Die Mitglieder sind nicht älter als 35 Jahre und verstehen sich als Botschafter ihrer Regionen, Betriebe und einer modernen Weinkultur. Im Weinberg, im Keller und auf internationalen Märkten verbinden sie Herkunft mit Innovation und zeigen, wie vielfältig deutscher Wein heute sein kann. Im Mittelpunkt steht der Gedanke der Gemeinschaft. Statt Konkurrenz prägen Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, voneinander zu lernen, das Netzwerk. Gerade in Zeiten von Klimawandel, veränderten Konsumgewohnheiten und wachsendem internationalem Wettbewerb setzt die junge Winzergeneration wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Branche.
Vielfalt, Innovation und Leidenschaft
Der Name Generation Riesling verweist auf Deutschlands wichtigste Rebsorte. Riesling steht weltweit für Präzision, Herkunft und Vielfalt – zugleich symbolisiert er die gesamte Bandbreite deutscher Weine. Die Initiative versteht sich deshalb als offene Plattform für alle Rebsorten, Regionen und Stilrichtungen. Getragen wird die Bewegung von gemeinsamen Werten: Experimentierfreude, Zusammenhalt, handwerkliche Qualität, Innovationskraft und Leidenschaft. Die Mitglieder wagen neue Wege in Weinbau, Kellerwirtschaft und Vermarktung, ohne dabei ihren Qualitätsanspruch aus den Augen zu verlieren. Offenheit für Veränderungen und der Mut zum Ausprobieren machen sie zu wichtigen Gestaltern des Generationswechsels im deutschen Weinbau.
Vor allem aber verbindet die Generation Riesling die Begeisterung für ihr Handwerk. Hinter jedem Wein stehen Menschen mit Charakter, Überzeugung und einer engen Verbundenheit zu ihrer Herkunft. Unter dem Motto „One for all. All for wine.“ zeigen sie, wie modern, vielfältig und international deutscher Wein heute ist – und wie seine Zukunft gestaltet wird.
Tradition mit Blick auf die nächste Generation
Seit gut 400 Jahren wird im rheinhessischen Weinolsheim in der Familie Gröhl Weinbau betrieben – eine lange Tradition, die das Weingut bis heute prägt und zugleich den Blick nach vorn richtet. Mit Franziska und Johannes Gröhl steht inzwischen die 13. Generation an der Spitze des Familienbetriebs. Ihr Anspruch ist es, Weine und Sekte zu schaffen, die Herkunft, Qualität und Persönlichkeit authentisch zum Ausdruck bringen.
Dabei treffen unterschiedliche Generationen, Erfahrungen und Perspektiven aufeinander. Diskussionen über Stilistik, Ausbau oder innovative Ideen gehören ebenso zum Alltag wie das gemeinsame Streben nach höchster Qualität. Aus diesem lebendigen Austausch entstehen charakterstarke Weine mit unverwechselbarer Handschrift – verwurzelt in der Tradition und zugleich offen für neue Wege. Vom mineralisch geprägten Riesling über elegante Spätburgunder bis hin zu Sekten aus traditioneller Flaschengärung – jede Kreation trägt die Handschrift der Familie Gröhl und spiegelt ihre Leidenschaft für Wein ebenso wider wie ihr über Generationen gewachsenes Können.
So überzeugt etwa der 2022 Pettenthal Nierstein Roter Hang Riesling mit seinem Schmelz, seiner Mineralik, der Steinobstnote und Komplexität. Auch der elegante Cuvèe Sekt Pure brut nature aus Pinot-Noir-Trauben gefällt mit vielschichtiger Aromatik und einer feinen Frucht von roten und dunklen Waldbeeren. Eine zarte Perlage verleiht dem „Pure“ seine harmonische Abrundung.
Besonders wichtig ist der Familie ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur. Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern seit Jahren fester Bestandteil der Arbeit. 2022 begann die Umstellung auf ökologischen Weinbau, seit 2025 tragen die Weine das EU-Bio-Siegel. Im Weinberg setzt das Team auf artenreiche Begrünung, die den Boden schützt, Nützlingen Lebensraum bietet und die Biodiversität fördert. Gleichzeitig stärkt sie die natürliche Bodenfruchtbarkeit und verbessert die Wasserspeicherung.
Auch der Erhalt alter Rebanlagen spielt eine zentrale Rolle. Statt bestehende Weinberge zu roden, werden ausgefallene Reben von Hand ersetzt. Einige der ältesten Stöcke des Weinguts sind mehr als 80 Jahre alt und liefern zwar geringere Erträge, dafür aber Trauben mit besonderer Konzentration und Ausdruckskraft. So verbindet das Weingut Gröhl historische Wurzeln mit einem modernen Verständnis von nachhaltigem Weinbau.
