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Im Bann des Wassers

Manche liegen eingebettet zwischen Bergen, andere grenzen an pulsierende Metropolen oder erscheinen nur in seltenen Jahren als Wasserfläche inmitten trockener Wüsten. Als Orte der Erholung, der Artenvielfalt und des Entdeckens eröffnen sie Reisenden immer wieder neue Blickwinkel auf ihre Umgebung. Von Australien über Europa bis nach Amerika führt diese Reise zu fünf Seen, die durch ihre Größe, ihre Schönheit oder ihre Einzigartigkeit herausragen.

Kati Thanda-Lake Eyre: Wüste auf Zeit

Der Kati Thanda-Lake Eyre liegt 700 Kilometer nördlich von Adelaide im Herzen des südaustralischen Outbacks und ist mit über 9.000 Quadratkilometern Australiens größter Salzsee sowie der tiefste Punkt des Kontinents. Den größten Teil des Jahres ist er eine gleißend weiße Salzpfanne umgeben von roten Dünen. Dies macht die Flutung des Sees zu einem der seltensten Naturschauspiele der Erde: In 160 Jahren Aufzeichnungsgeschichte hat sich der See nur viermal vollständig gefüllt. Das vierte Mal geschieht gerade jetzt, im Jahr 2026. Wenn Monsunregen über Queensland fällt, strömt Wasser nach Süden. Die Salzpfanne löst sich auf, das Wasser schimmert in Blau, Rosa und Weiß. Experten vergleichen den Anblick mit einem lebenden Gemälde des Künstlers Albert Namatjira, sichtbar selbst aus dem Weltraum. Mit dem Wasser kommen Millionen von Zugvögeln nach Südaustralien: Pelikane, Säbelschnäbler und Watvögel aus China und Japan. Den Namen „Kati Thanda“ trägt der See seit 2012. Er entstammt der Sprache der Arabana, den traditionellen Hütern dieses Landes, die seit Jahrtausenden in dieser Region leben. Wer diese faszinierende Landschaft sehen möchte, fliegt etwa mit Wright’s Air von William Creek oder Coober Pedy über das Salzmeer.

Lake Ontario: Torontos großes blaues Hinterzimmer

Der Lake Ontario ist der kleinste der fünf Großen Seen und gleichzeitig der am dichtesten besiedelte: An seinen Ufern leben mehr Menschen als an jedem anderen der Großen Seen. Toronto liegt direkt am Nordufer und macht aus dieser geografischen Tatsache ein Stadtgefühl, das so kaum eine andere Metropole bietet. Das Wasser kühlt das Ufer im Sommer um bis zu zehn Grad Celsius ab. Wem es doch zu warm wird, der findet an einem der insgesamt acht Blue-Flag-zertifizierten Strände Torontos Abkühlung: von dem familienfreundlichen Centre Island Beach bis zum naturbelassenen Hanlan’s Point Beach. Wer den See vom Wasser aus erleben möchte, steigt auf dem historischen Dreimaster Kajama ein, einem 165 Fuß langen Schooner, der seit 1930 auf dem Lake Ontario unterwegs ist, oder paddelt bei Sonnenuntergang auf SUPs mit LED-illuminierten Rudern an den Inselhäusern des Toronto Island-Archipels entlang. Das 13 Inseln umfassende Archipel direkt vor der Skyline ist eines der auffälligsten Merkmale der Stadt: ein Vogelschutzgebiet, ein Freizeitrevier und ein natürlicher Kontrast zum dichten Stadtbild, alles innerhalb einer kurzen Fährfahrt vom Harbourfront Centre.

Naturwunder Lake Tahoe und Mono Lake: Seenlandschaften als Zeitzeugen

Wasser formt Landschaften – mal weit und offen, mal geheimnisvoll verborgen. Die USA feiern in diesem Jahr 250-jähriges Bestehen, doch ihre Seen zeugen von viel mehr Geschichte(n). Der Lake Tahoe zählt zu den klarsten und tiefsten Bergseen Nordamerikas und liegt auf rund 1.900 Metern Höhe in der Sierra Nevada an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Umgeben von dichten Kiefernwäldern, Granitgipfeln und romantischen Buchten, erstaunt der blau-türkis strahlende See mit einem abwechslungsreichen Outdoor-Programm zu jeder Jahreszeit. Orte wie South Lake Tahoe bieten Zugang zu Stränden, Wanderwegen und Wassersport, während er im Winter zum Eldorado für Skifahrer wird. Ganz anders präsentiert sich der Mono Lake östlich der Sierra Nevada: Der jahrtausendealte Salzsee ist bekannt für seine surrealen Kalksteinformationen, die sogenannten Tufa Towers, die wie Skulpturen aus dem Wasser ragen. Besonders bei Sonnenaufgang entsteht durch Lichtreflexionen eine fast unwirkliche, fotografisch einzigartige Szenerie. Reisende, die derartige Naturwunder in ihre Route integrieren möchten, können über den KI-gestützten TripPlanner von AmericaTheBeautiful individuelle Reiserouten erstellen und sich inspirieren lassen, diese kontrastreichen Landschaften in einer Reise zu verbinden.

Foto: Illinois Office of Tourism

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