Nach der Winzerlehre stehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen: etwa der Meister, Techniker oder ein Studium. Besonders gefragt bei Frauen sind die weinbezogenen Bachelorprogramme, etwa am Weincampus Neustadt oder an der Hochschule Geisenheim. Im Wintersemester 2024/25 waren 46 Prozent der Studienanfängerinnen weiblich. Und auch bei der Generation Riesling steigt der Anteil an Frauen. In der Vereinigung von aktuell 541 jungen Verantwortrungstragenden aus der deutschen Weinwirtschaft ist der Anteil weiblicher Mitglieder in den letzten sechs Jahren von 28 Prozent auf 37 Prozent gestiegen.
Viele Azubis wechseln gezielt die Lehrbetriebe, um unterschiedliche Schwerpunkte kennenzulernen. Nach der Lehre stehen viele Weiterbildungsmöglichkeiten offen: vom Meister über den Techniker bis hin zum Studium. Besonders beliebt sind weinbezogene Bachelorstudiengänge, etwa in Geisenheim oder am Weincampus Neustadt, wo zuletzt 46 Prozent der Studienanfänger weiblich waren. Auch in der „Generation Riesling“ wächst der Frauenanteil stetig – aktuell liegt er bei 37 Prozent.
Weibliche Wein-Dynastie
Seit über 375 Jahren steht das Weingut Thanisch für exzellente Rieslingkultur – und für eine bemerkenswerte Kontinuität: Bereits in fünfter Generation wird der Familienbetrieb von Frauen geführt. „Schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen ist ein Prinzip unserer Arbeit. Konsequent behandeln wir die Weinberge mit Behutsamkeit und halten die Vorgaben des integrierten, umweltschonenden Weinbaus ein“, sagt Sofia Thanisch, die seit 1996 das Traditionsweingut in Bernkastel an der Mosel leitet und ergänzt: „Unsere Männer haben uns immer bei unserer Arbeit unterstützt.“ Ihre Tochter Christina, Absolventin der „Internationalen Weinwirtschaft“ in Geisenheim, bereitet sich auf die Übergabe vor – als zwölfte Generation, die fünfte weibliche.
„Qualität und Tradition sind unsere Markenzeichen! 385 Jahre Weinbautradition in unserer Familie stehen für 385 Jahrgänge klassischer, animierender Moselrieslinge auf hohem Niveau! Dem Qualitätsanspruch und unserer Tradition fühlen wir uns auch in Zukunft verpflichtet!“ sind sich die Frauen einig. Die herausragende Qualität der Weine ist längst bekannt, besonders bei den VDP.GROSSEN LAGEN, wie die Bernkasteler Badstube, der Bernkasteler Graben, die Bernkasteler Lay und unsere Grand Cru Lage, der Berncasteler Doctor, das Herzstück des Betriebs. Sie kleine Spitzenlage mit wurzelechten Reben, teils über 60 Jahre alt, ist nur 3,2 Hektar groß.
Der steile Süd-Südwest-Hang profitiert von ganztägiger Sonne und speichert Wärme – ideal für charakterstarke, elegante Rieslinge. Seit über 200 Jahren ist die Lage in Familienbesitz. Bewusster, umweltschonender Weinbau prägt bis heute die Arbeit im Weinberg. Ob junge Rieslinge oder eine Bernkasteler Auslese von 1990: die Qualität ist enorm und selbst ein 35 Jahre alter Wein zeigt noch Frische!
Finesse und Herkunft
Seit fast vier Jahrhunderten widmet sich die Familie mit Leidenschaft dem Weinbau – das Weingut Grans-Fassian steht für gelebte Tradition und höchste Qualität. Als Gerhard Grans 1982 die Leitung übernahm, setzte er früh konsequent auf trockene Spitzenweine – heute machen sie rund 80 Prozent des Sortiments aus. Parallel wuchs die Rebfläche auf zwölf Hektar, bestückt mit 90 Prozent Riesling sowie Weiß- und Grauburgunder. 2001 folgte ein Meilenstein: die Aufnahme in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) – ein Gütesiegel für kompromisslose Qualität.
