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Jan Hartwig ist Deutschlands Nummer eins

Für einen Moment gehört die Bühne ganz Jan Hartwig. Applaus brandet durch die Halle, Kameras richten sich auf den Münchner Spitzenkoch, Gratulationen werden ausgetauscht. Hartwig ist die neue Nummer eins der 100 Best Chefs Germany 2026. Sein Restaurant JAN in München steht seit Jahren für eine eigenständige, moderne Küche – 2026 führt er nun auch das von der Branche gewählte Ranking an. Das Restaurant hält zudem drei Michelin-Sterne.

Damit findet der erste Tag der Rolling Pin.Convention Germany 2026 im Düsseldorfer Areal Böhler einen seiner großen Höhepunkte. Und der passt zu einer Veranstaltung, bei der sich an diesen beiden Tagen alles um Menschen dreht, die Gastronomie gestalten, verändern und immer wieder neu denken.

Große Namen, unterschiedliche Geschichten

Neben Jan Hartwig werden zahlreiche weitere Persönlichkeiten ausgezeichnet. Der Lifetime Achievement Award geht an Joachim Wissler. Mehr als zwei Jahrzehnte war er das prägende Gesicht des Vendôme und hat damit die Entwicklung der deutschen Fine-Dining-Szene mitgestaltet. Ende 2025 übergab er die Küchenleitung an Dennis Kuckuck.

Jan Hartwig (links) bei der Preisverleihung. Foto: Carola Faber
Jan Hartwig (links) bei der Preisverleihung. Foto: Carola Faber

Auch die nächste Generation rückt stärker ins Rampenlicht. Nathalie Leblond vom Münchner Les Deux erhält den Titel Female Chef of the Year. Ihre französisch geprägte Küche verbindet sie mit einem modernen gastronomischen Konzept, das Gourmetrestaurant und Brasserie umfasst.

Als Rising Star wird Jens Madsen vom THE CLOUD by Käfer in der BMW Welt geehrt. Das erst 2025 eröffnete Restaurant erhielt bei seiner ersten Michelin-Bewertung zwei Sterne. Madsens Idee des „Culinary Nomadism“ bringt Erfahrungen aus seinen Reisen mit Produkten und Einflüssen aus der heimischen Küche zusammen.

Gastronomie ist Teamarbeit

Die Awards erzählen allerdings nicht nur von den Köchen, deren Namen über den Restauranttüren stehen. Sie machen sichtbar, wie viele Menschen hinter einem gastronomischen Erlebnis stehen.

Tim Mälzer beim Meet & Greet. Foto: Carola Faber
Tim Mälzer beim Meet & Greet. Foto: Carola Faber

In der Patisserie wird Luise Grottenthaler aus dem AURA by Alexander Herrmann & Tobias Bätz ausgezeichnet. Jonas Kostal vom Berliner Tulus Lotrek erhält den Titel Sous Chef des Jahres. Im Service geht der Award Maître des Jahres an Vanessa Herrmann vom Esplanade.

Und sogar der Spülbereich bekommt die große Bühne: Marco Tardt vom L.A. Jordan wird als Spüler des Jahres ausgezeichnet. Eine Kategorie, die vielleicht mehr als jede andere daran erinnert, dass ein Restaurant nur funktioniert, wenn viele Zahnräder ineinandergreifen.

Auch das Unternehmertum gehört zum Bild. Georg Broich von BROICH Catering wird als Hospitality Innovator of the Year geehrt, Moritz Haake erhält den Titel Restaurateur of the Year. Haake steht hinter mehreren gastronomischen Konzepten; 2026 kam mit dem RAYA ein weiteres hinzu.

Eingangsbereich zur Verleihung. Foto: Carola Faber
Eingangsbereich zur Verleihung. Foto: Carola Faber

12.000 Menschen und sechs Bühnen

Doch die Rolling Pin.Convention ist weit mehr als eine Award-Veranstaltung. Das Areal Böhler bildet bei der Veranstaltung einen Treffpunkt der internationalen Gastronomie. Mehr als 100 Speaker standen auf den Bühnen, dazu kamen Cooking Demonstrations, Masterclasses, Tastings, Meet & Greets und eine mehr als 6.000 Quadratmeter große Expo.

Die ursprünglich mit mehr als 10.000 Teilnehmern angekündigte Veranstaltung erreichte in diesem Jahr einen neuen Rekord: 12.000 Menschen kamen zur Convention. Damit wird spürbar, wie groß das Bedürfnis nach Austausch in einer Branche ist, die sich permanent verändert.

Einer der prominentesten Gäste war Jamie Oliver. Für den britischen Koch, Unternehmer und Bestsellerautor ist der Auftritt in Düsseldorf eine Premiere. Neben ihm standen internationale und deutsche Größen wie Rasmus Munk, Tim Mälzer, Tim Raue, Tohru Nakamura und Jan Hartwig auf den Bühnen.

Chefs Stage. Foto: Carola Faber
Chefs Stage. Foto: Carola Faber

Zwischen Inspiration und Realität

Was die Convention interessant macht, ist gerade die Mischung. Hier geht es um Spitzenküche und große Visionen – aber ebenso um Personal, Ausbildung, wirtschaftliche Fragen, Produkte, Technik und die Zukunft des Gastgebertums.

Auf den Bühnen wurden Gerichte demonstriert und Techniken erklärt, in den Masterclasses wurde diskutiert und in der Expo entstanden Gespräche oft ganz beiläufig. Zwischen einem Vortrag und dem nächsten trafen sich Kollegen, Küchenchefs, Sommeliers, Produzenten, Hoteliers und Unternehmer.

Auch deshalb gehören die Awards zu den emotionalsten Momenten. Die Auszeichnungen wurden nicht von einer anonymen Jury im Hintergrund vergeben: Die Rolling-Pin-Awards entstehen aus Nominierungen und einem anschließenden Voting innerhalb der Gastronomie- und Hospitality-Branche.

Die Rolling Pin.Convention 2026 zeigte damit ein ziemlich genaues Abbild dessen, was die Gastronomie derzeit beschäftigt: große Namen und neue Talente, Handwerk und Unternehmertum, Restaurantküche und Hospitality, Tradition und die Suche nach neuen Wegen.


Informationen:

100 Best Chefs 2026

Fotos: Carola Faber

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