschaft einen luxuriös gefüllten Gourmet-Picknick-Korb mit auf den Weg.

Erstes Luxushotel 1931

Östlich vom Ortskern, direkt am Yachthafen steht das Fünf-Sterne Hôtel de Paris. Es wurde schnell von Künstlern wie Mistinguett, Clark Gable, Colette und Édith Piaf als zweites Zuhause gesehen. ‘Point de rencontre‘ schlechthin ist die Roof Top Terrasse. Mit dem „Moi je jou“-BB-Hommage-Drink in der Hand oder aus dem dortigen Pool heraus, umnebelt von Zitronen- und Jasmin-Duft, lassen sich die spektakulärsten Sonnenauf- und untergänge erleben.
70 Jahre Le Tarte Tropézienne. Foto: Michel Caraisco
70 Jahre Le Tarte Tropézienne. Foto: Michel Caraisco
In den eleganten Räumlichkeiten finden sich viele Stücke aus den 1960er Jahren. Man feiert das Comeback des legendären Sonntags-Brunchs. Heute zelebriert ihn Küchenchef Michele Fortunato, die Direktion ehrt mit Ausstellungen, Literaturtreffen und Preisvergaben die Künstler und den Lebensstil der 1960er Jahre. Gewinnerin 2025 ist Simonetta Greggio. Ihr Buch „Mes nuits sans Bardot“/Meine Nächte ohne Bardot portraitiert die Schauspieler-Ikone, die kürzlich mit 91 Jahren verstarb. Als goldene, unbekleidete Statue in einer Muschel auf dem Platz vor der Gendarmerie Nationale lebt sie weiter, erinnert an diese unbeschwerte Zeit. In dem filmhistorischen Museum lassen sich alle Filmereignisse von Saint Tropez und ihre Faszination wieder und wieder nacherleben.

70 Jahre Tarte Tropézienne

Unverzichtbar ist die „Tarte Tropézienne“! Das lokale Gebäck aus Briocheteig, welches ein wenig an den deutschen Bienenstich erinnert, wird seit dem Gästeaufschwung der 1950er Jahre von einem Familienbetrieb hergestellt, der nunmehr 70 Jahre ihre leckere Existenz feiert. In der „La Tarte Tropézienne-Pâtisserie“ am Boulevard Vasserot wird sie in Perfektion und mindestens 12 Varianten serviert: Es gibt sie von Mini bis Maxi, wie ein riesiger, flacher ‚Burger,‘ mit Hagelzucker bestreut. Die Füllung aus luftiger Butter-Mousselin-Creme hat meist leichten Vanille-Geschmack und zergeht auf der Zunge.
Ramatuelle Le Club 55 Spezialität eigene Ernte. Foto: Isabelle Demarthe
Ramatuelle Le Club 55 Spezialität eigene Ernte. Foto: Isabelle Demarthe

Le Club 55 am Strand von Pampelonne

Am Hafen ist immer erkennbar, wem die Stadt in dem jeweiligen Jahr besondere Ehre zollt. Der kleine Leuchtturm trägt dann ein nicht zu übersehendes Rundum-Portrait, 2025 war es das der „Sagan“.

Der zweitgrößte, immer noch aktive Leuchtturm Frankreichs ragt, wenige Autominuten entfernt, seit 1883 hoch über das Cap Camarat und wirft seine Lichtstrahlen über Bucht und Strand von Pampelonne. Die Renaturierung vor geraumer Zeit ist gelungen – es wachsen wieder exotische Pflanzen, das Wasser ist kristallklar. 

Mit dem Fernglas lässt sich von oben eine weitere, legendäre Location ausmachen: LE CLUB 55! Die Familie Colmont begann 1955 mit einer simplen Strandbude, die zum angesagtesten Treffpunkt wurde – sogar zum berühmtesten Strandlokal der Welt: Die Füße im weißen Zuckersand, Tisch an Tisch, Promi an Promi. Die Sonne scheint durch die Strohmatten, eine Brise erfrischt. Urfranzösische Speisen kommen hier auf den Tisch wie Artischocken mit Vinaigrette oder Ratatouille – Savoir Vivre in Le Var an der Côte d‘Azur!

 

Informationen:

Hôtel La Ponche www.laponche.com

Les Voiles de Saint Tropez www.lesvoilesdesaint-tropez.fr/en

Hotel YACA www.hotel-le-yaca.fr/en

Villa Cosy www.villacosy.com/en

Hotel de Paris www.hoteldeparis-sainttropez.com/de

Le Club 55 am Strand von Pampelonne www.club55.fr

Saint Tropez Tourismus www.sainttropeztourisme.com

Le Var tourisme www.visitvar.com

Explore France www.france.fr

Fotos: SNST/Gilles Martin-Raget, Le Girelier, Robin Lefebre, Saint Tropez tourisme, Isabelle Demarthe

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