Goethe besuchte Neapel im Frühjahr 1787 und residierte seinerzeit im Palazzo Sessa, der Residenz der britischen Botschafters William Hamilton. Er traf am 25. Februar in der Stadt ein und verweilte bis zum 9. März. Wer auch heute gerne in einem Palast vor Ort verweilen möchte, ist mit dem de Bonart gut beraten. Der Prachtbau wurde vor wenigen Jahren zu einem Luxushotel konvertiert und die bis zu vier Meter hohen Decken verweisen deutlich auf die große Vergangenheit des Gebäudes. Der sehr hochwertige Anspruch wird auch durch die Wahl von Leinenbettwäsche in allen Zimmern und Suiten unterstrichen. Eine selten gewordene Güte der Ausstattung in diesen Tagen.
Die Einrichtung ist dabei hochmodern, zitiert in ihren gedeckten Farbtönen aber die Landschaft der Umgebung. Von der Poolterrasse auf dem Dach des Hotels aus grüßt aus der Ferne der Vesuv herüber und für nicht wenige der internationalen Gäste steht ein Besuch vom nahegelegenen Pompeji auf dem Pflichtprogramm. Viele der Gäste nutzen einen Aufenthalt im Hilton, um von Neapel aus zu einer Mittelmeerkreuzfahrt aufzubrechen.
Das de Bonart Naples ist ein Juwel modernen Luxus und raffinierter Eleganz geworden, eingebettet in einen ikonischen Ort, der komplett neugestaltet wurde, um einen maßgeschneiderten Stil zu präsentieren, der sich darauf konzentriert, „das Äußere nach innen zu übertragen”. Dieses Fünf-Sterne-Hotel interpretiert die neapolitanische Raffinesse mit einem kühnen, aber doch auch glamourösen Flair neu. Jeder Winkel erzählt hier eine Geschichte von kuratierter Kunstfertigkeit, mit ad hoc Installationen, die dem illustren kulturellen Erbe der Stadt huldigen, vom schimmernden Lobbybereich bis zu den 72 Zimmern, die mit avantgardistischen Designelementen geschmückt sind.
Das Hotel punktet mit einer Vielzahl hochdekorativer Kunstwerke lokaler junger Künstler, deren Bilder oder gegenständliche Entwürfe in jedem Zimmer und in den öffentlichen Räumen zu finden sind. Die Essenz des Hotels scheint aus dem Innersten Neapels zu entspringen. Die Stadt ist eine Fundgrube von Artefakten und reich an jahrhundertelanger Geschichte und Kultur, die aus einer Mischung von Bräuchen und Einflüssen wie römischen, spanischen, französischen, griechischen, nordeuropäischen entstanden ist. Diese Aspekte der Stadt und ihrer Kultur sind die Grundlage für die neue Küche von Umberto Zimbaldi.
Neapolitanische Kochkunst dank Umberto Zimbaldi
Küchenchef Umberto Zimbaldi schöpft aus seinen tiefen neapolitanischen Wurzeln, um Gerichte zu kreieren, die die reichen Aromen und Düfte seiner Herkunft verkörpern, und interpretiert dabei klassische Rezepte mit einer subtilen, innovativen Raffinesse neu, die bei einer internationalen Kundschaft Anklang findet. Mit seiner umfangreichen Berufserfahrung leitet er derzeit das Küchenteam im The Macphersons, dem Dachrestaurant des de Bonart Naples, Curio Collection by Hilton, wo Tradition und Innovation in einem distinguierten, modernen Ambiente aufeinandertreffen.
Scarpariello ist eines dieser Gerichte, das in seiner scheinbaren Einfachheit die Seele der neapolitanischen Küche einfängt – bescheiden in den Zutaten, reich an Geschmack. Sein Name stammt von den „Scarpari“, den Schuhmachern aus dem spanischen Viertel von Neapel, die in den Nachkriegsjahren dieses schnelle, aber schmackhafte Gericht während ihrer kurzen Mittagspause zubereiteten. Der Tradition zufolge, bezahlten dankbare Kunden oft nicht mit Geld, sondern mit Käseresten, die großzügig und kreativ in den Topf kamen. Auf halbem Weg zwischen einer leichten Tomatensauce und einer samtigen Käsecreme wird Scarpariello aus frischen Kirschtomaten, Knoblauch, nativem Olivenöl extra, Basilikum und einer großzügigen Handvoll geriebenem Käse – typischerweise Pecorino und Parmesan – zubereitet. Nach dem Abschalten der Hitze wird der Käse untergerührt und schmilzt zu einer reichhaltigen, kräftigen und absolut unwiderstehlichen Sauce.
Kein langsames Garen, keine ausgefallenen Zutaten: Scarpariello ist der Beweis dafür, dass die cucina povera – die bäuerliche Küche – zur Alltagskunst auch unserer Tage werden kann. Wie jedes echte neapolitanische Gericht ist Scarpariello mehr als nur ein Rezept: Es ist mündliche Überlieferung, ein gemeinsames Ritual, ein Symbol des Volksstolzes. Es ist der Geschmack des Südens.
Goethe wusste um den großen Reiz dieser Stadt: „Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch.“
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Fotos: Hilton Curio Collection








