Hinter dem Konzept des Verbene stehen David Weigang und Verena Schimmel, ein Paar, das Kochkunst als Ausdruck von Persönlichkeit versteht. Monatlich wird mit Experimentierfreude und Leidenschaft ein neues Menü gestaltet, das sich an den Jahreszeiten orientiert. Fast alles, was auf den Tellern landet, stammt von regionalen Produzenten, die sie persönlich kennen. Fisch aus dem Laacher See, Käse und Fleisch von kleinen Eifeler Höfen – jedes Produkt trägt Handschrift und Haltung.
Echte Gastfreundschaft
„Wir möchten, dass Essen nicht nur schmeckt, sondern berührt“, sagt Weigang. Und das gelingt ihm mit einer Küche, die der Guide Michelin als „voller Finesse, modern und saisonal“ lobt. Der verdiente Stern bestätigt, was Gäste längst spüren: Hier wird gekocht mit Hingabe, Neugier und einem sicheren Gespür für Kompositionen, bei denen Farbe, Form und Duft ebenso wichtig sind wie der Geschmack.
Mit etwa 20 Plätzen ist das „Verbene“ ein Refugium im Herzen der Stadt – ruhig, fast verborgen. Wer einmal hier war, versteht, warum die Gäste wiederkommen: wegen der Leichtigkeit, die sich zwischen den Gängen einstellt, und wegen eines Teams, das echte Gastfreundschaft lebt.
Der Name „Verbene“, das wohlriechende Heilkraut, steht sinnbildlich für das, was Weigang und Schimmel vermitteln wollen: Gelassenheit, Lebensfreude und die Kunst, aus Einfachheit Besonderes zu machen.
Als Einstieg serviert das Team ein Feigenblattgranité mit Zitronenverbene, aufgegossen mit Winzersekt vom Weingut im Zwölberich – aromatisch, leicht, und doch von erstaunlicher Tiefe. Dazu werden kleine Apéros serviert – Rheinkiesel mit einer feinen Tomatenbutter aus getrockneten Eifler-Tomaten, Sauerteigbrot mit Sonnenblumenkernen und knusprige Croquetas. Eine Miniaturreise durch Texturen und Aromen, die den Gaumen sanft auf das Menü einstimmt.
Harmonische Weinauswahl
Für die passenden Begleiter im Glas sorgt Martin Godlinski. Mit sicherem Gespür wählt er Weine, die die Handschrift von Külchenchef Michael Roggendorf sanft unterstreichen – oder überrascht mit eigens kreierten Getränken, die genauso individuell sind wie die Gerichte selbst.
Das Menü startet mit einem Hauch von Herbst auf dem Teller: Die samtige Maronensuppe entfaltet ihr nussiges Aroma, während frischer Portulak und die feine Süße von Pflaume für lebendige Kontraste sorgen. Dazu wird ein 2024 Grauburgunder vom Weingut Rings in Freinsheim gereicht – ein Wein mit klarer Struktur, zarter Frucht und eleganter Balance. Was zunächst klassisch klingt, offenbart im Glas eine überraschend unkonventionelle Seite: Zu 80 Prozent im Edelstahltank ausgebaut, bewahrt er seine frische, kernobstartige Klarheit. Der anschließende Ausbau im französischen Barrique verleiht ihm zugleich Tiefe, Struktur und einen Hauch von Vanille. So trifft Pfälzer Mineralik auf feine Holzwärme – eine Verbindung, die perfekt mit der erdigen Eleganz der Marone harmoniert. der den Gang harmonisch vollendet.
Voie Gras – Verbene’s vegetarisches Signature Dish verbindet zarte Intensität mit spielerischer Leichtigkeit. Begleitet von süß-säuerlicher Physalis aus Boppard und nussigen Bucheckern entsteht ein fein ausbalancierter Moment. Dazu ein geschmeidiger 2024er Blanc de Noirs vom Weingut Michael Fiebrich – elegant, klar und mit leiser Ahr-Tiefe.
Der Topinamburgang begeistert mit seiner erdigen Tiefe, die von zarten Bohnen und der spritzigen Säure der Salzzitrone sowie dem knusprigen Buiskuit lebendig kontrastiert wird. Sommelier Martin Godlinski empfiehlt dazu den 2015 Muscaris vom Weingut Galler in Kirchheim an der Weinstraße – ein Pfälzer Klassiker, der mit reifer Frucht, harmonischer Säure und feiner Mineralik den Gang perfekt umspielt.
Eleganz auf dem Teller
Das Wolfsbarschfilet überzeugt mit zarter Textur, begleitet von buntem Mangold und der samtigen Sauce Chiron, die Tiefe und Raffinesse vereint. Dazu mundet ein 2023 Sauvignon Blanc vom Weingut Franz Hahn in Alberweiler – frisch, mineralisch und lebendig, ein perfekter Partner für den delikaten Fischgang.
Herzhafte Finesse
Zart geschmorte Ochsenbäckchen treffen auf aromatischen Palmkohl, begleitet von flaumigen Laugenknödeln und der würzigen Tiefe der Belper Knolle. Jeder Bissen verbindet intensiven Geschmack mit feiner Textur. Dazu begeistert ein 2020 Torre de Palma vom gleichnamigen Weingut im Alentejo, Portugal – kraftvoll, rund und harmonisch, ein Wein, der die rustikale Eleganz des Gerichts harmonisch unterstreicht.
Die Nektarinen leuchten süß-fruchtig neben dem zarten Popcorn vom Oelsberger Gartengemüse, während Mirin eine feine, umamiartige Tiefe hinzufügt. Dazu passt der 2023er Feuerley Riesling Spätlese vom Weingut Matthias Müller in Boppard – mit eleganter Säure, mineralischer Frische und aromatischer Lebendigkeit, die das Dessert zu einem leichten, unvergesslichen Finale machen.
Zum krönenden Abschluss verführen süße Köstlichkeiten. Im Pralinen-Atelier im Brunnenhof der Koblenzer Altstadt entstehen die süßen Meisterwerke in reiner Handarbeit. Ein Höhepunkt darunter ist der „Brunnenstein“: zartschmelzender Nougat, umhüllt von gefriergetrockneter Himbeere, die für einen leichten, knusprigen Säurekick sorgt. Es sind Pralinen, die Textur, Frische und Eleganz vereinen und das Menü harmonisch ausklingen lassen.
Ein Menü voller Höhepunkte: Vom erfrischenden Feigenblattgranité über kunstvoll komponierte Gänge wie Maronensuppe, Wolfsbarsch und Ochsenbäckchen bis zum süßen Finale im Pralinen-Atelier begeistert das Verbene mit seinem sympathischen Team durch Raffinesse, saisonale Frische und überraschende Texturen. Begleitet von fein ausgewählten Weinen wird jeder Bissen zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Informationen:
Restaurant Verbene: www.restaurant-verbene.de
Fotos: Carola Faber







