Damit trägt nach vielen Jahren wieder eine Vertreterin des nördlichsten deutschen Weinbaugebiets die Krone. Für Paula Löber ist sie weit mehr als ein Symbol. Sie möchte das Amt nutzen, um deutschen Wein insbesondere für eine jüngere Generation zugänglicher zu machen – modern, persönlich und ohne Berührungsängste.
„Ich möchte junge Erwachsene stärker für unsere Weine begeistern“, sagt sie nach ihrer Wahl. Wein sei ein Kulturgut, das Geschichten über Landschaften, Menschen und Traditionen erzähle. Genau diese Geschichten möchte sie künftig erzählen.
Wissen trifft Bühnenpräsenz
Dass sie vor großem Publikum souverän auftreten kann, hat Paula Löber an diesem Abend eindrucksvoll bewiesen. Gemeinsam mit vier weiteren Finalistinnen stellte sie sich den unterschiedlichen Aufgaben des Wettbewerbs. Gefragt waren Fachwissen und Spontaneität, ebenso wie die Fähigkeit, Wein verständlich und lebendig zu vermitteln.
Eine besondere Herausforderung war die verdeckte Verkostung. Nur 45 Sekunden blieben, um Rebsorte und Herkunftsgebiet eines Weines zu bestimmen. Moderator Holger Wienpahl führte durch den Abend, während sich die Spannung im Saal zunehmend steigerte.
Am Ende entschied ein Zusammenspiel aus Fachjury und Publikum über die neue Königin. Kathrin Knierim aus Rheinhessen und Natalie Schäfter aus Württemberg stehen ihr als Deutsche Weinprinzessinnen zur Seite. Gemeinsam bilden sie den neuen Jahrgang der Deutschen Weinmajestäten.
Zwischen Weinberg und internationalem Unternehmen
Für Paula Löber ist die Weinwelt kein fremdes Terrain. Ihre berufliche Geschichte begann im Landesweingut Kloster Pforta. Dort lernte sie unterschiedliche Facetten des Weinbaus kennen – von kaufmännischen Aufgaben über die Arbeit im Weinberg und Keller bis zur Organisation von Verkostungen und Führungen.
Ihr Wissen vertiefte sie in einem fünfjährigen Studium der Land- und Lebensmittelwirtschaft. Bei Rotkäppchen-Mumm in Freyburg beschäftigte sie sich anschließend in ihren Abschlussarbeiten mit den Strukturen eines international agierenden Unternehmens. Bis heute arbeitet sie dort an Projekten rund um Umwelt, Energie, Technik und Qualität und kennt dadurch auch Standorte im Rheingau und in Baden.
Geboren in Stendal, ist Saale-Unstrut längst ihre Weinheimat geworden. Als Gebietsweinkönigin hat sie die Region bereits als Weinlandschaft, aber auch als kulturell lebendigen Lebensraum präsentiert. Nun bekommt ihre Stimme eine deutlich größere Bühne.
Eine Krone mit zeitgemäßem Auftrag
Rund 200 Termine im In- und Ausland stehen im kommenden Jahr auf dem Programm. Messen und Weinveranstaltungen gehören ebenso dazu wie Fachgespräche, Empfänge und weinbaupolitische Termine. Die drei Majestäten werden damit zu Botschafterinnen der deutschen Weinwirtschaft.
Paula Löber möchte das Amt bewusst in die Gegenwart führen. Digitale Kommunikation und soziale Medien gehören für sie selbstverständlich dazu. Gleichzeitig soll die Krone ihren symbolischen Wert behalten: als sichtbares Zeichen für die deutsche Weinkultur und die Menschen, die hinter den Weinen stehen.
Auch Themen wie Nachhaltigkeit, die Profilierung der einzelnen Anbaugebiete und eine starke Marke „Deutscher Wein“ liegen ihr am Herzen. Entscheidend sei, komplexe Inhalte so zu vermitteln, dass sie auch Menschen erreichen, die bisher wenig Berührung mit Wein haben.
Fotos: Carola Faber

