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Blaufränkisch „X“: Ein lang gehütetes Geheimnis gelüftet

Die Idee dazu reifte schon 2015.  Michael Kerschbaum beobachtete, dass große Weine oft zu jung geöffnet werden. Sein Ziel: einen Blaufränkisch so lange zurückzuhalten, bis er seine volle Ausdruckskraft erreicht. „Blaufränkisch ‚X‘ ist kein Kompromiss, sondern das Ergebnis von zehn Jahren Geduld und Präzision“, sagt der Winzer.

Die Trauben stammen aus der Toplage Dürrau in Horitschon. Nach Handlese, 18 Monaten im kleinen Eichenfass, weiteren sechs Monaten im großen Holz und schließlich acht Jahren Flaschenreife zeigt der Wein nun seine ganze Größe – mit Tiefe, Würze, feinem Tannin und beeindruckender Struktur. Der „X“ ist mehr als ein Wein: Er erzählt von einer Familiengeschichte.

Geschichte des Weinguts

Das Weingut Kerschbaum ist in Horitschon im Mittelburgenland zuhause. Paul Kerschbaum übernahm in den späten 1980er Jahren den Betrieb von seinen Eltern mit einer Rebfläche von drei Hektar. In den folgenden Jahren vergrößerte er nicht nur die Rebfläche um das Zehnfache, sondern machte sich auch einen Namen in der österreichischen Rotweinwelt. 2011 übernahm sein Sohn Michael die Verantwortung für die Weine und den Betrieb. Heute umfasst das Weingut rund 40 Hektar Rebfläche in den Lagen Dürrau, Hochäcker, Gfanger und Kirchholz. Bei sämtlichen Arbeitsschritten verfolgt das Weingut Kerschbaum, früher wie heute, den Leitgedanken, keine Kompromisse einzugehen, wenn es um Qualität geht.

Das Mittelburgenland gilt als Blaufränkischland. Foto: Carola Faber
Das Mittelburgenland gilt als Blaufränkischland. Foto: Carola Faber

Rotweine mit Charakter

Der Blaufränkisch 2022 verbindet Eleganz und Saftigkeit in perfekter Balance. In dunklem Rubingranat mit violetten Reflexen offenbart er reife Kirschfrucht, feine Kräuternoten und einen Hauch von Pflaumen und Orangenzesten. Sanfte Tannine, etwas Brombeere und dezente Würze sorgen für einen harmonischen, langanhaltenden Abgang.

Mit feiner Kirschnote, zarten Kräutern sowie mit Nuancen von Veilchen und Orangenzesten verführt der Zweigelt 2022.  Am Gaumen ist er saftig, leichtfüßig und elegant, mit frischer Säure, gut eingebundenen Tanninen und einem Toffee-Nachhall – trinkanimierend und vielseitig kombinierbar.

Tiefe und Eleganz

Elegant, straff und vielschichtig zeigt sich der Blaufränkisch Ried Hochäcker am Gaumen. Feinwürzige Noten, schwarze Kirschen, eine Spur Cassis und Zitronennuancen verbinden sich mit Kräutertönen und reifer Kirschfrucht. 16 Monate Ausbau in Holzfässern verleihen ihm Extraktsüße und Holzwürze im Nachhall. Ein perfekter Speisebegleiter mit langem Entwicklungspotenzial.

Verschiedene Weine von Kerschbaum, unter anderem der Blaufränkisch Ried Hochäcker. Foto: Carola Faber
Verschiedene Weine von Kerschbaum, unter anderem der Blaufränkisch Ried Hochäcker. Foto: Carola Faber

Die Cuvée Opera 2021 ist ein wahres „Werk“ der Weinbereitung: 60 Prozent Blaufränkisch und 40 Prozent Merlot vereinen sich zu einem harmonischen Ensemble. 21 Tage Maischegärung und 18 Monate Ausbau in neuen 500-Liter-Eichenfässern sorgen für Tiefe, Eleganz und Würze. Der Blaufränkisch bestimmt die Struktur, Merlot sorgt für runde, dunkle Frucht und subtile Würze. Am Gaumen zeigt sich die Cuvée Opera kraftvoll, ausgewogen und langanhaltend – ein Wein, der Aufmerksamkeit verdient und besondere Momente unvergesslich macht.

Vielschichtiges Aroma

Die Cuvée Impresario 2022 bildet ein harmonisches Zusammenspiel aus 60 Prozent Blaufränkisch, 20 Prozent Zweigelt, 15 Prozent Merlot und 5 Prozent Cabernet Sauvignon. Nach mehr als 24 Tagen Maischegärung sowie 18 Monaten Ausbau in neuen Barriques und Großfässern entfaltet sich ein vielschichtiges Aroma aus schwarzen Johannisbeeren, Holz, Nougat und kandierten Orangenzesten. Kraftvoll, elegant und mit reifen Tanninen bietet der Wein eine dezente Süße, Mineralität und dunkle Beerenfrucht. Am Gaumen zeigt er Länge, Komplexität und viel Potenzial. Ein Wein, der Augenblicke unvergesslich macht.


Informationen:

www.kerschbaum.at

Fotos: Carola Faber, Weingut Kerschbaum

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