Seit Stefan Kremer den elterlichen Betrieb 1990 gemeinsam mit seiner Frau Christine übernommen hat, hat sich vieles bewegt. Stillstand war nie eine Option. In den vergangenen Jahren wurde konsequent an Qualität, Stil und Nachhaltigkeit gearbeitet – im Weinberg ebenso wie im Keller. Heute bringt sich mit Sohn Ulrich bereits die nächste Generation ein. Er verantwortet den Ausbau der Weine und setzt dabei auf Präzision, Geduld und Fingerspitzengefühl.
Rund 50.000 Rebstöcke wachsen in den Lagen rund um den Großheubacher Bischofsberg. Die Südhänge mit bis zu 50 Prozent Neigung, karge Böden aus rotem Bundsandstein und viel Sonne prägen den Charakter der Weine. Besonders Silvaner und Pinot Noir zeigen hier eindrucksvoll Herkunft und Handschrift: klar, straff, zugleich kraftvoll und tief.
Die großen Rotweine des Hauses reifen bis zu zwei Jahre in kleinen Eichenholzfässern aus Frankreich und Franken. Das Ergebnis sind strukturierte, substanzreiche Weine mit großem Reifepotenzial. Wer sie entdecken möchte, ist eingeladen, in der neuen Vinothek vorbeizuschauen – und Churfranken Schluck für Schluck kennenzulernen.
Pinot Noir mit Signalwirkung
Ein stiller Triumph mit großer Wirkung: Beim Wettbewerb „Best of Franken“ setzte sich der 2022 Großheubacher Pinot „R“ gegen starke Konkurrenz durch und wurde zum Sieger in der Kategorie Rote Burgunder gekürt. Ein Erfolg, der überrascht – und doch folgerichtig ist. Denn dieser Pinot Noir zeigt eindrucksvoll, was in den Steillagen des Großheubacher Bischofsbergs möglich ist. Die Trauben stammen von einem französischen Pinot-Klon, gelesen ungewöhnlich früh am 5. September, präzise vinifiziert, ohne Filtration. Das Ergebnis ist ein Wein mit Tiefe, Spannung und bemerkenswerter Eleganz, der Herkunft und Handschrift klar erkennen lässt. „Nach der Preisbekanntgabe, ist der Jahrgang natürlich längst ausverkauft, aber nun ist der 2023er erhältlich“, freut sich Uli Kremer über den Erfolg.
Kraft und Struktur
Der 2022 Großheubach Bischofsberg Cuvée „Steiner“ präsentiert sich als trockener Qualitätswein mit klarer Handschrift. Merlot und Cabernet Franc verbinden sich zu einem rubinroten, kraftvollen Auftritt. In der Nase zeigen sich saftige rote Beeren, begleitet von feinen Anklängen an Zedernholz. Am Gaumen sorgt eine präsente Tanninstruktur für Tiefe und Länge. Die Goldmedaille der fränkischen Weinprämierung unterstreicht eindrucksvoll die Qualität dieses charakterstarken Weins.
Feinheit mit Herkunft
Der Großheubacher Frühburgunder 2022 zeigt sich trocken, fein und zugleich charaktervoll. Dunkle Beeren und Kirschen prägen den Duft, begleitet von nussigen, leicht rauchigen und kräuterigen Anklängen. Am Gaumen wirkt der Wein jugendlich und geschmeidig, mit mürbem Tannin, lebendiger, gut eingebundener Säure und erdiger Tiefe. Die vom Buntsandstein geprägte Mineralität verleiht Struktur und Länge. Ein typischer Frühburgunder mit klarem Profil, ausgezeichnet mit Gold bei der fränkischen Weinprämierung.
Eleganz und Spannung
Der Chardonnay vom Großheubacher Bischofsberg 2023 überzeugt durch Vielschichtigkeit und Eleganz. In der Nase verbinden sich Kernobst und Zitrusfrucht mit nussigen, dezent buttrigen Noten sowie einem Hauch Holz. Am Gaumen zeigt der Wein reife, klare Frucht, feinen Schmelz und eine präzise Säure. Salzige und leicht rauchige Akzente sorgen für Tiefe, pflanzliche Nuancen für Spannung. Kraftvoll, saftig und nachhaltig im Abgang – ein Chardonnay mit Herkunft und Charakter.
Mineralisch, markant, eigenständig
Ebenfalls beeindruckt der markante und tiefgründige 2023 Großheubacher Bischofsberg Silvaner. Rauchige Holzwürze trifft in der Nase auf reifes Kernobst, feine Zitrusaromen und kräuterige Nuancen. Am Gaumen wirkt der Wein fest und saftig zugleich, mit präziser Säure, pflanzlicher Würze und spürbarer Mineralität von Kreide und Salz. Nussige, leicht tabakige Noten verleihen Komplexität, ein feiner Schmelz sorgt für Balance. Kraftvoll, strukturiert und nachhaltig im Abgang – ein Silvaner mit Profil.
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Fotos: Weingut Kremer

