Seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1630 ist der Untermoserhof tief mit der Südtiroler Weinbaukultur verwurzelt. Heute führt die Familie Ramoser den Betrieb mit 5,5 Hektar bereits in fünfter Generation und verleiht dem Weingut mit Leidenschaft und Feingefühl eine unverkennbare Handschrift.
Die Lagen rund um St. Magdalena sind ein Geschenk der Natur. In der warmen Sonne Südtirols gedeihen hier Lagrein und Vernatsch – zwei autochthone Rebsorten, die das Wesen der Region in Traubenform verkörpern. Die nach Süden gerichteten Hanglagen bieten ideale Voraussetzungen: Böden aus porphyrischem Verwitterungsgestein und Moränenablagerungen erzählen vom geologischen Reichtum der Gegend. Lehmige Sandböden mit hohem Anteil an Gestein speichern die Wärme des Tages und geben sie in den kühlen Nächten wieder ab – ein Zusammenspiel, das Weine mit saftiger Frucht, feiner Würze und unverwechselbarem Ausdruck entstehen lässt. „Wir sind tief verwurzelt mit unserer Herkunft und die Rebsorte Vernatsch spielt hierbei die Hauptrolle,“ so Florian Ramoser, der das Weingut in fünfter Genration führt.
Neben den historischen Parzellen am Magdalener Hügel pflegt die Familie Ramoser auch Weinberge in Frangart bei Eppan und in Kaltern. Hier wurzeln Chardonnay, Merlot und etwas Cabernet Franc – Reben, die das Portfolio des Hofes um elegante Weiß- und Rotweine erweitern.
Im Weinkeller zeigt sich die Kunst des Weglassens. Die Philosophie lautet: so wenig Eingriff wie möglich, so viel Authentizität wie nötig. Von der schonenden Traubenverarbeitung über die temperaturgesteuerte Gärung im Edelstahltank bis hin zum Ausbau in kleineren und größeren Eichenfässern – jeder Schritt dient dem Ziel, Jahrgang, Rebsorte und Herkunft unverfälscht zum Ausdruck zu bringen.
So entstehen auf dem Untermoserhof Weine, die Geschichten erzählen – von den Böden, den Jahren und den Menschen, die sie mit Hingabe pflegen. Ein Stück gelebte Südtiroler Tradition, fest verwurzelt im Boden, aber offen für die Zukunft.
St. Magdalener Classico DOC 2024
In den steinigen Porphyrböden von St. Magdalena findet der Vernatsch seine ideale Bühne. Hier entsteht ein authentischer St. Magdalener, der im Stahltank vergoren und anschließend sechs Monate im großen Eichenfass verfeinert wird. Beeindruckend ist seine scheinbar mühelose Eleganz: Reduzierte Erträge verdichten ihn nicht, sondern schärfen die Konturen. Die Aromen wirken klar, präzise und leuchtend – ein Rotwein, der Leichtigkeit mit Tiefe verbindet.
St. Magdalener Classico DOC „Hub & Leith“ 2023
Aus der historischen Lage „Hub & Leith“ stammt dieser Vernatsch in limitierter Auflage von nur 3600 Flaschen. Er wird am Magdalener Hügel aus alten Reben gewonnen. Nach der Gärung im Stahl und neun Monaten im großen Holzfass reift er ein weiteres Jahr auf der Flasche. Das Ergebnis ist ein fein ziselierter, duftiger Wein: Rubinrot, mit Noten von Sauerkirsche, Beeren und einem Hauch Rauch und Pfeffer. Am Gaumen lebendig, leicht, jugendlich, mit feinem Tannin und langem, würzigem Finale. „Wir sind tief verwurzelt mit unserer Herkunft und die Rebsorte Vernatsch spielt hierbei die Hauptrolle.“
Lagrein Riserva 2022
Aus alten Reben in Rentsch und St. Magdalena entsteht eine Lagrein-Riserva von bemerkenswerter Tiefe. Die Trauben gären rund 15 Tage im Stahl, danach ruht der Wein fast ein Jahr im 500-Liter-Tonneau, bevor er im großen Holz weitere Monate zur Ruhe kommt. Der Wein zeigt diesen kraftvollen Charakter: dunkle Würze, Noten von Nelke, Kakao und reifer Frucht. Am Gaumen dicht, saftig, mit energischem Tannin und einer feinen balsamischen Ader – ein Lagrein, der seine Herkunft eindrucksvoll spricht.
Merlot – Cabernet Franc Riserva „Lehm & Kies“ 2022
Diese Cuvée lebt vom Kontrast ihrer Böden: Merlot (50 Prozent) aus schwerem Lehm, Cabernet Franc (50 Prozent) aus kiesigen, leichten Parzellen. Niedrige Erträge und enge Pflanzabstände formen einen Wein mit Spannung und Tiefe. Nach der Stahlgärung reifen die Sorten getrennt ein Jahr im Barrique, vereinen sich erst danach und entwickeln auf der Flasche weitere Finesse. Im Glas zeigt er dunkles Rubinrot, intensive Waldfrucht, Schokolade, schwarze Johannisbeere und Pfeffer. Am Gaumen samtig, strukturiert, mit griffigem Tannin und langem, dunkelfruchtigem Finale.
Chardonnay DOC „Moraine“ 2022
Auf den lehmigen Moränenböden bei Eppan wächst ein Chardonnay mit klarer Handschrift. Nach schonendem Abpressen gärt er in kleinen Eichenfässern und reift dort ein Jahr auf der Vollhefe, bevor der Wein, von dem es nur 3000 Flaschen gibt, weitere Monate im Stahl Ruhe findet. Er präsentiert strahlendes Strohgelb und verbindet Mineralität mit Noten von Banane, Aprikose und Vanille. Am Gaumen zeigt er cremige Fülle, jugendliche Röstaromen und beeindruckende Substanz – ein Chardonnay mit langer Entwicklungsperspektive.
Kardatsch Weißburgunder 2022
Dieser Weißburgunder aus dem Hause Untermoserhof glänzt hell und klar, mit grünlichen Reflexen. In der Nase öffnen sich Noten von reifer Birne, Steinobst und einem Hauch weißer Blüten. Im Mund gibt er sich frisch, saftig und wunderbar ausgewogen, mit trinkanimierender Leichtigkeit und mittlerem Nachhall. Ein sortenreiner Weißburgunder, der die Eleganz Südtirols in einem feinen, präzisen Profil einfängt.
Informationen:
Fotos: Carola Faber

