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Kempinski Palace Engelberg: mit Belle Époque in eine neue Epoche

Übersehen kann man das Kempinski Palace Engelberg beim Durchqueren des kleinen Ortes in der Zentralschweiz kaum. Es ist das mit Abstand imposanteste Haus dieser kleinen Alpenstadt im Kanton Obwalden. Die Imposanz und Stattlichkeit resultiert aus Entwürfen und der daraus resultierenden Auftragsarbeit des lokalen Hoteliers Eduard Cattani (1841 – 1908). Wie ungewöhnlich und innovativ muss das Haus, dass 1904 als Grandhotel Winterhaus eröffnet wurde, auf die ersten Besucher gewirkt haben? Und als vielleicht DAS Paradeobjekt der Belle Époque Zeit in der Region überhaupt, ist das Gebäude nach nunmehr fünfjähriger Renovierungs- und Bauzeit ein wahres Hospitality-Schmuckstück geworden.

So sehr das Gebäude durch Außenfassade mit dem eleganten hellen Farbton und die zahlreichen ovalen Balkone eine fast majestätische Eleganz versprüht, so formvollendet präsentiert sich schon die Lobby beim Eintritt durch den Haupteingang. Helle Materialien, großes Sitzmobiliar, Lichtinstallationen, die den Raum unaufdringlich beleuchten, am oberen Bereich verzierte Säulen, die einen direkten Übergang zu der kassettenartigen Decke schaffen.

Lobby: hell, freundlich, elegant. Foto: Kempinski Hotels
Lobby: hell, freundlich, elegant. Foto: Kempinski Hotels

Ohnehin spielt sich das Leben in diesem Hotel komplett im Erdgeschoss ab. Nur wenige Meter von der Lobby entfernt befindet sich die Habanos Cigar Lounge, die, wie noch des Öfteren in Schweizer Hotels vorkommend, fast schon traditionell implementiert wurde. Dunkles Holz an den Wandflächen, helle Polstermöbel. Die Lounge im Kempinski hat nur noch wenig gemein mit den „schweren“ Lounges mit Ledersesseln, wie sie ansonsten noch vielfach anzutreffen sind.

Terrasse: place-2-be

Wiederum nur wenige Meter weiter schließt sich die „The Palace Bar“ an, ehe es, eben diese passierend, schon auf die Terrasse des Cattani Restaurants geht. Tagsüber und an warmen Sommertagen der place-2-be. Denn trotz der Lage auf 1000 Höhenmetern und dem angrenzenden Skigebiet, ist Engelberg durchaus als Ganzjahresdestination anzusehen. Es ist die unverbaute Natur, die Weitläufigkeit, die im Norden am Vierwaldstättersee erst endet. Und wer mit dem Wagen anreisen sollte – obschon auch die Möglichkeit besteht Engelberg mit der Bahn zu erreichen (die Bahnstation ist nur einen Steinwurf vom Hotel entfernt) – wird während der Fahrt mit einer wunderschönen Aussicht auf die Region und Bergwelt belohnt. Vorbei geht es, aus Norden kommend, an dem kleinen Eugenisee, die TITLIS Bergbahnen und der Engelberg-Großtitlisschanze, ehe man wenige Minuten später in der Stadtmitte auf das Kempinski Palace trifft.

Aussicht auf die Berge inklusive. Foto: Kempinski Hotels
Aussicht auf die Berge inklusive. Foto: Kempinski Hotels

Cattani Restaurant: Moderne und Historie

Das Cattani Restaurant im Erdgeschoss ist durch seine Namensgebung ein Verweis auf den Erbauer des Hauses, welcher sich in Engelberg durch weitere Gebäude wie das Hotel Titlis (1865) und die Kuranstalt (1898) einen Namen machte. Er war als Initiator und Mitbegründer des Kur- und Verschönerungsvereins Engelberg maßgeblicher Förderer des Auf- und Ausbaus seiner Heimatgemeinde zum Kur- und Fremdenort. Und dies eben bis hin zu dem Bau des 1904 eröffneten Grandhotel Winterhaus, dem heutigen Kempinski Palace.

