Die Gründerväter wollten mehr als nur wirtschaftliche Selbstständigkeit – sie wollten besseren Wein. Einer, der diesen Qualitätsanspruch radikal weiterdachte, war Luis Raifer. 1979 übernahm er die Leitung der Kellerei, geprägt von Eindrücken einer Reise durch Kalifornien, wo er moderne Weinbaukultur aus erster Hand erlebt hatte. Südtirol war zu dieser Zeit noch überwiegend Rotweinland mit mittelmäßiger Qualität. Raifer erkannte das verborgene Potenzial der Region – bestes Terroir, engagierte Winzer, viel ungenutzte Fläche.
Sein erster Schritt: Er rodet Vernatsch-Reben auf seinem Weinberg Lafóa, einem sonnenverwöhnten Hang oberhalb der Kellerei, und pflanzte Cabernet Sauvignon sowie später Sauvignon Blanc. Gleichzeitig führte er neue Qualitätskriterien ein – weniger Ertrag, bessere Trauben, bessere Weine. Lafóa wurde zum Pilotprojekt für ein neues Qualitätsdenken, das sich bald auf alle Mitglieder der Genossenschaft übertrug. Neue Rebsorten wurden erprobt, Qualitätsgruppen gegründet – und dieser Pioniergeist prägt die Kellerei bis heute.
Rund 300 Weinbauernfamilien stehen inzwischen hinter Colterenzio. Sie bewirtschaften ihre Weinberge mit Sorgfalt und Leidenschaft, oft entlang der Südtiroler Weinstraße, und liefern jedes Jahr im Herbst ihr wertvolles Lesegut.
Wein im Einklang mit der Natur
Was draußen im Weinberg beginnt, setzt sich im Keller fort: nachhaltiges Arbeiten im Einklang mit der Natur. Seit 2009 nutzt Colterenzio erneuerbare Energie – 55 Prozent des Stroms stammen aus einer eigenen Photovoltaikanlage, 70 Prozent des Warmwassers werden durch Solarpaneele und Wärmerückgewinnung erzeugt. So können Kellertechnik, Abfüllanlagen und Tanks energieeffizient betrieben werden.
Architektur trifft Herkunft
Seit Ende 2024 präsentiert sich die Kellerei in neuem architektonischem Glanz: ein moderner Neubau mit markanter Turmstruktur und stilvollem Wine Shop verbindet Ästhetik mit Funktionalität – und bleibt dabei fest in der Landschaft verwurzelt.
Guter Wein beginnt im Weinberg – mit dem richtigen Standort, viel Handarbeit und einem klaren Qualitätsanspruch. So überzeugt die Classic-Linie mit fruchtigen, sortentypischen Weinen aus unterschiedlichen Höhenlagen. Die Selektionen stammen aus besten Lagen, sind elegant, vielschichtig und reifen in Stahl oder Holz.
Die Lagenlinie steht für ausgewählte Einzellagen, stark reduzierte Erträge und höchste Qualität. Jeder Wein bringt das Terroir klar zum Ausdruck – kraftvoll, elegant und mit langem Reifepotenzial im besten Eichenfass ausgebaut. Der BERG Südtirol Weißburgunder Riserva DOC 2022 zeigt sich vielschichtig und präzise: helle Fruchtaromen, frische Säure, feine Mineralität und ein weicher, langer Abgang – ein Weißburgunder mit Charakter und Tiefe.
Lafóa – Der Anfang einer neuen Wein-Ära
Mit dem Namen Lafóa verbindet sich nicht nur ein Weinberg – sondern eine Idee. Eine Idee, die in den 1980er Jahren in Schreckbichl ihren Anfang nahm und Südtirols Weinwelt bis heute prägt. Luis Raifer, Visionär und damaliger Kellermeister, hatte er den Mut, Dinge grundlegend zu verändern: Er reduzierte den Ertrag, setzte auf internationale Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc – und stellte kompromisslose Qualität über alles. So wurde Lafóa zum Symbol einer Qualitätsoffensive, die Südtirols Weinbau neu definierte.
Der Name Lafóa symbolisiert kraftvolle, elegante Weine mit Finesse, Tiefgang und großem Reifepotenzial – vinifiziert nach den damals eingeführten, bis heute gelebten Qualitätsmaßstäben.
Ein Lafóa Sauvignon Blanc 2023 besticht mit intensiven Aromen von Holunder, Salbei und Akazienblüten, unterlegt mit zarten Holznoten. Im Mund lebhaft, saftig und straff – mit frischer Säure und salziger Mineralität. Ausgebaut im Edelstahl und Barrique, reift er acht Monate auf der Hefe und entfaltet nach wenigen Jahren Flaschenreife seine ganze Harmonie. Alterungspotenzial: sechs bis zehn Jahre.
Die Trauben für den Lafóa Chardonnay 2023 stammen von alten Reben auf kargen Moränenböden in 400 bis 550 Metern Höhe. Der Wein zeigt sich vielschichtig, mit Aromen von Mango, Honigmelone und feiner Nusswürze, getragen von einer harmonischen Holznote. Ausgebaut in Barriques, mit biologischem Säureabbau und regelmäßiger Battonage, entwickelt er sich zu einem eleganten, druckvollen Wein mit Tiefe. Das Alterungspotenzial beträgt ebenfalls sechs bis zehn Jahre.
Lafóa Pinot Nero 2021 betört mit burgundischer Seele: saftige Aromen von Kirsche, Himbeere und Waldfrüchten treffen auf feine Röst- und Würznoten. Am Gaumen sind Struktur, reife Tannine und ein elegantes Finale zu vernehmen. Die Reben wachsen auf Moränen- und Kalkböden, der Ausbau erfolgt 16 Monate lang in Barriques. Das Alterungspotenzial des charaktervollen, vielschichtigen Rotweins liegt zwischen zehn und 15 Jahren.
Raritäten
Gran Lafóa ist eine Hommage an die Tradition und Innovation der Kellerei Schreckbichl. Von einem historischen Weinberg stammen die Trauben für diesen streng limitierten Wein, der in Barriques und großen Holzfässern reift. Die edle Aufmachung erinnert an das ursprüngliche Lafóa-Etikett und feiert jahrzehntelanges Qualitätsstreben.
LR, benannt nach Luis Raifer, ist eine elegante Cuvée aus Chardonnay, Weißburgunder und Sauvignon. Auf der Feinhefe gelagert und im Holz gereift, verbindet sie Struktur mit ausgeprägter Finesse.
Informationen:
Fotos: Carola Faber

