Die scheinbar ewig junge, gebürtige Rheinländerin hat nun den Staffelstab an Pascal Billard übergeben. Es ist Zeit zurückzublicken und zu attestieren, wie sehr das Meurice die Herzen der Touristen aus dem DACH Raum hat erobern können. Hierfür muss es Gründe geben. Die beiden wichtigsten Trümpfe scheinen sicherlich Konstanz und Innovationsfreude zu sein.
Ein Blick auf das weltweite Personalkarussell der Luxushotellerie erinnert heute zunehmend an eine Achterbahnfahrt, die Halbwertzeiten der Verweildauer der Manager sinkt von Jahr zu Jahr, von Generation zu Generation. Kaum scheinen die Büros bezogen, schweift der Blick schon wieder in die Ferne. Warum dies so ist, darüber kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich stehen Eigen- und Partikularinteressen der Manager hier im Vordergrund. Das kam für Holtmann im Meurice nie in Frage.
Die 18 Jahre an der Spitze dieses Hauses waren gefüllt mit Innovationen und Ideen, die schnell von der Konkurrenz kopiert wurden, um nicht deren Anschluss zu verlieren. Holtmann setzte für alle die Standards, sie hatte schnell erkannt, dass auch neue Zielgruppen für eine erfolgreiche Zukunft anzusprechen sind und so konvertierte sie gleich zu Beginn ihrer Ära den berühmten Wintergarten im Erdgeschoss in das erste Bistro Restaurant eines Palasthotels an der Seine. Bis heute hat das von Philippe Starck mit surrealistischen Noten gestaltete ‚Le Dali‘ seine feste Pariser Kundschaft. Auch führe Holtmann als erste hochwertige Daunen Duvets in allen 160 Zimmern und Suiten des Hotels ein. Bis dato schlief man in Pariser Luxushotels noch in Wolldecken. Mit ihr sollte sich das gründlich ändern.
Pascal Billard folgt Franka Holtmann
Obwohl Holtmann bereits Anfang des Jahres in Ruhestand ging, hat sich das Hotel für die Benennung des Nachfolgers viel Zeit genommen. Wer glaubte, mit ihrer Demission würde gleich ein neuer Direktor einziehen, wurde überrascht. Für Billard, der bereits von 2009 bis 2013 als Resident Manager im Hôtel Plaza Athénée tätig war, ist dies eine willkommene Rückkehr zur Dorchester Collection, nachdem er in den letzten zwölf Jahren die Position des General Managers im Majestic Hotel & Spa Barcelona innehatte.
Billard ist Franzose und studierte ursprünglich an der Jean Drouant Hospitality School in Paris. In seiner letzten Position bei der Majestic Hotel Group war er für die Neupositionierung des Flaggschiff-Hotels der Marke in Barcelona am Passeig de Gràcia verantwortlich. Christopher Cowdray, Präsident der Dorchester Collection, ergänzt: „Wir freuen uns sehr, Pascal Billard in der Dorchester -Sammlung zurückzugewinnen. Seine umfangreiche Erfahrung im Luxus -Gastfreundschaftssektor, einschließlich seiner Facherfahrung im Essen und Getränke, macht ihn zum perfekten Kandidaten, um diese Rolle zu übernehmen.“
Auch Billard ist angetan: „Es ist ein Privileg, nach Paris zurückzukehren und eine Rolle im Vermächtnis der bemerkenswerten Le Meurice zu spielen. Ich freue mich darauf, mit dem engagierten Team des Hotels weiterzuarbeiten, um weiter auf seinem Ruf aufzubauen, als ein lebendiger, kultureller und kulinarischer Hub in Paris.“
Neue Pop Up Suite für immersive Erlebnisse
Er beginnt seine neue Generaldirektion gleich mit einem Paukenschlag. Ab diesem Herbst bietet das Le Meurice für einige Wochen mit der Suite 1835 die erste Pop Up Suite im Luxussegment an der Seine in Kooperation mit dem Designlabel Thing From. Das Label wurde 2021 von der Pariser Modeberaterin und Stylistin Géraldine Boublil und Jessica Solnicki ins Leben gerufen. Marken wie Frette, Krista Kim, Willy Rizzo und The Sandbox, einem Web3-Spezialisten, zählten bislang zu deren Kunden. Durch Installationen sollen immersive Erlebnisse, Hochtechnologie und traditionelle Handwerkskunst miteinander verbunden werden. Und nun also eine Suite für das Le Meurice.
Der Trick sind maßgeschneiderte Möbel, die sich nach und nach beleuchten, wenn sich die Gäste durch den Raum bewegen. In der Mitte dient ein Aluminiumteppich als Basis für eine integrierte Licht- und Klanginstallation, ein an die Suite angrenzender Raum ist in einen Meditationsbereich umgewandelt worden. Zwischen Lichtspielen und Klanglandschaften sitzt der Gast auf Bodenmatten und wird durch ein kontemplatives Meditationserlebnis geführt. Ein quadrophonisches Soundsystem, das mit unterschiedlichen Lichtfrequenzen synchronisiert ist, gibt den Ton für das gesamte Erlebnis an.
Auf die Reaktionen der ersten Gäste für ein Projekt, das an der Schnittstelle zwischen Design, digitaler Technologie und Wohlbefinden angesiedelt ist, darf man gespannt sein. Ob das Le Meurice auch hier einen neuen Trend setzen wird?
Informationen:
www.dorchestercollection.com/paris/le-meurice
Fotos: Dorchester Collection

