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Cantina Pomario: perfekte Weine, exzellente Küche

Der überwältigende Eindruck hielt angesichts der phantastischen umliegenden Landschaft auch beim nächsten Besuch an. Und so erwarben die zwei dies Landgut nahe dem umbrischen Städtchen Monteleone di Orvieto. Vorhanden waren alte Weinberge und uralte Olivenbäume, die indes wie auch das Haus erst einmal wieder zum Leben erweckt werden mussten. Dies geschah bis 2010, nicht zuletzt mit großer Unterstützung der Agronomin Federica De Santis, der Önologin Mary Ferrara und des Teams vor Ort. Anfangs konzentrierte man sich auf die besten Klone der drei althergebrachten Rebsorten Sangiovese, Trebbiano und Malvasia, um die lichten Reihen in den Weinbergen wieder zu füllen. Dann, 2010, kam der Rekonstruktionsprozess mit der Anlage einer 8000 m² großen Weinbergterrasse zum Abschluss. Hier wurden Riesling- und Sauvignon Blanc-Reben angepflanzt, denn Gattin Susanna hat die glorreiche Idee und die Leidenschaft, einen erstklassigen süßen Dessertwein namens Muffato delle Streghe („Hexen-Muffato“) herzustellen. 

Die Familie Spalletti Trivelli hat eine lange Tradition im Weinbau: Senator Venceslao Spalletti Trivelli und Gattin Gabriella Rasponi, die sich sehr für die Frauenrechte in Italien einsetzte und Nichte von Gioacchino Murat und Carolina Bonaparte (Napoleons Schwester!) war, erwarben Ende des 19. Jahrhunderts ein Landgut in der Toskana, wo Sohn Cesare in den 1920er Jahren mit der Produktion eines sehr bekannten Chianti-Weins startete. Nun führen Giangiacomo, Enkel von Cesare, und Gattin Susanna, Tochter des weltbekannten Springreiters, Olympiasiegers und zweimaligen Weltmeisters Raimondo D’Inzeo (1925 – 2013), der stets in eleganter Uniform eines Carabinieri-Offiziers für Furore auf dem Parcours sorgte, diese Tradition mit Pomario fort. Zudem wandelten sie die Familienresidenz der Villa Spalletti Trivelli am Quirinalspalast in Rom in ein luxuriöses Boutique-Hotel.

Die Eigentümer im Fasskeller. Foto: Cantina Pomario
Die Eigentümer im Fasskeller. Foto: Cantina Pomario

Besuche, Spaziergänge und Olivenöl

Ein wunderbarer Tasting Room wurde in der zweiten Etage der Cantina von Pomario eingerichtet, von dessen Panoramaterrassen der Blick weit bis hin zum Trasimenischen See und ins toskanische Cortona schweift. Im Frühling und Sommer verwöhnt zudem der Rosengarten mit uralten Rosensorten. Und ein Spaziergang führt vom Tasting Room vorbei an der uralten Quelle des Gutes zu den Weinbergen. Natürlich gehört zu einer Visite auch der Besuch der komplett unterirdisch angelegten State-of-the-Art-Cantina mit Stahltanks und Fasskeller, der Barricaia, in dem in Barriques, Tonneaux und großen Eichenfässern die Hochqualitätsweine lagern und reifen. Die Weinberge in Höhenlagen um 500 Meter über dem Meeresspiegel umfassen derzeit neun Hektar. Dabei hat sich der Besitz auf 230 Hektar vergrößert. Besonders stolz ist man indes auch auf die im alten Werkzeugschuppen eingerichteten Olivenölmühle. Die Ernte erfolgt nach absoluten Weltklassemaßstäben. Denn die Oliven gelangen vom Baum in weniger als drei (!) Stunden zur Kaltpressung, woraus hervorragendes Olio di Oliva Extra Vergine entsteht.

Bio-Weine

Die Weine vom Pomario, sämtlich Bioweine, überzeugen durch Frische und Eleganz und spiegeln das Terroir. Die Rotweine basieren meist auf der Sangiovese-Rebe, enthalten aber auch Ciliegolo, Malvasia Nera, Foglia Tonda, Colorino und Alicante. Die Weißweine basieren auf Grechetto und Trebbiano. Gerade erst wurde der neue Grechetto Umbria IGT 2024 angekündigt, von dem Ende Januar 2026 eine limitierte Auflage von 2500 Flaschen abgefüllt wird. Die Reben wuchsen auf dem zehn Jahre alten Weinberg Vigna del Ventaglio. Zudem werden kleine Mengen an Vermentino und einer Kreuzung aus Manzoni und Chardonnay angebaut.

Die Stahltanks in der Produktion. Foto: Cantina Pomario
Die Stahltanks in der Produktion. Foto: Cantina Pomario

Die Parade der Weine startet mit dem rubinroten Biowein Sariano Umbria Rosso IGT, ein reiner Sangiovese mit 13 Prozent Alkoholgehalt, der nach der Fermentation in Stahl in 25 Hektoliter große Eichenfässer gelangt, wo er bis zum März des nächsten Jahres ruht. Nach dem ersten Dekantieren geht es erneut in die Fässer und dann bis zur Marktreife in die Flasche. 

Der goldgelbe Biowein Arale Umbria Bianco IGT ist ein Blend aus Malvasia und Trebbiano überzeugt durch seine floralen Noten, etwa von Jasmin und Robinie. 

„Hexenwein“ zum Dessert

Ein Aushängeschild ist natürlich der Bio-Dessertwein Muffato delle Streghe (13 Prozent Alkohol). Dieser gut strukturierte, harmonische „Hexenwein“ aus Rhein- Riesling und Sauvignon Blanc überzeugt durch Noten von Honig; Karamell und kandierten Früchten. Er lagert mindestens drei Jahre in Eichenholz, hat aber auch seinen preis (ab Cantina 42 € für die 0,5-l-Flasche). Pomario produziert auch eine Bio-Rosato (Bio-Rosé), den Rondirose Umbria Rosé IGT aus Merlot und Sangiovese. Auch der günstige rote Biowein Rubicola Umbria Rosso IGT aus Sangiovese, Merlot und je nach Ernte weiteren italienischen Rebsorten hat ebenso seine Liebhaber wie der Bio-Weißwein Batticoda Umbria Bianco IGT aus Grechetto und weiteren Rebsorten. Zwei Rote, Pomarios reiner Ciliegolo und der Radura aus Malvasia Nera, Foglia Tonda, Colorino und Sangiovese runden das Angebot ab. 

Besonders stolz ist man natürlich auf das Olivenöl aus den Sorten Leccino, Moraiolo und Frantoio. Alles ist natürlich auch vor Ort im Weinladen von Pomario erhältlich. Und perfekt wird ein Besuch natürlich mit einem Mahl, das fünf Weine, Olivenöl und die perfekte Küche von Pomario umfasst.


Informationen:

Cantina Pomario: www.pomario.it/en 

Boutique-Hotel Villa Spalletti Trivelli: www.villaspalletti.it/de

Fotos: Cantina Pomario

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