Seit 2017 führt Tochter Catherina das Weingut in 13. Generation. Sie absolvierte ihr Studium in Geisenheim als Bachelor of Science in Weinbau und Oenologie, welches daraufhin durch den European Master of Science in Viticulture & Enology und diverse Praktika ergänzt wurde. Mit internationaler Erfahrung und frischem Blick setzt sie auf nachhaltigen Weinbau und authentische Weine, die heute in 19 Ländern weltweit geschätzt werden. Mit den Großen Gewächsen beweist Catherina Grans-Fassian einmal mehr ihr ausgeprägtes Gespür für Terroir, Balance und Eleganz. Was aus den Steillagen ins Glas kommt, ist ein fein orchestriertes Spiel aus Frische, Struktur und Herkunft. Lebendige Säure trifft auf feine Phenolik, eine dezente Fruchtsüße auf markante Lagentypizität. Das ist präzise gearbeitet, durchdacht vinifiziert – und einfach stimmig. Auch Kabinett und Auslese präsentieren sich mit Noblesse und Leichtigkeit.
Zwischen Schiefer und Seele
Im Herzen von Detzem an der Mittelmosel befindet sich das Familienweingut von Julia und Daniela Alten sowie deren Eltern Klaus und Dorothee. Es ist von steilen Weinbergen und markanten Schieferhängen umgeben, die den Weinen ihren unverwechselbaren Charakter verleihen. Der Anspruch: so wenig wie möglich eingreifen, so viel wie möglich bewahren. Die Alten-Schwestern folgen keiner Mode, sondern ihrer Überzeugung: Authentizität durch Reduktion. Kein Schnickschnack im Keller – nur klare Handschrift und Respekt vor dem, was die Natur vorgibt.
Das Ergebnis? Weine mit klarer Linie, feiner Frucht und dieser typischen Mineralität, wie sie nur von der Mosel kommen kann. Elegant, lebendig, ehrlich – wie die Menschen dahinter. Beste Gelegenheit, die Weine zu kosten, bietet sich in der modernen und geschmackvoll gestalteten Straußwirtschaft. Von der Einrichtung bis zur Gestaltung der Weinetiketten ist beim Winzerbetrieb jedes Detail durchdacht und spricht für eine tief verwurzelte Leidenschaft für die Weine und das Terroir.
Wein, der berührt
In Mehring an der Mosel leben und arbeiten drei Frauen mit einer gemeinsamen Leidenschaft – dem Wein. Seit vier Generationen bewirtschaftet die Familie die steilen Lagen rund um den Ort, wo mineralische, elegante Moselrieslinge entstehen. Heute trägt das Weingut Endesfelder die Handschrift von Lena, Winzerin und Geisenheim-Absolventin, die mit Wissen, Intuition und frischen Ideen die Weinberge pflegt und den Weinen ihre klare Stilistik verleiht. Mutter Cordula sorgt für herzliche Gastfreundschaft – ob im Weingarten, bei Verkostungen oder mit ihren feinen Speisen.
Schwester Sarah bringt ihre Erfahrung beratend mit ein. Gemeinsam führen sie weiter, was 1984 mit Michael Endesfelder begann: die Umstellung auf Flaschenweine und die Verwandlung eines alten Hofes in einen Ort zum Genießen. Heute ist unser Weingut ein Zuhause – für Wein, Familie und Gäste. Besonders die Lagenweine aus den Steillagen des Mehringer Blattenbergs und Zellerbergs sowie der Detzemer Maximiner Klosterlay überraschen mit Eleganz und Charakterstärke.
Ein Besuch der Weingüter Matthias Dostert, Cantzheim und Stefanie Vornhecke lohnt sich ebenfalls in vielerlei Hinsicht: Hier wird nicht nur erstklassiger Wein produziert – vielmehr zeigen diese Betriebe auf eindrucksvolle Weise, wie Frauen mit Leidenschaft, Fachkompetenz und Innovationsgeist die Weinwelt prägen.
Informationen:
www.culinarium-nittel.de/weingut
Fotos: Carola Faber








