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Hôtel de Crillon – der Goldstandard für Paris

Paris ist die Stadt des Lichts und der Liebe und selten fanden sich diese Tribute auch in der Konzeption eines Palasthotels wieder wie im Falle des Hôtel de Crillon. Es scheint, als habe der Conte Charles de Perrault mit seiner féerie „La Belle au Bois dormant“ (Dornröschen) die Vorlage geliefert. Nur der richtige Prinz durfte es sein, der die schöne Schlafende zu erwecken sucht und eben dieser scheint mit Rosewood gefunden zu sein. Für den richtigen Partner lohnt es allemal, auch einmal etwas länger zu schlafen und vor sich hin zu träumen.

2 Tonnen schwerer Marmorblock

Richard Martinet hatte als leitender Architekt die Gesamtverantwortung für das ambitionierte Projekt. Artistic Director war Aline Asmar d’Amman, unterstützt von den Pariser Designern Tristan Auer, Chahan Minassian und Cyril Vergniol. Karl Lagerfeld, selbst ein großer Freund des 18. Jahrhunderts gewesen, übernahm die Inneneinrichtung von zwei großen Apartments im Hotel, die heute auch nach ihm benannt sind.

Die Badewanne in einer der beiden Suiten wurde aus einem 2 Tonnen schweren Marmorblock gestaltet, der extra durch die Fenster per Krahn und auf zwei Eisblöcken platziert werden musste. Nach deren Schmelzen befand sich die Wanne am rechten Ort, ohne Gefahr zu laufen, den historischen Parkettboden zu schädigen. In den Wohnräumen der heutigen Marie Antoinette Suite hatte die historische Dame einst selbst von Oktober 1789 bis August 192 private Klavierstunden genommen. Die beiden Innenhöfe des Crillon wurden von Landschaftsarchitekt Louis Benech gestaltet.

Die Fassade des Crillon in Paris. Foto: Reto Guntli
Die Fassade des Crillon in Paris. Foto: Reto Guntli

Karl Lagerfeld gestaltete zwei Top Suiten

Heute bietet das berühmte Hotel 78 Zimmer, 36 Suiten und 10 Signature Suiten. Für den Eventbereich sind die drei historischen Salons Marie-Antoinette, Salon des Batailles und Salon des Aigles mit ihren imposanten Deckengemälden aus den Jahren 1775/1776 besonders liebevoll renoviert worden; die Räume stehen unter Denkmalschutz.

In Auftrag gegeben wurde der Bau seiner Zeit von Louis XV im Jahr 1758 und dessen bedeutendster Architekt, Ange-Jacques Gabriel, wurde mit der Konzeption betraut. Später wurde der Palast das private Familiendomizil des Grafen von Crillon, bevor der Palast im Jahre 1909 in ein Hotel konvertiert wurde. Seither haben sich u.a. Igor Stravinsky, Serge Diaghilev, Peggy Guggenheim, Charlie Chaplin, Sir Arthur Conan Doyle, Andy Warhol, Leonard Bernstein oder auch Madonna hier niedergelassen. Leonard Bernstein war seit den 1970er Jahren ein immer wiederkehrender Gast und bei der Versteigerung des Mobiliars vor der Schließung im Jahr 2013 hat ein Fan über 9.000 Euros für das Bett der Bernstein Suite geboten.

Salon Marie Antoinette. Foto: Reto Guntli
Salon Marie Antoinette. Foto: Reto Guntli

Pool und Spa sind neu konzipiert

Neu im Angebot sind ein indoor pool und ein Spa mit angeschlossenem Gym. In Summe wurden 53 verschiedene Sorten von Marmor ausgewählt, 16.700 Quadratmeter Flure und Zimmer wurden neu gestaltet. Zudem wurden 17.000 Kubikmeter Raum hinter der historischen Fassade neu ausgerichtet, auch mit dem Ziel drei neue Suiten einzurichten in Räumen über den Dächern von Paris, die vor der Renovierung noch administrativen Zwecken dienten. Diese drei Suiten heißen heute Ateliers d’Artistes und sind verschiedenen Kunstgattungen gewidmet.

Seit Januar 2020 leitet nun Vincent Billard als Generaldirektor die Geschicke des Hauses. Nach Stationen bei Ritz-Carlton, St Regis und Bulgari ist der gebürtige Pariser heute der jüngste general manger im Portfolio der Rosewood Hotels: „I am thrilled to be joining Rosewood Hotels & Resorts and the legendary Hôtel de Crillon, A Rosewood Hotel. It is an iconic hotel and an integral part of my childhood growing up in Paris. I am extremely excited to return to my hometown and lead this wonderful team and bring the culture of the city I grew up in to personally enliven the Rosewood brand’s A Sense of Place® philosophy.“

Swimming Pool des Hotels. Foto: Reto Guntli
Swimming Pool des Hotels. Foto: Reto Guntli

‚Zukunft braucht Herkunft‘, dieses Lebensmotto des Philosophen Odo Marquard scheint hier ernst genommen wie in kaum einem zweiten Beispiel der Luxushotellerie. Wünschen wir dem Hôtel, dass seine Zukunft ebenso kräftig und wegweisend erstrahlt, wie dies in seiner reichen Vergangenheit der Fall gewesen ist.

 

Informationen:

www.rosewoodhotels.com/crillon

Fotos: Reto Guntli