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Aostatal: Kraft und Schönheit der Berge

Die Reise führt über drei Stationen. Ausgangspunkt ist Courmayeur auf 1.300 Metern Höhe. Die Mittelstation Pavillon auf 2.173 Metern lädt dazu ein, die Bergwelt in Ruhe zu genießen. Von der weitläufigen Panoramaterrasse reicht der Blick über das Val Veny bis zum Mont Blanc. Ein Restaurant, ein alpines Kino, wechselnde Ausstellungen sowie der botanische Garten mit rund 900 Pflanzenarten machen den Aufenthalt zu einem Erlebnis. 

Empfehlenswert ist auch der Mont Blanc Infinity Room „The Mountain“. Die begehbare Installation aus Spiegeln, Lichtinszenierungen und Projektionen lässt die Grenzen zwischen Realität und Illusion verschwimmen. Gipfel, Eis und Fels scheinen sich ins Unendliche fortzusetzen und vermitteln auf eindrucksvolle Weise die gewaltigen Dimensionen des Mont-Blanc-Massivs. Der Höhepunkt wartet jedoch auf der Punta Helbronner in 3.466 Metern Höhe. Die futuristisch gestaltete Bergstation scheint über dem Fels zu schweben und eröffnet einen Rundumblick auf einige der berühmtesten Gipfel der Westalpen – darunter Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso. 

Beeindruckende Bilder: Bergsteiger auf dem Mont Blanc. Foto: Carola Faber
Beeindruckende Bilder: Bergsteiger auf dem Mont Blanc. Foto: Carola Faber

Während in der Ferne Bergsteiger über die Schneefelder ziehen und bunte Iglus die verschneite Landschaft prägen, lädt die Bergstation auch zum Entdecken ein. Besucher können durch Europas höchstgelegene Buchhandlung stöbern, die faszinierende Kristallausstellung erkunden oder auf der gläsernen Plattform Sky Vertigo den besonderen Nervenkitzel erleben – mit dem Gefühl, direkt über dem Abgrund zu schweben.

Weinkeller auf 2.173 Metern Höhe

Nach den spektakulären Ausblicken am Mont Blanc wartet im Tal ein ganz anderes Erlebnis: der Weinbau. Seit der Bronzezeit prägen terrassierte Weinberge mit ihren Trockensteinmauern das Landschaftsbild des Aostatals. Die steilen Hänge und die aufwendige Handarbeit haben der Region den Beinamen „heroischer Weinbau“ eingebracht.

Zu den bekanntesten Betrieben zählt die Cave Mont Blanc in Morgex. Die Winzergenossenschaft bewirtschaftet Weinberge auf bis zu 1.200 Metern Höhe und erzeugt aus der autochthonen Rebsorte Prié Blanc frische, mineralische Weißweine sowie hochwertige Schaumweine. Ein besonderes Highlight ist der experimentelle Weinkeller in 2.173 Metern Höhe in der Mittelstation der Skyway Monte Bianco. Dort reift der „Cuvée des Guides“ bei natürlichen Temperaturen.

Extremsport unter extremen Bedingungen im Aostatal. Foto: Carola Faber
Extremsport unter extremen Bedingungen im Aostatal. Foto: Carola Faber

Außergewöhnliche Vielfalt prägt die kleinste Region Italiens 

Das Aostatal zählt zu den faszinierendsten Naturlandschaften der Alpen. Obwohl es die kleinste Region Italiens ist, besticht sie durch eine außergewöhnliche Vielfalt aus imposanten Bergpanoramen, geschützten Naturgebieten und ursprünglichen Dörfern mit mittelalterlichen Steinbrücken. Hirten, die am Wegesrand ihre Kühe hüten oder spektakuläre Wasserfälle verleihen der Landschaft ihren authentischen Charakter.

Spektakuläre Landschaften treffen hier auf alpine Tradition, kulturelles Erbe und eine ausgezeichnete regionale Küche. Gleichzeitig setzt das Aostatal konsequent auf Nachhaltigkeit: Rund ein Drittel der Region steht unter Naturschutz, sanfter Tourismus hat einen hohen Stellenwert.

Geschichtsträchtige Stadt

Aosta zählt zu den geschichtsträchtigsten Städten der Alpen. Die einstige Römerkolonie Augusta Praetoria, gegründet 25 v. Chr., bewahrt bis heute eindrucksvolle Zeugnisse ihrer Vergangenheit. Augustusbogen, Römertheater, Kryptoportikus und die fast vollständig erhaltene Stadtmauer erzählen von der einstigen Bedeutung der Stadt als Tor zu den Alpenpässen. Auch das Mittelalter hat mit der Stiftskirche Sant‘ Orso und ihrer berühmten romanischen Kreuzganganlage sowie der Kathedrale markante Spuren hinterlassen.

