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Waalwege in Lana

Wer heute auf den Waalwegen unterwegs ist, erlebt eine besondere Mischung aus Natur und Kulturlandschaft. Die Pfade führen durch Waldstücke, entlang von Weingärten, durch Obstplantagen und über Abschnitte mit Kastanienbäumen. Immer wieder öffnen sich dabei, manchmal überraschend, weite Blicke über das Etschtal – Momente der Ruhe und Klarheit. „Die Aussicht über das Etschtal ist besonders charakteristisch für unsere Waalwege. Jeder Weg hat seinen eigenen Reiz. Einige sind leicht begehbar, andere wiederum anspruchsvoller“, sagt Dietmar Knoll vom Bodenverbesserungskonsortium Auenwegleege Niederlana. Auch wenn sich die Region verändert hat, ist eines geblieben: die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft, Wasser und Landschaft. Seit den 1960er-Jahren verläuft das Wasser im Brandiswaalweg unterirdisch und wird von Freizeit- und Erholungszwecken nicht beeinträchtigt. So gelingt es, Tradition und moderne Nutzung nebeneinander bestehen zu lassen. Alle Waalwege sind unterschiedlich. „Zu den bekanntesten Waalwegen in Meran und Umgebung zählen neben dem Brandiswaalweg auch der Algunder und der Marlinger Waalweg. Allesamt sind eindrucksvolle Beispiele einer Kulturlandschaft, die nicht ins Museum gehört, sondern draußen erlebt werden will“, ergänzt Knoll.

Ein System, das weiterlebt

Die Waalwege in Lana und Umgebung sind kein Zeugnis der Vergangenheit, sondern ein Teil des heutigen Alltags. Für die Pflege des Brandiswaalwegs sind die Marktgemeinde Lana und die zuständigen Einrichtungen verantwortlich. Der Tourismusverein Lana und Umgebung begleitet und unterstützt die entsprechenden Maßnahmen. Während sich die Gemeinde um den Weg kümmert, sorgen die weiteren Partner für die Instandhaltung der zugehörigen Anlagen. So wird der Brandiswaalweg laufend gepflegt und für Besucher attraktiv erhalten. „Unser Waal verläuft heute überwiegend in einem geschlossenen Rohrsystem. Dadurch ist der oberirdische Pflegeaufwand gering und das Wasser bleibt frei von Laub oder Verunreinigungen“, erklärt Dietmar Knoll. Während die Waalwege heute vor allem der Erholung und dem Naturerlebnis dienen, haben die Kanäle ihre ursprüngliche Aufgabe nie verloren. Das Wasser wird weiterhin für die Bewässerung und die Frostberegnung genutzt – ein entscheidender Faktor für die Landwirtschaft in den Hanglagen rund um Lana. „Das System ist für die Bewirtschaftung der Obst- und Weinkulturen unverzichtbar“, so Knoll. Solange die Pflege der Obstwiesen und Weingärten besteht, bleibt auch das Waal-System lebendig und eng verbunden mit der Arbeit der Menschen in der Region.

Foto: www.lanaregion.it

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