Ikonische Werke des Expressionismus wie von Ernst Ludwig Kirchner und Wassily Kandinsky, von Maler*innen der École de Paris wie Georges Braque und Pablo Picasso. Positionen der Pioniere der frühen Moderne wie Edvard Munch, Paula Modersohn-Becker und Lovis Corinth. Max Beckmann und die Hamburger Malerin Anita Rée dienen beide als Leitfiguren der Ausstellung.
Ungeklärte Provenienz
Für das von der Hamburger Kunsthalle erworbene „Selbstportrait in Hittfeld“ der Künstlerin Anita Rée (1885–1933), Öl auf Leinwand von 1904, gibt es bislang keine Herkunftsgeschichte. Anita Clara Rée war eine deutsche Malerin der Avantgarde, die ihren künstlerischen Durchbruch in der Zeit der Weimarer Republik hatte.
Sieben ihrer Gemälde hat der Hausmeister während der Nazizeit aus der Hamburger Kunsthalle „gestohlen“. Er versteckt sie in seiner Dienstwohnung, um sie vor der Zerstörung zu bewahren. Durch seine Zivilcourage überstanden sie den Krieg.
Diese mutige Tat hat die Autorin Andrea Offermann in einem neuen Kinderbuch „Herr Werner wird zum Dieb“ festgehalten. Durch das öffentliche Ausstellen des Gemäldes und den transparenten Umgang mit der unbekannten Herkunft des Werkes erhofft sich die Kunsthalle, Informationen gewinnen zu können.
Bucerius Kunst Forum Hamburg
Das Bucerius Kunst Forum Hamburg möchte mit dieser Ausstellung die Namen, Persönlichkeiten und Gesichter sowie die kulturhistorischen Leistungen der jüdischen Sammler und Sammlerinnen in das öffentliche Bewusstsein zurückzuholen. Die Kuratoren Dr. Kathrin Baumstark und Stefan Koldehoff rekonstruierten im Bucerius Kunst Forum mit VON MONET BIS PICASSO – JÜDISCHE KUNSTSAMMLER:INNEN IN DEUTSCHLAND fünfzehn bedeutende Sammlungen moderner Kunst von deutschen Jüdinnen und Juden vor 1945.
Wegweisende Rolle jüdischer Kunstsammler und -sammlerinnen
Zu den gezeigten Sammlern und Sammlerinnen zählen u.a. die Familie Hirschland, Paul und Clothilde Schüler, Martha und Walter Blank, Max Emden, Rosa Schapire und Margarete Mauthner. Sie stehen beispielhaft für die wegweisende Rolle jüdischer Kunstsammler:innen bei der Etablierung, Förderung und Verteidigung progressiver Kunst seit der Wende zum 20. Jahrhundert.
Die sehr bewegende Ausstellung bringt hierfür rund 100 Gemälde, Grafiken und Skulpturen von Künstler:innen wie Paul Cezanne, Ernst Ludwig Kirchner, Paula Modersohn-Becker, Claude Monet, Max Pechstein und Pablo Picasso aus internationalen Museen und Privatsammlungen an einem Ort zusammen.
Sie erzählt die Geschichten hinter den Werken: die Lebensgeschichten der Sammler:innen, ihre Schicksale während der Schoah sowie die Provenienzen der Kunstwerke bis heute. Zugleich erinnert sie an die perfide, systematisch betriebene Verfolgungspolitik des NS-Regimes, die zu Entrechtung, Enteignung, Exil und Ermordung führte sowie zur Zerschlagung der Sammlungen.
Informationen:
Hamburger Kunsthalle, www.hamburger-kunsthalle.de
Bucerius Kunstforum Hamburg, www.buceriuskunstforum.de
Fotos: SHK-Hamburger Kunsthalle/ARTOTHEK, Hamburger Kunsthalle/ARTOTHEK, Elke Walford, Bucerius Kunst Forum