Verantwortlich für die kulinarischen Geschicke des Hauses ist Michéle Müller. Die 39-jährige Berlinerin kommt zwar als Executive Sous Chef aus dem Hotel Adlon nach Engelberg, ist aber schon mehrfach in der Schweiz angestellt gewesen. Neben dem Ferienart Resort & Spa in Saas Fee (Sous Chef), dürfte den meisten Genießern ihre Station in Pontresina im Kronenhof (2000 bis 2002 als Chef de Patisserie) ein Begriff sein. „Die Schweiz hat eine fantastische kulinarische Tradition und Esskultur“, sagt Müller, womit sie absolut richtig liegt. Und so ist die Karte des Hotels genau das, was die Schweiz im kulinarischen Sinne so besonders macht: ein Crossover aus Moderne, Regionalität und Historie.

Das Cattani Restaurant. Benannt nach dem Erbauer des heutigen Kempinski Palace. Foto: Kempinski Hotels
Das Cattani Restaurant. Benannt nach dem Erbauer des heutigen Kempinski Palace. Foto: Kempinski Hotels

Es heißt schon auf der ersten Seite der Menükarte: „Gegrillte Fischspezialitäten von regionalen Produzenten, sowie bestes Gemüse von den Feldern der Umgebung lassen Gäste die Natur und Qualität der Schweiz auf dem Teller schmecken. Unser Fleisch wird auf dem 800 Grad Celsius heißen Grill zubereitet und kommt aus den besten Regionen der Schweiz.“ Und ein kurzer Blick reicht, um die Qualität der verwendeten Produkte zu erkennen.

Denn die Lieferanten der Produkte sind aufgeführt und alles auf der Karte ist gut nachvollziehbar. So kommen beispielsweise die Felchen vom Vierwaldstättersee, Kalb, Rind und Schwein aus direkter Nachbarschaft aus Wolfenschiessen oder eben auch verschiedenste Käse aus der Region (Marbach, Stans). Und dass eben nicht nur Regionalität zählt, sondern besonders der Geschmack im Fokus des Restaurants steht, davon konnten wir uns schon beim servierten Burrata mit bunten Tomaten überzeugen. Geschmacklich sehr schön, die frische Sahne und die fein-süße Note dieses „Mozzarella“ war schon besonders.

Burrata von der Bergkäserei Marbach. Foto: Michael Schabacker
Burrata von der Bergkäserei Marbach. Foto: Michael Schabacker

Der leicht gebeizte Lachs zur Vorspeise wurde mit Senfgurke und einer kleinen Portion Senfsaat gereicht – natürlich auch „Swiss Salmon“ (aus Lostallo, Graubünden) in toller Qualität. Zur Hauptspeise kamen „Zentralschweizer Lammrack mit Honig und Bergkräuterkruste, Knoblauch Gnocci, auf Salz gebackene Schalotten“ und ein „Veal Flank steak mit Spargel Carbonara Art mit Sbrinz (Hartkäse aus der Innerschweiz)“ an den Tisch. Auch hier zeigte sich bei beiden Gerichten sehr schön der Bezug zur Region bzw. zum Land und eine wirklich einmalige Produktqualität.

Das Cattani Restaurant ist am Abend zwingend eine Dinner-Empfehlung. Aber am Morgen verwandelt es sich in einen Frühstücks(t)raum, der den Tag wirklich erleuchten lässt. Auch hier wieder lokale Schwerpunkte: Käse aus der Region, Waffeln mit Beerenkompott, Buttermilch Pancakes mit Blaubeeren, geräucherter Lachs mit pochiertem Ei, Schweizer Rösti mit Honig glasiertem Schinken, Engelberger Palace Bowl oder auch geräucherte Forelle mit Eier-Kartoffelsalat. Hier nicht zu verweilen, wäre fast schon sträflich.

Frühstückgenuss: French Toast mit geräuchertem Lachs und Dill Crème fraîche. Foto: Michael Schabacker
Frühstückgenuss: French Toast mit geräuchertem Lachs und Dill Crème fraîche. Foto: Michael Schabacker

Spa mit Ausblick

Und wenn der Tag so richtig gut weitergehen soll, ist ein Aufenthalt im Spa des Kempinski Palace in der obersten Etage sicher eine gute Idee. Infinity-Pool, verschiedene Saunen, Dampfbad und Eisbrunnen stehen bereit; danach lockt im 880qm² Spa ein Ruheraum der einen einmaligen Blick auf die umliegende Schweizer Berglandschaft bietet…


Information:

KEMPINSKI PALACE ENGELBERG, www.kempinski.com/en/engelberg/kempinski-palace-engelberg

Fotos: Kempinski Hotels, Michael Schabacker

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