Travel

Think Pink in Masiya’s Camp auf Royal Malewane

Aus allen Himmelrichtungen und von beinahe allen Kontinenten scheinen die Gäste aufgebrochen zu sein; für nicht wenige ist es gar ein Wiedersehen mit dem Ranger, der geduldig auf seine Gäste vis-à-vis der Gepäckentnahme wartet. Viel zu tragen hat man eh nicht, ist doch der Rahmen mit 20 Kilogramm Gepäck pro Person auf dem Flug streng limitiert. Da wird es hilfreich sein, dass auf der Lodge alle Wäsche gratis gewaschen werden kann, der Service ist im Preis mit inbegriffen. 

Mit Masiya’s Camp eröffnet Royal Malewane seine jüngste Lodge als Kontrapunkt zu den auf dem Gelände bereits etablierten Luxusalternativen. Im Unterschied zu diesen handelt es sich nunmehr um sechs große Zelte mit wiederum eigener Terrasse und eigenem Pool. 

Der Wohnbereich einer Zeltsuite. Foto: The Royal Portfolio
Der Wohnbereich einer Zeltsuite. Foto: The Royal Portfolio

230 Quadratmeter umfasst jedes der Refugien, optimal für frisch Verliebte oder solche die es werden wollen. Das ganze Camp ist eine Reminiszenz an den jüngst verstorbenen Wilson Masiya, den ersten Master Tracker bei Royal Malewane seit deren erster Lodge auf dem Gelände im Jahr 1999. 

Kräftige Farben und Inspirationen aus aller Welt

Masiya wird bis heute als Koryphäe des afrikanischen Naturschutzes verehrt. Sein tiefes Wissen über die Wildnis und seine spirituelle Verbundenheit zur Tierwelt machten ihn zu einer Legende. Ihm ist es zu danken, dass mannigfaltige Projekte zur Konservierung der historischen Buschwildnis ihren erfolgreichen Anfang nehmen konnten. Vielen Safari Urlaubern ist kaum bewusst, dass noch vor 30 Jahren kaum mehr Wildtiere sich in den Nationalparks befunden haben. Über viele Jahrzehnte hinweg wurden die Tiere gejagt und niedergeschossen, bis fast nichts mehr übrigblieb. Mühselig und mit enorm viel Aufwand verbunden konnten einzelne Populationen mit der Zeit wieder angesiedelt werden, die sich seitdem langsam aber stetig wieder vermehrten und heimisch fühlten. 

Trotzdem bleibt bis heute die zunehmende Gefahr der Wilderei vor Ort. Für interessierte Gäste bietet das Camp ausführliche Einblicke in die Organisation des alltäglichen Kampfes gegen die Wilderei im Royal Malewane Conservation and Research Centre. Auf Wunsch kann auch an Helikopter Patrouillenflügen oder an der Arbeit der Anti-Wilderei Hundestaffel teilgenommen werden.

Badezimmer mit Ausblick. Foto: The Royal Portfolio
Badezimmer mit Ausblick. Foto: The Royal Portfolio

Im Unterscheid zu vielen klassischen Lodges in Südafrika, die sich eher an einem an der Kolonialzeit ausgerichteten Interieur orientieren, zeichnet sich das Design der Gründerin Liz Biden durch einen radikal modernen und zeitgenössischen Anspruch aus. „Viele bringen die Wildnis mit Beige- und Naturtönen in Verbindung, aber die Natur ist voller kräftiger, wunderschöner Farben“, sagt Liz Biden. „Ob Blüten oder Federn – Farbe in der Wildnis bringt Freude und Energie. Für Masiya’s Camp wollten wir etwas Frisches, Aufregendes – ein Rosaton, der an den Sand Afrikas erinnert. Auch die schillernde Gabelracke mit ihrem Türkis, Rosa und Grün diente mir als Inspiration. Marrakesch, dessen Formen und Farben ich liebe, war eine weitere stilprägende Quelle für das Interieur.“ 

Die Fensterfronten im Camp sind allesamt bodentief, die Türen und Mosaike stammen aus Indien und Ostafrika, die Keramik in den Suiten aus Marrakesch und die Vielzahl der Teppiche aus Persien.

