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Piastraia 2023: formidabler Bordeaux aus der Toskana

Giacomo Satta, Sohn des legendären Wein-Innovators Michele Satta, wird beinahe poetisch wenn es um den von ihm kreierten neuen Piastraia des Jahrgangs 2023 geht: „Es ist wie eine Sanduhr umzudrehen um den Fluss der Zeit auf eine unterschiedliche Art zu sehen: nicht, um einen Kreis zu schließen, sondern um einen neuen zu eröffnen, mit größerer Achtsamkeit und Verantwortung.“ Klar: die 2023er Ernte hat eine starke Botschaft! Denn das Ergebnis reflektiert voll die Vision von Giacomo Satta, der nun die unumstrittene Führungsfigur der zweiten Generation auf dem Weingut ist.

Nur noch Bordeaux-Rebsorten

Natürlich kann Giacomo, der 2017 in die Fußstapfen von Vater Michele trat, auf den umfangreichen Erfahrungs- und Wissensschatz bei der Herstellung des längst legendären Piastraia zurückgreifen. Immerhin ist es die dreißigste Ernte! Und folgerichtig wurde zu diesem Jubiläum auch ein veritables neues Weinetikett geschaffen, das den Ruf und Ruhm des Piastraia aus Bolgheri beziehungsweise Castagneto Carducci in gleich zwei grafischen Versionen eindrucksvoll darstellt. 

Verschiedene Weine des Weinguts. Foto: Michele Satta
Verschiedene Weine des Weinguts. Foto: Michele Satta

Aber schon 2019 hatte Giacomo einen ersten fundamentalen Schritt unternommen, als er aus diesem Blend der Extraklasse die Rebsorte Syrah verbannte. Nun folgte mit der 2023er Ernte ein weitere folgenschwerer Schritt. Seither ist auch die Superrebsorte der Toskana, der Sangiovese, nicht mehr im Piastraia vertreten. Dafür hat sich nun der Piastraia zu einem wahrhaft harmonischen Blend von Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot vereint. Mithin sind nunmehr ausschließlich Bordeaux-Varietäten im Piastraia – natürlich mit der kompletten Perfektion und modernen Klarheit jenes „Bolgheri-Codes“ interpretiert, der das Weingut Michele Satta seit jeher auszeichnet.

Der Piastraia 2023: pure Eleganz!

Für Giacomo Satta ist klar, dass dieser Wein mit bestmöglicher expressiver Präzision das Terroir des Weingutes widerspiegelt. Und keine Frage: „Der Piastraia ist der eleganteste Wein des Gutes.“ Er steht als und ist das Symbol um sich über die kommenden Jahre weiterzuentwickeln. Giacomos Önologen-Motto lautet denn auch: „Weniger Interpretation, mehr Präzision.“

Verkostung im Fasskeller. Foto: Michele Satta
Verkostung im Fasskeller. Foto: Michele Satta

Erstmals 1994 kam der Piastraia auf den Markt. Damals wollte Michele Satta Bolgheris internationale Weinrebsorten mit spezifischen mediterranen und toskanischen Nuancen vereinen und schuf so erst einmal einen Piastraia Bolgheri DOC. Erst 2012, als die Weinberge ihre volle Reife besaßen, entschloss sich Michele Satta zum ersten Piastraia Bolgheri Superiore DOC, der nun auch die nötige Komplexität und Tiefe für dieses Klasse-Siegel besaß. Nun also der dritte Entwicklungsschritt durch den Sohn: Basis für Giacomo Satta ist die separate Fermentierung jeder Rebsorte in 30-Hektoliter-Zementtanks. 

Danach folgten Wechsel und Reifung in Barriques (französiche Eiche). Vierzig Prozent der Fässer waren dabei neu, Die Reifung dauerte zwölf bis 18 Monate. 

Nun zeichnet diesen Wein die klare, strenge Handschrift von Giacomo Satta aus. Geblieben ist die außergewöhnliche Eleganz dieses Weins, was Handel und Markt seit über einem Jahrzehnt goutieren. Bestechend ist auch seine Langlebigkeit: zwanzig Jahre sind sicher! Kein Wunder daher, dass James Suckling für diese innovative dreißigste Edition des Piastraia Bolgheri Superiore DOC 2023 schon jetzt satte 97 Punkte vergab! Er ist zurecht das formidable Aushängeschild des Weingutes Michele Satta. 

 

Informationen:

Weingut Michele Satta: www.michelesatta.com/en

Fotos: Michele Satta

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