Und irgendwie ist diese Region die vielleicht auch wichtigste der Schweiz, nahm die Gründung des Landes doch vermeintlich eben hier ihren Anfang. Auf der Rütliwiese sollen sich einst die Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden den Rütlischwur geleistet haben. Zwar ist der Rütlischwur eine Sage, doch bildet der historische Bundesbrief von 1291 die Basis des Schweizer Gründungsmythos. Fast majestätisch dürften die Berge der Region stille Zeitzeugen jenes Ereignisses gewesen sein.
Und dies sind sie noch heute, wenn man mit dem Schiff über den See tuckert oder sich mit dem Katamaran wesentlich zügiger durch das Postkarten-Panorama bewegt. Und mit letzterem erreicht man von Luzern kommend nach kurzer Fahrt den Anleger des Bürgenstock Resorts – ein Ort, der sich nicht nur geografisch „über den Dingen“ bewegt, sondern auch kulinarisch lockt.
Spielplatz für Genießer
Wer hier oben ankommt, kommt gleichzeitig runter: unten glitzert der See in der Sonne, zur anderen Seite präsentiert sich das wunderbarste Bergpanorama. Der Hotelkomplex erstreckt sich fast wie an einer Perlenkette aufgezogen über mehrere Hundert Meter und dürfte selbst im Reigen der Schweizer Hotels durch die Lage eine Einmaligkeit erfahren.
Dass die Region rund um Luzern ein kulinarischer Spielplatz für Genießer ist, ist hinlänglich bekannt. Traditionelle Produkte wie Chügelipastetli, Älplermagronen, Käsefondue, Sbrinz, Alpkäse oder Trockenfleisch treffen hier auf moderne Techniken und bilden den Mix zu einer globalen Fusions-Kulinarik. Genau in diesen gastronomischen Bogen schwenkt nicht zuletzt auch das Bürgenstock Resort eindrucksvoll ein. Und dies nicht erst seit kurzem.
Haute Cuisine und Leichtigkeit
Das kulinarische Herz des Resorts schlägt hier mehr als beeindruckend in mehreren Restaurants, doch besonders spannend wird es dort, wo jüngst Küchenchef Christian Scharrer das Zepter übernahm. Scharrer ist bekannt für seine präzise Küche, agiert produktfokussiert und kommt gleichzeitig mit dem gewissen twist der Raffinesse daher – ein kulinarischer Balanceakt zwischen klassischer Haute Cuisine und zeitgemäßer Leichtigkeit.
Den meisten dürfte Scharrer noch aus seiner Zeit im Restaurant Imperial im Schlosshotel Bühlerhöhe, dem Buddenbrooks Restaurant des A-ROSA Resorts in Travemünde oder auch dem Weissenhaus Grand Village Resort & Spa bekannt sein. Gerade seine letzte Station an der Ostsee katapultierte ihn in den internationalen Genießer-Fokus, erkochte er dort doch zwei Michelin-Sterne und ergatterte 18 Punkte im Gault&Millau.
Sein Konzept lässt sich vielleicht am besten als kompositorische Bodenständigkeit beschreiben. Denn der zielgerichtete Fokus auf Chi-Chi und Pinzetten-Kulinarik ist den „rustikaleren“ Prozessen gewichen. Scharrer setzt auf exzellente Grundprodukte, was ohnehin in der Schweiz eher alltäglich als außergewöhnlich ist und richtet sich auf „Gutbürgerlichkeit“ die in die Tiefe geht aus. Wohlgemerkt: die Scharrerischen Geschmackswelten bleiben durchweg erhalten, präsentieren sich lediglich in einem anderen Gewand.
Eingespieltes Spitzen-Duo
Seit dem 1. November 2025 ist Christian Scharrer Chef de Cuisine im Waldhotel, federführend für die kulinarische Ausrichtung des „Verbena“ Restaurants. Mit im Gepäck von der Ostsee in die Berge: seine Frau Nathalie. Sie zeichnet sich verantwortlich als Restaurant- & Roomservice-Managerin, leitet das Serviceteams und gestaltet erfahren das Gasterlebnis im Verbena.
Und dass diese Position passgenau in den Ablauf des Hotels passt, sieht auch Mike Wehrle, Corporate Culinary Director Bürgenstock Collection so. „Mit Christian und Nathalie Scharrer gewinnen wir ein eingespieltes Spitzen-Duo, das Küche und Service auf höchstem Niveau vereint. Gemeinsam werden sie das kulinarische Profil des Waldhotels weiterentwickeln – im Einklang mit unserer Vision für die gesamte Bürgenstock Collection. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und die neuen Impulse, die sie in unser Resort einbringen“.
Tatsächlich kannten sich Scharrer und Wehrle schon mehrere Jahre, der Wechsel ergab sich dann allerdings eher kurzfristig, ohne dass es vorherige Überlegungen oder Anfragen von Seiten des Bürgenstock Resorts gab. Sicher dürfte für den Wechsel auch ein familiärer Baustein gesprochen haben, Christian Scharrers Vater lebt nur gut eineinhalb Stunden entfernt an der Schweizer Grenze. Hinzu kamen auch grundsätzliche Überlegungen, die einen Wechsel zusätzlich favorisierten. „Weissenhaus hat sich in Richtung einer tollen Zukunft entwickelt, aber es ist eben nicht unbedingt meine Zukunft. Sie müssen halt größer werden – und das Gourmetrestaurant hatte dann nicht mehr so richtig Platz“, so Scharrer im Gespräch.
Platz hat er mit dem Verbena im Bürgenstock Resort sicherlich – und das auf Basis einer nicht-elitären Küche. „Und es soll bezahlbar für jeden sein“, so Scharrer weiter. Auszeichnungen seien wichtig für die Vita, ab einem bestimmten Alter weiß man was man kann, so der Chefkoch weiter. Aber es bleibt unbestritten: auch wenn die klassische Anzahl der Plätze eines Gourmetrestaurants sich im Verbena mit 80 Plätzen annährend vervierfacht haben dürfte, bleibt die hohe Qualität der Speisen stets im Fokus von Christian Scharrer.
Spices Kitchen & Terrace
Dass das Bürgenstock vielleicht nicht nur eine Reise wert ist, zeigt sich auch in anderen gastronomischen Einheiten des Resorts. Im „Spices Kitchen & Terrace“ präsentieren eine Vielzahl von Köchen die Aromen und Gerichte aus Japan, China, Indien und Thailand. Das außergewöhnliche Konzept hat dem Restaurant mittlerweile 16 Gault & Millau-Punkte eingebracht.
Das Bürgenstock Resort ist tatsächlich nicht nur ein wunderbarer Ort um die Natur zu genießen, auch die Kulinarik hat hier einen enorm hohen Stellenwert. Eine absolute Empfehlung!











