Hinter dem Konzept des Richards stehen der hannoversche Gastronom und Inhaber Johannes Lühmann sowie das Gastropaar Laura und Nico Kuckenburg, die in der Spitzengastronomie bereits glänzende Spuren hinterlassen haben. Bekannt wurden sie unter anderem durch das Zwei-Sterne-Restaurant „Votum“ im Leineschloss – ein Ort, der höchste Ansprüche an Küche und Service setzt.
Im „Richards“ schlagen sie jedoch bewusst eine andere Richtung ein. Statt strenger Fine-Dining-Etikette gibt es eine herzliche Nähe zum Gast. Während Nico Kuckenburg in der Küche das Zepter führt, sorgt Laura Kuckenburg dafür, dass sich jeder Besucher vom ersten Moment an willkommen fühlt – ein Duo, das Professionalität mit echter Gastfreundschaft verbindet.
Tradition trifft auf zeitgemäße Gastlichkeit
Der Gastraum des „Richards“ erzählt Geschichten vergangener Tage, ohne altmodisch zu wirken. Dunkle Holzpaneele, umlaufende Sitzbänke und der große Kachelofen sind Überbleibsel des früheren „Wirtshaus Wildhäger“. Ergänzt durch Parkettboden, eine elegante Bar und kleine, liebevolle Details entsteht ein Ambiente, das an ein gemütliches Gasthaus erinnert – oder ein wenig an ein englisches Inn oder einen Pub.
Kulinarisch spiegelt das Restaurant eine wunderbare Verbindung von Tradition und Moderne wider: Hier trifft deutsche Landhausküche auf britische Einflüsse, klassisches Handwerk auf kreative Akzente. Für die Kuckenburgs ist das „Richards“ mehr als ein Arbeitsplatz. Es ist ein gemeinsames Herzensprojekt.
Küche als Bühne für Genuss
Im Mittelpunkt steht eine saisonale Küche, die auf hochwertige Produkte und handwerkliche Perfektion setzt. Klassiker werden modern interpretiert, bleiben dabei jedoch zugänglich und nachvollziehbar. Die Gäste sind von Nico Kuckenburgs Kreationen begeistern.
Die Speisekarte startet mit kleinen Aufmerksamkeiten wie warmem Miniaturbrot, begleitet von Butter und Olivenöl. Die Vorspeisen überraschen mit Raffinesse: „Kucki’s Sülze“ – eine Tafelspitzsülze mit Kartoffelschaum, knusprigen Kartoffelstückchen und frisch geriebenem Meerrettich – oder das Lachstartar mit Fächerkartoffel, Rauchschmand und Kräutercreme. Ein Höhepunkt ist „Himmel und Erd“: Blutwurst im knusprigen Kartoffelmantel, Birnenschaum und gepickelte Schalotten, begleitet von einem Riesling „Winkel Alte Reben Spätlese“ des Weinguts Hamm, der mit seiner Mineralität und feinen Fruchtnoten überzeugt.
Beim „Fisch des Monats“ setzt die Küche auf Zander: kross gebraten, serviert auf einer feinen Estragoncreme mit eingelegter gelber Bete, luftigem Senfschaum und Kräutern. Dazu kommen kleine Nocken aus Dauphin-Masse, gefüllt mit Brathering und etwas Sardelle – eine Art raffinierte Fischfrikadelle mit Queller, der für eine salzige Meeresnote sorgt. Begleitet wird das Gericht vom Weißburgunder „Klaver Stein“ 2024, einer Edition von Weinfachfrau Martina Glauberstein: feinfruchtig mit Anklängen von Mirabelle, Mango und Aprikose, getragen von einer lebendigen, filigranen Säure.
Beim Fisch des Monats setzt das Team auf Zander, kross gebraten auf Estragoncreme, eingelegter gelber Bete und luftigem Senfschaum. Kleine Nocken aus Dauphin-Masse, gefüllt mit Brathering und Sardelle, sorgen für salzige Meeresnoten. Dazu harmoniert der Weißburgunder „Klaver Stein“ 2024, fruchtig und elegant. Ein vielversprechender Weißwein von der Mosel aus der eigenen Edition von Weinfachfrau Martina Glauberstein.
Auch das Hühnerfrikassee erfährt eine spannende Neuinterpretation: sous-vide gegartes Maishähnchen unter knuspriger Haut, begleitet von Ragout aus weißen Bohnen, Schwarzwurzeln und Kohlrabi sowie Rahmsauce aus fermentierten Pilzen und Knochensud, serviert mit dem „Klaver Stein“ Rosé 2024 – trocken, mit zarten Fruchtnoten sowie schönem Nachhall.
Die Dessertkarte zeigt den verspielten, kreativen Ansatz des Hauses: ein moderner Käsekuchen mit Buttermilch-Würfeln, flüssigem Birnenkern, eingelegten Birnen und Eis – leicht, frisch, intensiv. Ebenso ein Erlebnis ist das hauseigene Softeis aus gerösteten Kaffeebohnen, Zartbitterschokolade und knusprigen Schokocrossies. Perfekt dazu passt der italienische Kirschweinlikör „La Mia Visciola“, dessen tief rubinrote Farbe und fruchtiges Aroma den Abschluss harmonisch abrunden.
Das „Richards“ ist mehr als ein Restaurant – es ist ein lebendiger Treffpunkt. Ein Ort für Gespräche, kulinarische Entdeckungen und lange, genussvolle Abende. „Gäste sollen Spaß haben und gerne kommen. Dieser Ort soll eine Reise wert sein. Gastfreundschaft, Ambiente, Essen und Getränke sollen eine Harmonie bilden“, sagt Nico Kuckenburg. Wer das Haus betritt, spürt sofort die Mischung aus Historie, Gemütlichkeit und moderner Eleganz – ein Gasthaus, das Tradition, zeitgemäßen Genuss und menschliche Wärme gelungen vereint.
Informationen:
Fotos: Carola Faber

