Gerade Mal 200 Jahre nach der offiziellen Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus war das einst durch die Ureinwohner bewohnte Land schon längst nicht mehr so ursprünglich wie zu Zeiten der Landung der Schiffe Niña und Pinta. Die Großmächte und Seefahrer aus Großbritannien, Frankreich, Spanien und den Niederlanden haben fleißig zugegriffen und sich die verschiedenen Areale als Kolonien gesichert.
Von Kanada bis zum Golf von Mexiko waren die Franzosen die Kolonialherren, die Niederländer schufen unter anderem Neu-Amsterdam (das heutige New York) und etwas später belegten die Engländer 13 Kolonien. Eine der weiteren Mächte, die Spanier, besiedelten bereits im 15. Jahrhundert Mittelamerika, die Karibik und große Teile Süd- und Südwestamerikas.
70 Millionen Tote
Ganz uneigennützig war die Schaffung der spanischen Kolonien bei weitem nicht. Das primäre Interesse der Spanier galt dem Gold, welches zumeist im süd- und mittelamerikanischen Raum unter Einsatz von indigener Zwangsarbeit abgebaut wurde. Nicht nur die schlechten Arbeitsbedingungen dezimierten die Bevölkerung, bekanntermaßen waren es eingeschleppte Krankheiten, welche final für den Tod von bis zu 70 Millionen Menschen in Mittel- und Südamerika verantwortlich waren.
Doch der Kolonialdrang der Spanier ging bis in den heutigen Teil des Bundesstaates Texas hinein. Spuren dieser „Invasion“ sind nicht nur rein über die Sprache nachvollziehbar, es sind eben auch Bauten wie die San Antonio Missions, welche die Präsenz der Kolonialherren von damals noch heute eindrucksvoll belegen. Eindrucksvoll, aber eben auch immer mit einem faden Beigeschmack.
Missionierung der indigenen Bevölkerung
Die Aufgabe der Missionen, eben die Missionierung der indigenen Bevölkerung, diente nicht nur der Verbreitung des Christentums, sondern auch der Besiedlung und Entwicklung der Region in und um San Antonio. Bereits 1691 sollte über spanische Missionare der christliche Glaube und die europäische Kultur verbreitet werden.
Aber neben der eigentlichen Aufgabe als christliche Station, waren es auch immer militärische Bastionen zur Verteidigung. Unschwer vorstellbar, dass diese Missionen nicht nur mit offenen Armen empfangen wurden, sondern auch Konflikte provozierten.
Neben der Mission San Antonio de Padua (1691), San Juan Capistrano (1716), Concepción (1731) und Espada (1731), ist gerade die Mission San José y San Miguel de Aguayo (1720) nicht nur beeindruckend durch seine Größe, sondern noch sehr gut erhalten. Zentrum der Anlage ist natürlich die Kirche, welche, genau wie diverse Nebengebäude, hervorragend erhalten ist. Allerdings wurden die Gebäude auch seit 1930 immer wieder restauriert. Wer San Antonio besucht, sollte sich durchaus auch diesen Teil der Geschichte der Stadt Mal anschauen…
Foto: Michael Schabacker

