Das „George & Marie“ in Klagenfurt ist kein Ort, den man einfach besucht – man taucht ein. In eine Welt, in der sich feine Drinks, präzise Küche und ein Gespür für Atmosphäre zu einem stimmigen Ganzen verbinden. Der Blick schweift, das Tempo verlangsamt sich, und plötzlich zählt nur noch der Moment. Genau darin liegt die leise Stärke dieses Hauses.
Hinter dem Konzept steht Hubert Wallner, dessen Handschrift in jedem Detail spürbar wird. Es ist die Haltung eines Gastgebers, der Genuss nicht inszeniert, sondern erlebbar macht. Hochwertige Produkte aus der Region bilden die Grundlage, verarbeitet mit Klarheit und Respekt. Daraus entstehen Gerichte, die nicht laut sein müssen, um Eindruck zu hinterlassen.
Genuss mit Herkunft
Doch „George & Marie“ ist nur ein Teil eines größeren Ganzen. Wallners Betriebe stehen für eine Genusskultur, die Vielfalt zulässt: vom prämierten Fine Dining bis zum ungezwungenen Bistro, von kulinarischen Erlebnissen direkt am Wasser bis zu Rückzugsorten inmitten der Natur. Jeder Platz erzählt seine eigene Geschichte – und bleibt doch Teil derselben Idee.
s ist dieses Zusammenspiel aus Qualität, Regionalität und Leidenschaft, das die Orte verbindet. Nichts wirkt zufällig, alles folgt einem klaren Anspruch: den Gast nicht nur zu bewirten, sondern ihm das Gefühl zu geben, angekommen zu sein. Ein Anspruch, der bleibt – weit über den letzten Schluck hinaus.
Kochen war für Hubert Wallner nie nur ein Handwerk, sondern früh gelebte Leidenschaft. Aufgewachsen in einer niederösterreichischen Gastgeberfamilie, prägten ihn Küche und Gastlichkeit von Kindesbeinen an. Die ersten Handgriffe lernte er bei seiner Mutter – der Beginn einer konsequenten Laufbahn.
Es folgten fundierte Ausbildungen und prägende Stationen bei namhaften Küchenchefs, die seinen Stil schärften: präzise, produktnah, mit klarer Linie. Früh übernahm er Verantwortung in Spitzenhäusern, entwickelte sich rasch weiter und machte mit Auszeichnungen auf sich aufmerksam.
Heute steht Wallner für eine Küche, die Regionalität und Finesse verbindet. Mit seinem Restaurant am Wörthersee hat er sich endgültig einen Namen gemacht – als feste Größe der österreichischen Spitzengastronomie und als Gastgeber mit unverwechselbarer Handschrift.
Wenn der Abend über der Stadt beginnt
Ein Auftakt, der bleibt: ein Cocktail aus Gin und Blutorange, leuchtend im Glas, während sich der Himmel über Klagenfurt in tiefes Rot taucht. Es sind diese Momente, in denen sich der Blick weitet und der Abend leise an Bedeutung gewinnt.
Hoch über den Dächern der Stadt entfaltet die Sky-Bar Marie ihre besondere Wirkung. Stilvoll, aber nie kühl, verbindet sie elegantes Design mit einer entspannten Leichtigkeit. Sanfte Beats, gedämpftes Licht, dazu ein Panorama, das Klagenfurt von seiner schönsten Seite zeigt – ein Ort, der nicht laut sein muss, um Eindruck zu hinterlassen.
Im Mittelpunkt steht, was ins Glas kommt: präzise gemixte Cocktails, ausgewählte Weine, charakterstarke Spirituosen. Klassiker treffen auf kreative Handschriften, ergänzt von kleinen, feinen Gerichten – unkompliziert, aber mit Anspruch. An ausgewählten Abenden setzt Hubert Wallner zusätzliche Akzente und bringt seine Küche in Form besonderer Menüs ein.
Hubert Wallners Küche erzählt von Landschaften – vom See, von den Bergen, von der stillen Präzision eines Hauses, das längst zu den besten des Landes zählt. Seine Gerichte wirken klar komponiert, fast leise – und entfalten gerade darin ihre Tiefe. Eine kaltgeräucherte Lachsforelle trifft auf die feine Bitterkeit von Chicorée, aufgehellt durch Yuzu und eine seidige Hollandaise. Es folgen Frühlingskräuter, die sich als luftige Schaumsuppe zeigen, begleitet von zarten Ricotta-Zitronenravioli.
Auch in den Zwischentönen bleibt Wallner präzise: Gnocchi mit Bärlauch, Pinienkernen und Parmesan – vertraut, aber mit feinem Dreh. Der Zander, perfekt gegart, verbindet sich mit einem aromatischen Bohnencassoulet und der Tiefe von Dashi, akzentuiert durch Schnittlauchöl. Kraftvoll und zugleich elegant präsentiert sich der Lammrücken mit Polenta und Artischocken.
Dazu ein Blaufränkisch Jacini aus Zagersdorf – ein Wein, der Herkunft spürbar macht. In tiefem Rubinrot schimmernd, entfaltet er Aromen von dunklen Beeren, reifer Kirsche und feinen Gewürznoten, unterlegt von einer kühlen, mineralischen Linie. Am Gaumen zeigt er Struktur und Spannung: lebendige Säure, präsente, aber gut eingebundene Tannine und eine erdige Tiefe, die lange nachhallt. Ein charaktervoller Begleiter, der das Lamm nicht überdeckt, sondern ihm Raum gibt und die Aromen elegant verbindet.
Zum Finale wird es wieder leichter: Custard, Rhabarber, Haselnuss und Melisse – ein Spiel aus Frische, Süße und feiner Kräuternote. Eine Küche, die nicht laut sein muss, um lange nachzuwirken.
Ob als Ausklang eines langen Tages oder als Treffpunkt mit Freunden – der besondere Ort ist ein Platz für genussvolle Stunden. Stilvoll und mit einem Blick, der bleibt.
Informationen:
Fotos: Carola Faber