Erfahrende Ranger und Tracker

Herzstück der Anlage ist die 360 Grad Bar gleich hinter dem Eingangsbereich (die Drinks sind inklusive). Sie dient auch als Treffpunkt für die beiden Pirschfahrten um 6 Uhr in der Frühe und um 16 Uhr am Nachmittag. In der Mittagszeit wird nach dem lunch meist geruht und die Zeltsuite mit ihren privaten Außendecks genossen. 

Die Bar im Mittelpunkt der Lodge. Foto: The Royal Portfolio
Die Bar im Mittelpunkt der Lodge. Foto: The Royal Portfolio

Da in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag die Sonne niedrig steht, eignen sich diese Zeiten auch gut für die anstehenden Fotomotive. Auf beiden Pirschfahrten pro Tag wird gegen Ende ein Picknick mit eingebaut. Extravagante Wünsche für die Getränke sind kein Problem. Der Ranger fragt diese ab und füllt den Korb ordentlich auf. Mitunter bedarf es dann auch seines Trackers, um die wertvolle Fracht zu zweit in den Jeep zu bugsieren. Frisches Gebäck und lokale Spezialitäten wie mageres Biltong aus eigener Herstellung mit einer kleinen Variation an Dips sind ebenfalls mit an Bord und werden sichtlich von allen genossen. Bis zu drei Stunden dauern diese Ausfahrten als zentralen Momenten einer jeden Safari. Obwohl die Jeeps bis zu zehn Gäste fassen können achtet das Camp darauf, dass im Regelfall nur bis zu vier Personen pro Fahrt sich den Jeep teilen. Bei größeren Gruppen werden im Zweifel gern mehrere Jeeps eingesetzt.

Durchschnittlich verweilen die Gäste bis zu drei Nächten vor Ort. Da vor einigen Jahren die Zäune zum direkt angrenzenden Kruger Nationalpark entfernt wurden, ist die Chance für einen aktiven Wildwechsel vor Ort gestiegen. Ob die „Big Five“ alle gesichtet werden können? Nun, im Regelfall ja, aber eine Garantie gibt es natürlich nicht. Da sich jüngst aber vor allem die Leopardenpopulation im Thorny Busch Game Reserve erholt hat, stehen die Chancen sehr gut. Ganz im Sinne des Namensgebers des Camps wird jeder Pirschfahrt von einem Ranger und dessen Tracker durchgeführt. Vier Augen sehen nun einmal mehr als zwei. 

Der geschützte Außenbereich einer Zeltsuite. Foto: The Royal Portfolio
Der geschützte Außenbereich einer Zeltsuite. Foto: The Royal Portfolio

Es ist faszinierend zu erleben, wie der geschulte Tracker nicht nur die Spuren der verschiedenen Tiere im Sand zu lesen vermag, sondern auch erkennt, wann die Tiere diese Stelle passiert haben. Daraus lässt sich vor dem Hintergrund der Laufgeschwindigkeit erkennen, wie weit diese vom Jeep entfernt sein mögen. Nach der Rückkehr zum Camp du dem sich anschließenden Dinner wird die Zeit meist gemeinsam an der Bar oder an den offenen Feuerstellen verbracht und die Sichtungen des Tages werden diskutiert. Allzulange dürfen diese geselligen Abende nicht werden, erfolgt doch am frühen Morgen gegen 5.30 Uhr der Weckruf des Rangers, um sich gemeinsam neuen Abenteuern im Busch zu widmen. Kaffee, Tee und leichte Kost stehen für eine erste, kurze Stärkung bereit, bevor die Wildnis wartet.       

Nach den intensiven Erlebnissen vor Ort glaubt man, die Welt neu entdeckt zu haben. Für sich und für alle, die ihr Herz in Afrika verloren haben.


Informationen: 

www.theroyalportfolio.com

Fotos: The Royal Portfolio

Teilen: