Aktuell stehen gleich zwei entscheidende Entwicklungen im Mount Nelson an, die die Geschichte des berühmten Hauses in die nahe Zukunft fortragen werden. Mit Patrick Fisher übernimmt ein neuer Direktor der jüngeren Generation das Haus und mit dem neuen Red Room wird bewusst eine kulinarische Tradition verfolgt, die an die die internationalen Strömungen des Schmelztiegels Cape Town aufgreift.
Viele der Gäste des „Pink Nellie“ werden Patrick Fisher auf ihren Reisen schon begegnet sein. Er gehörte zuletzt mit zum Gründungsteam des neuen Raffles in London, an dessen Spitze er als Hotelmanager stand. Der Erfolg in London, ebenfalls in einem historischen Gebäude, war es wohl, der ihm die Option als Direktor in seiner alten Heimat eröffnete. Auch seine Erfahrungen zuvor im Mutterhaus der Raffles Gruppe in Singapore taten ihr Übriges ebenso wie leitende Funktionen bei One&Only. Für ihn ist es eine Rückkehr nach Hause. Bereits im Jahr 2004 startete er hier zuerst als Pool Manager, anschließend folgten diverse Positionen im Bereich Food & Beverage. Die Karriere eines erfolgreichen Hoteldirektors macht es zwingend erforderlich, alle wesentlichen Bereiche einmal durchlaufen zu haben.
„Ich freue mich sehr über die Chance, das nächste Kapitel in der Geschichte des Mount Nelson zu schreiben. Das Hotel ist seit seiner Eröffnung vor über 125 Jahren eine legendäre Ikone, und ich freue mich darauf, wieder mit dem Team zusammenzuarbeiten und den Gästen die Möglichkeit zu geben, ein neues Reisegefühl in der unglaublichen Stadt Kapstadt zu entdecken.“ Wer das Haus aktuell besucht wird gleich eine ganze Reihe von Neuigkeiten entdecken, die bereits sein Vorgänger implementiert hat und an die Patrick Fisher nun nahtlos anknüpfen kann. Beispiele hierfür sind das neue Gartenrestaurant am Fuße der kleinen Freitreppe oder die drei großzügigen Cabanas im Garten an der Seite des großen Pools, die ein privates Vergnügen ermöglichen, das zudem auch Familien als Zielgruppe anspricht.
Fishers Verweis auf den multikulturellen Status der Stadt war auch Pate bei der Konzeption des neuen Red Rooms. Entschieden hat man sich für einen Schwerpunkt auf die panasiatische Küche. Ein Fokus, der bislang noch nicht überrepräsentiert ist vor Ort. Das Management und die Küche werden von Liam Tomlin verantwortet. Der Chef der Warehouse Group hat in der Stadt bereits diverse Restaurants erfolgreich eröffnet und man durfte gespannt sein, für welchen spezifischen Aufschlag er sich nun diesmal im Mount Nelson entschieden hat.
Das Restaurant residiert im Untergeschoss des Hotels, sein Eingang liegt gleich linker Hand des Hauptportals. „Es ist eine Art altmodischer, glamouröser Raum, in dem man erwarten würde, 007 an der Bar zu treffen, wie er einen Martini schlürft“, sagt Tomlin. „Ein sehr erwachsenes Restaurant, in dem es um elegante Kleidung, aufmerksamen und professionellen Service und natürlich um die aufregenden Aromen Asiens geht. Die Herausforderung für uns bestand darin, die richtige Mischung aus Nostalgie und unseren Standards für gehobene zeitgenössische Küche zu finden. Wir glauben, dass uns das gelungen ist.“
Red Room mit asiatischen Spezialitäten
Einrichtung und Menükarte sind in erster Linie durch die Kultur Hongkongs inspiriert. Auch Hongkong ist ein Schmelztiegel und vereint gleich eine ganze Reihe von Einflüssen des asiatischen Kontinents. Elegante Rot, Gold und Schwarztöne bestimmen die Einrichtung. Historische Elemente wie die Treppe hinab oder die rauchfarbenen Glaswandpaneele wurden erhalten und restauriert. Einen modernen touch ergänzen zeitgenössische Stoffe und Kunstwerke. Die detailreichen Tusche- und Kupfermalereien der Künstlerin Jenna Barbe, mit den Motiven architektonischer Pagoden und Drachen fallen ins Auge. Es gibt eine gemütliche Bar mit Platz für vierzig Personen, sowie einen Speisesaal mit bequemen Sitzbänken und Tischen (mit Drehtellern) für achtzig Personen.
Ein Blick auf die Karte lässt Speisen aus China, Korea, Japan, Malaysia, den Philippinen, Thailand und Vietnam erkennen. Ganz im asiatischen Stil sind die Aromen ausgewogen und vereinen süß, salzig, sauer, bitter und umami. Hier ist für jeden was dabei. Alles wirkt natürlich, nichts übertrieben.
Zu den Favoriten im Red Room zählen Gerichte wie Austern mit Nuoc Chum, in Chilisalz gebratener Tintenfisch, knuspriges Pilz-Katsu-Sando und Schweinerippchen mit philippinischer Bananen-Ketchup-Glasur. Zu den kleineren Gerichten zählen Kohl-Yakitori und Szechuan-geräucherter Wildfisch mit Nashi-Birne. Teigtaschen und Dim Sum, von vietnamesischen Reisröllchen über Daikon-Rettich-Küchlein bis hin zu Garnelen-Har-Gow-Teigtaschen sind weitere Alternativen. Auch ausschließlich vegetarische Alternativen stehen ebenfalls auf der Karte.
Für die Konzeption der Desserts stehen regionale Früchte im Vordergrund, von Kokosnuss-Parfait über Pflaumen- und Yuzu-Sorbet bis hin zu Jasminreis, Matcha und Limette. Es gibt sogar hausgemachte Glückskekse mit handgeschriebenen Botschaften aus der Küche. Auf die Kalorien brauchen die kaum hinzuweisen, denn die Küche ist durchweg leicht.
Für Cocktails steht die Dim Sum Lounge mit geschwungenen Sitzbänken, Ottomanen und atmosphärischer Beleuchtung zur Verfügung. Die Weinkarte bietet eine Auswahl an hochwertigen, aber wenig bekannten südafrikanischen Weinen und Premium-Potstill-Bränden. Japanische, indische, schottische und irische Whiskys sind reichlich vorhanden, und die Biere sind eine Mischung aus südafrikanischen, europäischen und asiatischen Sorten.
Für die kommenden Monate steht eine sukzessive Neukonzeption des hauseigenen Shops an. Patrick Fisher und das Mount Nelson wollen den internationalen Trend der Luxushotellerie aufgreifen, mit lokalen, hochwertigen Produkten die Welt des Mount Nelsons auch bis nach Hause weiterführen zu können. Ob ein dezentes Pink hier das visuelle Leitmotiv sein wird? Ja, das würde ziemlich viel Sinn machen…
Informationen:
Fotos: Belmond







