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Stroblhof – eine Symbiose aus Wein, Zeit und Herz

Umrahmt von sanft geschwungenen Weinbergen, schattigen Wäldern und schützenden Bergen beginnt eine Zeit des Durchatmens, des Genießens, des Loslassens. Der Stroblhof empfängt seine Gäste nicht nur mit offenem Herzen, sondern auch mit einem besonderen Gefühl von Zuhause. Hier trifft Tradition auf modernen Komfort, Natur auf gelebte Gastfreundschaft. Zwischen Bergen, Weinreben und Geschichte findet hier jeder sein ganz persönliches, liebevoll gestaltetes Refugium. Mit Herzblut und Ideenreichtum führen die Schwestern Christine und Rosi Nicolussi-Leck mit Tochter Anna das Hotel.

Der Duft frischer Kräuter aus dem Bauerngarten liegt in der Luft und ein Glas hauseigener Wein funkelt im Licht der Abendsonne. Am Schwimmteich spiegeln sich die Wolken, auf dem Tennisplatz erklingt fröhliches Lachen, während sich im Wellnessbereich ein wunderschöner Blick auf die Rebstöcke, die dort seit Generationen das Leben prägen, bietet.

Wo die Rebe zur Lebensphilosophie wird

Am Fuße des Mendelgebirges, eingebettet in eine stille, grüne Hügellandschaft, liegt der Stroblhof – ein Ort, an dem Wein nicht nur gekeltert, sondern gelebt wird. Was heute als stilvolles Hotel mit Weingut besteht, wurzelt tief in der Geschichte: Schon seit dem 16. Jahrhundert stehen hier die Mauern, seit jeher begleitet vom Wein, der auf diesen kalkhaltigen Böden gedeiht. Seit 1900 empfängt der Hof auch Gäste – zunächst als einfacher Gasthof, heute als Rückzugsort für Menschen, die Authentizität und Handwerk zu schätzen wissen.

Rebfläche am Stroblhof. Foto: Carola Faber
Rebfläche am Stroblhof. Foto: Carola Faber

Was den Stroblhof besonders macht, ist nicht allein seine Tradition, sondern wie sie weitergedacht wird: mit einem tiefen Gespür für Natur, Qualität und Zeit. Die Winzer des Familienbetriebs, Andreas Nicolussi-Leck und sein Sohn Thomas, beobachten genau, was die Natur ihnen vorgibt – und lassen daraus Wein und Räume entstehen, die entschleunigen, berühren, bleiben.

In den 36 Zimmern des Hotels spiegelt sich diese Haltung wider. Edle Stoffe, naturbelassene Holzböden, Eichenmöbel – nichts ist überladen, alles strahlt Ruhe aus. Besonders bemerkenswert: Der Kalkputz an den Wänden, inspiriert von historischen Ansitzen der Region, sorgt für ein angenehmes Raumklima und verbindet Alt mit Neu. Ob im Haupthaus oder im Landhaus Altfirmian – jedes Zimmer atmet die gleiche leise Eleganz, die das gesamte Anwesen prägt.

Im Weingut selbst wird kompromisslos auf Qualität gesetzt. Etwa ein Hektar bewirtschaftete Fläche, maximal 42.000 Flaschen im Jahr – das ist kein Massenprodukt, sondern Handwerk in Reinform. Die Sorten – darunter charakterstarke Blauburgunder, ein Cabernet Franc-Merlot, sowie Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Chardonnay – wachsen auf mineralreichen Böden mit Porphyr- und Kalkeinfluss, gekühlt von Fallwinden aus den Bergen. Das verleiht den Weinen Frische, Struktur – und Persönlichkeit.

Ein Hektar bewirtschaftete Fläche gehört zum Stroblhof. Foto: Carola Faber
Ein Hektar bewirtschaftete Fläche gehört zum Stroblhof. Foto: Carola Faber

Im Naturweinkeller reifen die Weine unter optimalen Bedingungen: Lehm, Kalk und Ton schaffen ein konstantes Mikroklima, in dem Zeit der wichtigste Faktor ist. Und weil Wein seine Geschichte am besten selbst erzählt, lädt Andreas regelmäßig zu Hoftouren ein. Wer ihm durch die Weinberge folgt, hört nicht nur von Vinifikation – er spürt, wie aus Geduld, Erde und Leidenschaft ein Lebenswerk wächst. „Seit 1880 wird hier nachweislich Pinot Noir angebaut. Das war damals höchst ungewöhnlich“, bestätigt Andreas Nicolussi-Leck.

Wo der Garten auf den Teller kommt

Im Stroblhof beginnt Kulinarik nicht in der Küche – sondern draußen, zwischen duftendem Basilikum, sonnenverwöhnten Tomaten und Salatblättern, die im Morgentau glänzen. Christine und Rosi Nicolussi-Leck, die Frauen mit grünem Daumen und großem Herz für das Echte, pflegen den Bauerngarten des Hauses mit einer Hingabe, die man schmeckt. Hier wächst, was später auf den Tellern landet: frisch, biologisch, saisonal – und mit viel Liebe großgezogen.

Was dann geschieht, ist stille Magie: Küchenchef Enzo Bellia, ein Mann mit sizilianischen Wurzeln und einer Leidenschaft für klare, ehrliche Aromen, verwandelt diese Zutaten in Gerichte, die weit über den Gaumen hinaus wirken. Seine Küche ist Erinnerung, Herkunft, Emotion. „Essen muss berühren“, sagt er – und wer bei einem seiner viergängigen Menüs sitzt, versteht sofort, was er meint.

