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Altstadt trifft Traumstrand: Dalmatiens beste Seiten

Der Hafen von Korčula riecht nach Salz, aufgeheiztem Asphalt und Motoröl. Schon nach 9 Uhr ist es fast 30 Grad warm im Frühsommer. Gegen 13 Uhr legt eine Fähre aus Dubrovnik an. Sie zieht eine schwarze Wolke hinter sich her. Große Schiffe fahren von morgens bis abends in beide Richtungen, einige Fähren haben nur Passagiere an Bord, andere auch Autos. 

Ein Supermarkt am Ende des Piers verkauft den Neuankömmlingen das Nötigste: Wasser, Obst, Brot. Eine Eisdiele und eine Motorrollervermietung harren der potenziellen Kunden, die – bunte Trolleys hinter sich herziehend und Google Maps lesend – über den Kai schlendern. Die meisten von ihnen, das hört man an den Wortfetzen, die durch die Luft schwirren, kommen aus den Vereinigten Staaten.   

Etwa 60 Meter neben der Anlegestelle für die großen Schiffe liegen kleine Boote bereit. Es sind Wassertaxis von Privatunternehmern. Für 15 Euro bringen sie Passagiere im Pendelbetrieb zu drei Inseln des Archipels Škoji. Auf jeder darf man sich so lange aufhalten wie man möchte, das letzte Taxi fährt gegen 18 Uhr zurück. 

Blick auf Dalmatiens Meer vom Boutiquehotel Lešić Dimitri Palace. Foto: Lesic Dimitri Palace
Blick auf Dalmatiens Meer vom Boutiquehotel Lešić Dimitri Palace. Foto: Lesic Dimitri Palace

Badija ist die größte der 19 Inseln, die östlich der Altstadt von Korčula liegen. Auf der Insel steht ein Franziskanerkloster, das Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Der Adeligen-Rat von Korčula hatte die Insel im Jahr 1394 dem Vikariat der Franziskaner aus Bosnien geschenkt, die sich hier ansiedelten und Badija bis 1949 bewohnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Mönche von den jugoslawischen Behörden enteignet und verjagt. Seit 2005 sind sie zwar wieder Pächter, bewohnt wird Badija heute nur noch von Rehen, Hasen, Schmetterlingen und Vögeln.

Das Meer ist die Hauptattraktion in diesem Teil Kroatiens, es ist sauber und so durchsichtig wie Glas. Man kann vor allen Inseln auf den Grund sehen. Je nach Sonnenstand und Tiefe schimmert die Adria in verschiedenen Farbtönen, von azurblau über helltürkisfarben bis flaschengrün. „It looks like the Pacific Ocean“ ruft ein Texaner verzückt, der an einem Strand etwas außerhalb der Stadt Korčula ein Appartement gemietet hat und sich darüber wundert, „how they make look everything so old here“ – wie die Kroaten es wohl schaffen, alles so alt aussehen zu lassen.

In der Arabia Residence des Lešić Dimitri Palace. Foto: Lesic Dimitri Palace
In der Arabia Residence des Lešić Dimitri Palace. Foto: Lesic Dimitri Palace

Im Kern der kleinen Stadt liegt das Boutiquehotel Lešić Dimitri Palace, in einem ehemaligen Bischofspalast aus dem 18. Jahrhundert. Das Design der Suiten ist inspiriert von den Reisezielen des Seefahrers Marco Polo, die Räume heißen „India“, „Arabia“, „China“, „Ceylon“ oder „Venice“, sie sind nach Orten benannt, an denen der Abenteurer einst war. Nach einer Seeschlacht zwischen Genua und Venedig, die am 7. September 1298 in der Nähe von Korčula tobte und die Genua gewann, geriet Marco Polo in Gefangenschaft. Das Marco Polo Zentrum, nur wenige Schritte vom Lešić Dimitri Palace entfernt, erinnert daran. 

Das Hotel, das gerade eine amerikanische Fahrradtouristengruppe beherbergt, bleibt hinter den Erwartungen, die man an ein Fünf-Sterne-Haus hat, zurück. Allzu pompös und überladen wirkt die Einrichtung von „Venedig“ mit einem klobigen Tisch, der beinahe den ganzen Raum auszufüllen scheint. Zu dunkel ist das Appartement „Indien“ für vier Personen, das im Souterrain liegt und kein vernünftiges Bad hat. Zu kitschig wirkt die moderne rot-schwarz-graue Einrichtung von „China“, dafür hat diese Suite eine hübsche Terrasse mit Blick auf das Meer. Auch die Einzimmerwohnung „Sumatra“, die unter dem Dach liegt, hat einen schönen Blick und ist in stimmungsaufhellenden Blautönen eingerichtet. Das Restaurant und sein Chef Marko Gajski verdienen den Michelin Stern – und der Sommelier kann mit Stolz den vorzüglichen Weißwein der Insel vorstellen. 

