Foodie

Herkunft, Handwerk und die Kraft der Geduld

Auf inzwischen 14 Hektar Rebfläche entstehen ausschließlich biologisch bewirtschaftete Trauben. Im Mittelpunkt stehen Burgundersorten wie Spätburgunder, Chardonnay und Weißburgunder. Die Weinberge auf Kalk-, Löss- und Mergelböden prägen den Charakter der Grundweine ebenso wie das Klima und die Eigenheiten jedes Jahrgangs. Genau diese Herkunft soll später im Glas spürbar bleiben: präzise, lebendig und unverwechselbar.

Die Begeisterung für Sekt zieht sich durch alle Generationen der Familie. Im Keller dominierte schon immer Präzision statt Geschwindigkeit. Die Trauben werden ausschließlich von Hand gelesen und sorgfältig in kleinen Kisten transportiert, damit jede Beere unversehrt bleibt. Nach mehrfacher Selektion gelangen nur die besten Früchte in die Ganztraubenpresse. Verarbeitet wird ausschließlich die sogenannte „Cuvée“, also der hochwertigste Teil des Mostes. So entstehen Grundweine mit feiner Aromatik und klarer Struktur.

Zeit spielt dabei eine entscheidende Rolle. Viele Grundweine reifen monatelang auf der Vollhefe, ein großer Teil davon im Holzfass. Anschließend folgt die zweite Gärung in der Flasche – die klassische Méthode Traditionnelle. Danach beginnt das lange Hefelager: mindestens 36 Monate, bei einigen Prestige-Cuvées sogar bis zu zehn Jahre. Erst durch diese Geduld entwickeln sich jene feinen Noten von Brioche, Hefe und Karamell, die große Sekte so unverwechselbar machen.

Was die Familie antreibt, ist nicht allein die Suche nach Perfektion. Es ist der Wunsch, Charakter, Herkunft und Jahrgang in jedem Glas erlebbar zu machen – mit handwerklicher Präzision, Respekt vor der Natur und einer Begeisterung, die ansteckt.

Rosé mit Tiefgang

Der 2016 „Rosé Reserve“ – Brut ist ein Rosé-Sekt mit bemerkenswerter Klarheit und Ausdruckskraft, der heute nach 90 Monaten Hefelager seine ganze Tiefe zeigt.

Schon im Glas wirkt die „Rosé Réserve“ elegant und fein: ein heller Kupferton mit zart roséfarbenen Reflexen, durchzogen von einer lebendigen, feinen Perlage. In der Nase treffen rote Beeren, Himbeeren und Rhabarber auf florale Anklänge und frische Zitrusnoten. Dazu gesellen sich überraschende Nuancen von mediterranen Kräutern, Minze und ein Hauch frisch gebackenen Brots.

2016 „Rosé Reserve“. Foto: Carola Faber
2016 „Rosé Reserve“. Foto: Carola Faber

Am Gaumen präsentiert sich der Sekt saftig und präzise. Die Frucht erinnert an Orange, Marille und Waldbeeren, getragen von einer reifen, perfekt eingebundenen Säure. Das lange Hefelager schenkt ihm zusätzliche Komplexität: feine Brioche verleihen Volumen, ohne die Frische zu überdecken. Gerade diese Balance macht den Rosé so vielseitig.

Die „Rosé Réserve“ bleibt präsent, ohne sich aufzudrängen. Ein charakterstarker Jahrgangssekt, der zeigt, dass große Rosés nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen.

Substanz und Spannung

Der „Pinot Kirchenstück Réserve 2017“ ist ein Sekt, der seine Herkunft nicht versteckt, sondern selbstbewusst in den Mittelpunkt stellt. Die Einzellage Kirchenstück in Hohen-Sülzen zählt zu den stillen Größen Rheinhessens – ein kalkgeprägter Boden mit Tiefe, Kraft und Charakter. Genau hier wachsen die über 35 Jahre alten Spätburgunderreben, aus denen dieser außergewöhnliche Jahrgangssekt entsteht.

Nach mehr als 90 Monaten Hefelager zeigt der Pinot Noir eindrucksvoll, welches Potenzial in dieser Lage steckt. Bereits in der Nase wirkt der Sekt intensiv und vielschichtig: dunkle Waldbeeren treffen auf feine Röstaromen, Brioche und etwas Nuss. Am Gaumen präsentiert er sich kraftvoll und präzise zugleich. Die markante Struktur wird von einer feinen Salzigkeit getragen, die dem Wein Länge und Tiefe verleiht.

Dieser Brut Nature ist ein charaktervoller Sekt mit Haltung. Einer, der Ecken und Kanten zeigt und gerade dadurch fasziniert. Das lange Hefelager bringt zusätzliche Komplexität, ohne die Herkunft zu überdecken. So entsteht ein Pinot Noir, der weniger auf vordergründige Frucht setzt, sondern vielmehr auf Substanz, Spannung und Eleganz – ein klares Bekenntnis zu Lage, Rebsorte und Zeit.

Charakterstarker Prestige-Cuvée

Der „XVI. Triumvirat“ aus dem Jahrgang 2016 ist weit mehr als eine Prestige-Cuvée – es ist die verdichtete Idee eines Hauses, das kompromisslos auf Herkunft, Handwerk und Zeit setzt. Jeder Jahrgang dieser Grande Cuvée entsteht neu, geprägt von den Bedingungen des jeweiligen Jahres und dem Anspruch, ausschließlich die besten Grundweine miteinander zu vereinen. Konstant bleiben lediglich die drei klassischen Rebsorten: Pinot Noir (78%), Chardonnay (19%) und Pinot Meunier (3%).

Der „XVI. Triumvirat“. Foto: Carola Faber
Der „XVI. Triumvirat“. Foto: Carola Faber

Der Jahrgang 2016 bringt dabei eine beeindruckende Spannung ins Glas. Nach über 100 Monaten Hefelager wirkt der Sekt gleichermaßen kraftvoll wie präzise. 

In der Nase entfalten sich Mirabellen, Zitrus, Pfirsich, begleitet von feinen Röstaromen, Haselnuss und einem Hauch Karamell. Mit etwas Luft treten Brioche-Noten und eine subtile Würze hinzu, die dem Duftbild Eleganz und bemerkenswerte Tiefe verleihen. Am Gaumen zeigt sich das Triumvirat dicht und strukturiert, dabei jedoch niemals schwer. Die feine Perlage trägt eine vibrierende Frische. Die Böden aus Muschelkalk und Algenkalk sorgen für Präzision und eine fast salzige Mineralität im langen Nachhall.

Ein Teil der Grundweine reifte im Holzfass, der Rest im Edelstahl – unfiltriert, mit viel Geduld ausgebaut und ausschließlich aus handgelesenen Trauben gewonnen. Das Ergebnis ist ein großer Sekt mit Haltung: vielschichtig, eigenständig und geprägt von einem Jahrgang, der Eleganz mit außergewöhnlicher Tiefe verbindet.


Informationen:

www.raumland.de

Fotos: Carola Faber, Silvia Baroni

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