Vom Flan über bretonischen Kouign-Amann über die Tarte Tropézienne Saint Tropez, dem Baba au rhum aus Lothringen bis zur Tarte Tatin aus der Sologne (Wälder an der Loire): Jede der 18 Regionen verführt mit ausgesucht feinen, speziellen süßen Köstlichkeiten. Hinter jedem Klassiker stehen regionale Traditionen, fundiertes Know-how und eine unverwechselbare Geschichte. Die Rezepte sind ursprünglich für den Professionellen Einsatz entwickelt und für größere Mengen kalkuliert, – es empfiehlt sich ein Taschenrechner. Tradition und Kreativität ergeben ein einzigartiges Geschmackserlebnis. Die modernen Variationen der Meister und Meisterinnen bereichern und beleben das kulinarische Vermächtnis.
Schritt für Schritt
Alle süßen Speisen, die zugleich optische Meisterwerke sind, werden von jeweils einem und einer der besten Patissiers des Landes präsentiert. Es beginnt mit Maxime Frédéric, vielfach ausgezeichnet, von „The World 50 Best Restaurants“ zum Pâtissier des Jahres 2025 gewählt. Er zeigt seine Version der Herstellung einer Haselnusspraline.
Zu allen Provinzen gibt es eine Einleitung, den Kommentar des Profis und Profi Tipps zu seinem/Ihrem Rezept sowie die step-by-step (fr: pas-à-pas) Darstellung der Zubereitung. Ein Segen für jene, die sich bei reinen Rezepttexten unsicher fühlen, ein Eldorado für Backfreunde!
Verrückt nach feinstem Gebäck, Pralinen, Kuchen und Törtchen
Das durchgehend farbige Buch mit den 256 Seiten ist ein Werk der Gründerinnen von „Fou de Pâtisserie“, Muriel Tallandier und Julie Mathieu. Das französische Fachmagazin widmet sich seit mehr als zehn Jahren der hohen Kunst der Feinbäckerei und Süßspeisen. Sie möchten die Rezepte auch Hobbyköchen zugänglich machen, dabei aber die ursprüngliche Präzision bewahren. Gemeinsam mit den Autoren Jean Mathat-Christol und Amandine Lestas unter der Art-Direction von Alain Jacoby-Koaly entstand dieses charmante, verführerische Buch!
Kaiserliche Vanille und Legendäre Irrtümer
Die Auswahl unterschiedlicher Schrifttypen und -größen machen das Lesen und Stöbern abwechslungsreich und stellen jede Leckerei auf unverwechselbare Weise vor. Ein ganzes Kapitel ist der Kaiserlichen Vanille gewidmet, einst von Hernan Cortés nach Europa gebracht, ein anderes den „Legendären Irrtümern“, dem Mythos der Erfolgsgeschichten wie etwa die Erfindung und Namensgebung der Crêpes Suzette.
Das Ende des Buches ergänzten die Autoren noch durch „Triebkraft der Kulinarik“: eine Zusammenstellung glücklicher kulinarischer Fügungen unserer Menschheit. Und eines muss klar sein: in Frankreich wird nicht an allerbesten Zutaten gespart. Das ist Teil der kulinarischen DNA der Grande Nation: Reichlich Butter, viele Eier, edle Sahne „et bien plus encore“.
Hat man je authentisch Pâtisserie-Produkte in Frankreich vor Ort kennen gelernt – wo sie meist am besten schmecken – setzt auch das Maßstäbe für eigene Versuche: für den unwiderstehlichen „Zitronen-Gâteau-Nantais“ von Julien Merceron habe ich doch etwas länger als die angegeben 2:48 Minuten gebraucht – schmeckt trotzdem himmlisch!
Foto: Natalia Khoroshayeva