Das Hotel Katarina gehört zur Vereinigung Relais & Châteaux. Foto: Hotel Katarina
Das Hotel Katarina gehört zur Vereinigung Relais & Châteaux. Foto: Hotel Katarina

Von der anderen Inselseite aus fahren Fähren zur Halbinsel Pelješac. In Orebić, einem Ort am Ufer, gibt es gleich zwei Hotels, die wie der Lešić Dimitri Palace zur Vereinigung Relais & Châteaux gehören: Das große, schlossähnliche Hotel Korta Katarina mit einer eigenen Weinproduktion und das kleinere gleichnamige Hotel Katarina, das etwas näher am Ortskern liegt. Beide Häuser haben einen eigenen Strand und bieten den gewohnten Komfort der Luxushotels, wobei das Korta Katarina, das einem amerikanischen Investor gehört, mit seinen mondänen Suiten deutlich repräsentativer ist und ein besseres Restaurant hat. Geeignet ist es eher für besondere Feiern: Hochzeiten, Taufen, runde Geburtage. Man kann einzelne Etagen oder auch das gesamte Anwesen mieten. Im kleineren Hotel Katarina hat man dafür viel mehr Ruhe. Es ist noch neu und bietet einen intimen Rahmen in Doppelzimmern zu moderateren Preisen.  

Am Flughafen von Dubrovnik landen alle Besucher. Auch hier dominiert amerikanisches Englisch in den Restaurants, Eisdielen und Souvenirshops. Da man in New York oder San Francisco schnell über 500 Euro für ein Dinner für zwei Personen bezahlt, treiben diese Gäste die Preise in die Höhe. Ein lokales kleines Bier gibt es für acht Euro. Eine Vorspeise für 20, ein Hauptgericht für 35 bis 40 Euro.

Stilvolle Zimmer bietet das Hotel Katarina. Foto: Hotel Katarina
Stilvolle Zimmer bietet das Hotel Katarina. Foto: Hotel Katarina

Das St. Joseph´s liegt in der Ulica Svetog Josipa Nummer 3, einer ruhigen Seitenstraße, eine Gehminute vom Stradun entfernt, so heißt die zentrale Hauptstraße in der Altstadt. Es ist genau das Richtige für Touristen, die es etwas individueller mögen und Hotelketten meiden. Altes Mobiliar und bequeme Betten laden zum Ausruhen nach einem ausgedehnten Bummel über die Stadtmauer ein. Das Frühstück wird auf das Zimmer gebracht: Für alle, die am frühen Morgen keine Lust haben, sich mit zahlreichen anderen an einem Buffet anzustellen und das Geklapper von Geschirr zu hören, ist das ideal. 

Die alten Klöster der Stadt mit ihren schattigen Gärten bieten etwas Raum zum Innehalten mitten im Trubel. Auf dem Berg Srđ hat man eine fantastische Aussicht über die roten Dächer. Eine Seilbahn bringt alle, die zu müde für eine Wanderung sind, nach oben. Sie ist behindertengerecht ausgestattet und braucht weniger als vier Minuten für die 778 Meter lange Strecke. 

Länger als ein bis zwei Nächte in Dubrovnik zu bleiben, ergibt für Erholungsuchende keinen Sinn. Die Stadt ist in der Hauptsaison einfach zu voll. Als Ausgangspunkt zu der vielfältigen Inselwelt Dalmatiens aber bietet sich ein kurzer Aufenthalt an. Auf Korčula und der Halbinsel Pelješac lohnen sich mehrere Nächte bis zu einer Woche. Die Tickets für die Überfahrt sollte man von Mai an bis in den Oktober hinein online buchen, am besten mindestens einen Tag vorher.

Deluxe King Suite im St. Joseph´s. Foto: St. Joseph's / Zoran Marinovic
Deluxe King Suite im St. Joseph´s. Foto: St. Joseph's / Zoran Marinovic

Auf Korčula ist es besser, einen Mietwagen zu haben. Busse fahren nur sporadisch und halten nicht in der Nähe der schönen Strände, etwa dem Pupnatska Luka. Er liegt verborgen hinter einem duftenden Pinienwald und hat die Form eines Hufeisens. Im beschaulichen Orebić hat man die Wahl zwischen mehreren Stränden, mit Sand oder Kies. Alle sind zu Fuß zu erreichen. 

Einmal in der Woche stellen lokale Winzer ihre besten Weine in der winzigen Altstadt vor. Fischer fahren am frühen Morgen aufs Meer. Die Zeit scheint immer langsamer zu vergehen, während man am Strand liegt und auf das Wasser schaut – zumindest bis einem am Hafen wieder der Dieselgeruch in die Nase steigt und man auf der Reling der Fähre steht, die einem über Korčula wieder zurück nach Dubrovnik bringt.   


Informationen:

Lesic Dimitri Palace: www.relaischateaux.com/de/hotel/lesic-dimitri-palace

Hotel Katarina: www.relaischateaux.com/de/hotel/hotel-katarina

Korta Katarina: www.relaischateaux.com/de/hotel/villa-korta-katarina-winery

St. Joseph’s: www.stjosephs.hr

Fotos: Hotel Katarina, Lesic Dimitri Palace, St. Joseph’s / Zoran Marinovic

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