Cafés und kleine Geschäfte in Aosta. Foto: Carola Faber
Cafés und kleine Geschäfte in Aosta. Foto: Carola Faber

Dennoch wirkt Aosta keineswegs wie ein Museum. Cafés, kleine Geschäfte und lebhafte Plätze prägen das charmante Bild der Altstadt. Zwischen antiken Monumenten und italienischem Lebensgefühl liegen oft nur wenige Schritte – genau das macht den besonderen Charme der kleinsten Regionalhauptstadt Italiens aus.

Gressoney-Saint-Jean: Königliche Sommerfrische

Eingebettet in die Bergwelt des Monte-Rosa-Massivs versprüht Gressoney-Saint-Jean den Charme eines klassischen Alpenortes. Geprägt von der Kultur der Walser, historischen Holzhäusern und prächtigen Villen aus der Belle Époque verbindet das Dorf alpine Tradition mit eleganter Geschichte. Ein markantes Zeugnis des bis heute lebendigen Walser-Erbes ist die traditionelle Frauentracht: In den Farben Rot und Schwarz gehalten, reich mit Spitzen verziert und gekrönt von einer kunstvoll mit Goldfiligran geschmückten Haube, zählt sie zu den unverwechselbaren Symbolen der Region. Wer durch die Straßen schlendert, spürt schnell die entspannte Atmosphäre, die Gressoney-Saint-Jean ihren besonderen Reiz verleiht.

Seinen royalen Ruf verdankt Gressoney-Saint-Jean Königin Margherita von Savoyen, die hier ihre Sommer verbrachte. Das märchenhafte Schloss Savoyen und die Villa Margherita erinnern bis heute an diese Zeit. Beim Rundgang durch die Villa knarrt das historische Holzparkett unter den Schritten, während buntes Licht durch die kunstvollen Fenster fällt und den original erhaltenen Räumen mit den alten Kachelöfen ihren besonderen Charakter verleiht. Zugleich ist Gressoney-Saint-Jean ein idealer Ausgangspunkt, um die grandiose Bergwelt rund um den Monte Rosa.

Traditioneller und historischer Charme in den Gassen von Gressoney-Saint-Jean. Foto: Carola Faber
Traditioneller und historischer Charme in den Gassen von Gressoney-Saint-Jean. Foto: Carola Faber

Herzhaft, authentisch und tief verwurzelt 

Die Küche des Aostatals ist geprägt von den Bergen: herzhaft, authentisch und tief in der regionalen Tradition verwurzelt. Im Mittelpunkt stehen hochwertige Zutaten wie Fontina DOP, Jambon de Bosses DOP und Lardo d’Arnad DOP, aus denen Klassiker wie Fonduta Valdostana, Polenta concia, die Zuppa alla Valpellinentze oder die in Rotwein geschmorte Carbonade Valdostana entstehen. Dazu werden charaktervolle Weine aus heimischen Rebsorten wie Petit Rouge, Fumin oder Prié Blanc serviert.

Wie lebendig diese Kochtradition bis heute ist, beweist die Küche im Hotel Alpenrose in Gressoney-Saint-Jean. Dort werden überlieferte Rezepte mit viel Sorgfalt und regionalen Produkten zubereitet. Statt auf große Inszenierung setzt das Küchenteam auf ehrliche alpine Küche, die den Geschmack des Aostatals authentisch widerspiegelt – bodenständig, saisonal und mit viel Liebe zum Handwerk.

Genuss-Tipps im Aostatal

Wer die regionale Küche auf gehobenem Niveau erleben möchte, sollte im Stefenelli Desk Restaurant in Aosta reservieren. Küchenchef Marco Stefenelli verbindet traditionelle Produkte aus dem Aostatal mit internationalen Einflüssen und serviert sie in stilvollem historischem Ambiente. Eine ausgezeichnete Weinkarte mit vielen regionalen Erzeugern rundet das kulinarische Erlebnis ab.

Kulinarik im Stefenelli Desk Restaurant. Foto: Carola Faber
Kulinarik im Stefenelli Desk Restaurant. Foto: Carola Faber

Für einen typischen italienischen Aperitivo ist das Café Palais Ansermin eine der besten Adressen der Altstadt. In dem eleganten Barockpalais werden regionale Käse- und Wurstspezialitäten sowie Weine aus dem Aostatal serviert – perfekt für eine genussvolle Pause.

Ein besonderes Erlebnis wird im Restaurant Alpino di Pavillon an der Mittelstation der Skyway Monte Bianco geboten. Auf 2.173 Metern Höhe genießt man nicht nur einen spektakulären Blick auf den Mont Blanc und das Val Veny, sondern auch modern interpretierte Klassiker der Aostataler Küche. Gourmetkoch Agostino Buillas setzt dabei konsequent auf regionale Zutaten und alpine Aromen.


Informationen:

Hotel Alpenrose: www.albergoalpenrose.it 

Stefenelli Desk Restaurant: www.stefenellidesk.it 

Café Palais Ansermin: www.palaisansermin.it 

Alpine Restaurant Pavillon: www.montebianco.com/en/cableways/pavillon-the-mountain 

Cave Mont Blanc: www.cavemontblanc.it 

Grand Hotel Mont Blanc: www.grandhotelmontblanc.com

Fotos: Carola Faber

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