Drei Generationen, eine gemeinsame Leidenschaft
Im Bastianshauser Hof wird Wein nicht nur erzeugt – er ist ebenfalls Teil der Familiengeschichte. Seit mehr als sieben Jahrzehnten entwickelt sich das rheinhessische Weingut kontinuierlich weiter und wird heute von mehreren Generationen gemeinsam geprägt. Jede bringt ihre eigenen Erfahrungen, Ideen und Perspektiven ein.
Den Grundstein legten Sebastian und Edelgard Erbeldinger, die einen gemischten landwirtschaftlichen Betrieb Schritt für Schritt zu einem reinen Weinbaubetrieb ausbauten. Heute führen Ilke und Ralf Erbeldinger das Weingut und verbinden bewährtes Wissen mit neuen Impulsen. Mit den Geschwister Theresa und Sebastian Erbeldinger, die ebenfalls zur GenR gehören, steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern.
Im Mittelpunkt steht bei dem Familienbetrieb die Überzeugung, dass gute Weine nur im Einklang mit der Natur entstehen. Deshalb werden die Weinberge seit 2017 nach den Richtlinien des ökologischen Weinbaus bewirtschaftet. Alle Weine sind biologisch zertifiziert und vegan. Das Ergebnis sind charakterstarke Weine, die Herkunft und Jahrgang authentisch widerspiegeln. Zum Sortiment gehören unter anderem klassische Rheinhessen-Weine wie der Riesling 2025 und der Edelgard Riesling 2025, die die Handschrift des Hauses besonders deutlich zeigen.
Mit dem Sauvignac 2025 setzt das Weingut zugleich auf innovative Rebsorten und neue geschmackliche Akzente. Im Premiumbereich stehen der Heiligkreuz Chardonnay 2023 sowie die Pinot-Noir-Linie mit dem Rosé 2024, dem Pinot Noir 2023 und dem Pinot Noir XXX 2022 für Eleganz und Tiefgang. Ergänzt wird das Angebot durch „Sero Prickelnd“, eine alkoholfreie Alternative mit weniger als 0,5 Volumenprozent Alkohol.
So verbindet der Bastianshauser Hof Tradition, Nachhaltigkeit und Innovationsfreude zu einem modernen Weinprofil, das die Handschrift einer engagierten Winzerfamilie trägt und gleichzeitig offen für die Wünsche einer neuen Generation von Weinliebhabern ist.
300 Jahre Weinbau zwischen Tradition und Innovation
Am Fuße des Petersbergs in Bechtolsheim verbindet das Weingut Bretz eine außergewöhnlich lange Familiengeschichte mit einem modernen Verständnis von Weinbau. Seit rund 300 Jahren und mittlerweile zehn Generationen widmet sich die Familie dem Wein – und entwickelt ihren Betrieb kontinuierlich weiter, ohne die eigenen Wurzeln aus den Augen zu verlieren.
Die rund 40 Hektar Rebfläche profitieren von einem besonderen Terroir. Löss, Lehm und Muschelkalk prägen die Böden rund um den Petersberg und verleihen den Weinen Tiefe und Eigenständigkeit. Neben klassischen Rheinhessen-Rebsorten wie Riesling, Gewürztraminer oder Burgunder finden sich auch internationale Sorten wie Sauvignon Blanc, Chardonnay, Merlot oder Cabernet Sauvignon im Sortiment.
Das Weingut setzt auf moderne Kellertechnik, bewahrt aber zugleich traditionelle Ausbauformen. Mehr als 800 Holzfässer zeugen von der Verbundenheit mit handwerklichen Methoden, während moderne Edelstahltanks für Präzision und Frische sorgen. Dieser Spagat zwischen Tradition und Innovation prägt den Stil der Weine ebenso wie die Philosophie des Hauses.
Zahlreiche Auszeichnungen, darunter für den 2024 Sauvignon Blanc Fumè, 2024 Silvaner Reserve oder den 2018 Silvaner Eiswein bestätigen den Qualitätsanspruch der Familie. Dennoch steht für die Familie Bretz nicht die Auszeichnung im Mittelpunkt, sondern die kontinuierliche Weiterentwicklung. Jeder Jahrgang wird als neue Herausforderung verstanden, jedes Projekt als Chance, noch präzisere und charaktervollere Weine zu erzeugen. Das Jubiläumsjahr zum 300-jährigen Bestehen wurde mit einem aufwendig in traditioneller Flaschengärung erzeugten, feinen und harmonischen Chardonnay-Sekt gefeiert – ein Symbol für die Verbindung von Geschichte, Handwerk und Zukunftsgeist.
Informationen:
Generation Riesling: www.generationriesling.de
Weingut Gröhl: www.weingut-groehl.de
Bastianhauser Hof: www.bastianshauserhof.de
Weingut Bretz: www.weingutbretz.de
Fotos: Carola Faber