Kulinarik: Leidenschaft für klare, ehrliche Aromen. Foto: Carola Faber
Kulinarik: Leidenschaft für klare, ehrliche Aromen. Foto: Carola Faber

Gekocht wird mit dem, was die Natur gerade hergibt. Das Ergebnis sind Kompositionen zwischen alpiner Erdigkeit und mediterraner Leichtigkeit – manchmal klassisch, manchmal mutig neu gedacht. Serviert wird auf der romantischen Gartenterrasse oder im alten Gewölbe des Hauses, wo dicke Steinmauern Geschichten erzählen, während am Tisch neue entstehen: von Genuss, Gesprächen und dem Gefühl, angekommen zu sein.

Ankommen. Genießen. Bleiben wollen

So harmonieren die eleganten Weine des Stroblhofs perfekt mit den Gerichten des sizilianischen Chefkochs. Zum Salat des Tages, geröstete Haselnüsse, Rote Bete, Blauschimmelkäse und Birne, wählt Seniorchefin und Sommelière Rosi Nicolussi-Leck einen 2023 Chardonnay Schwarzhaus.

Zum Carpaccio vom Saibling mit Himbeer-Peperoni-Sorbet, Buttermilch-Liebstöckl-Sauce und marinierten Radieschen sowie zur Zucchinisuppe mit gefüllter Blüte begeistert der 2024 Sauvignon Blanc Nico.

Der Stroblhof: Lage inmitten der Natur. Foto: Carola Faber
Der Stroblhof: Lage inmitten der Natur. Foto: Carola Faber

Schließlich wird die zarte Entenbrust und Entenkeulenpraline mit Aubergine, marinierter Ananas und roter Currysauce von einem 2020 Pinot Noir Riserva umschmeichelt. Ein Höhepunkt im Keller dürfte der 2019 Blauburgunder „Sepp Hanni“ sein. „Hiervon gibt es nur noch wenige Flaschen. Dieser Wein ist eine Selektion der Selektion“, verrät der erfahrene Winzer und Seniorchef Andreas, dessen Sohn Thomas das herausragende Gespür für hervorragende Weine schon im ersten eigenen Jahrgang, wie dem 2024 Pinot Rosé, zeigt. 

Selbstverständlich enthält die Weinkarte eine umfangreiche Auswahl weiterer erlesener Tropfen. Entweder aus dem eigenen Weingut, das seit Jahrhunderten zur DNA des Stroblhofs gehört, oder aus handverlesenen Kellereien, von Sommelier Michael Kofler und Winzer Thomas Nicolussi-Leck persönlich ausgewählt. Die ausgezeichnete Weinkarte ist nicht bloß Begleitung – sie ist Teil des Erlebnisses.

Das frostige Flüstern des Waldes

Zwischen sonnenverwöhnten Weinbergen, alten Burgruinen und stillen Waldwegen versteckt sich ein Naturphänomen, das wie ein gut gehütetes Geheimnis wirkt – die Eislöcher von Eppan. Nur wenige Minuten vom Stroblhof entfernt öffnet sich inmitten des Waldes eine Senke, in der die Gesetze der Jahreszeiten scheinbar außer Kraft gesetzt sind.

Anbau im eigenen Garten. Foto: Carola Faber
Anbau im eigenen Garten. Foto: Carola Faber

Wer sich an einem heißen Sommertag auf den Weg macht, wird beim Näherkommen plötzlich innehalten: Ein kühler Hauch streicht über die Haut, als hätte der Wald selbst einen tiefen Atemzug genommen. Der Temperatursturz ist spürbar – und erklärbar. Denn hier, in einer muldenartigen Vertiefung am Gandberg, wirkt ein geologisches Wunder: Warme Luft aus der Umgebung sickert durch feine Felsspalten ins Erdinnere, kühlt dort in porösen Gesteinsschichten aus und tritt als kalte Strömung wieder aus. Ein natürliches Kühlsystem – ganz ohne Technik, seit Jahrtausenden in Betrieb.

Die Temperaturen bleiben in der Mulde das ganze Jahr über niedrig, oft zwischen 0 und 10 Grad. Das hat auch Folgen für die Vegetation. Statt mediterraner Flora wachsen hier Pflanzen, die man eher aus hochalpinen Regionen kennt. Besonders auffällig: die rostblättrige Alpenrose, ein stiller Beweis dafür, dass sich selbst zarte Gewächse an extreme Lebensräume anpassen können.

Ein Ausflug zu den Eislöchern ist mehr als ein Spaziergang – es ist eine kleine Zeitreise in eine Welt, in der Natur, Klima und Geologie ein faszinierendes Zusammenspiel eingehen. Und wer einmal dort steht, den kühlen Atem des Berges spürt und die Stille hört, versteht vielleicht: Manche Wunder brauchen keinen großen Auftritt – nur einen aufmerksamen Moment.

Ausflug zu den Eislöchern. Foto: Carola Faber
Ausflug zu den Eislöchern. Foto: Carola Faber

Komfortable Anreise

Mit SkyAlps erreichen Reisende Südtirol in unter zwei Stunden direkt aus Deutschland – ab Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Kassel und Hannover. Ein hochwertiger Bordservice bietet regionale Spezialitäten wie Schüttelbrot, Joghurt, Apfelsaft und Gin Tonic. Zudem können Passagiere ausgewählte Weine von der monatlich wechselnden Weinkarte probieren. Bis zu sechs Flaschen Südtiroler Wein können kostenlos ab Bozen mitgenommen werden.


Informationen:

www.skyalps.com/de

www.stroblhof.it

Fotos: Carola Faber

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