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Sri Lankas Provinz Galle: zwischen Fischmarkt und Teeplantage

Die kleine Stadt Galle war einst als wichtiger Seehafen bekannt. Von hier aus wurden Gewürze und natürlich Unmengen an Tee verschifft. Heute hat der Hafen seine Bedeutung weitestgehend verloren, obschon hier noch ein reger Fischfang betrieben wird. Mehrere kleine Fischmärkte öffnen täglich entlang der Küstenstraße A2, welche von Colombo über gut 130 Kilometer entlang des Meeres durch dutzende Dörfer führt. 

Galle ist bekannt durch das Galle Fort, der ehemaligen Festung, welche auf die Niederländische Ostindien-Kompanie zurückgeht. Erbaut wurde das Fort 1588 und war als Schutzwall gedacht. Eine massive Granitmauer umgibt das Fort im Süden Sri Lankas, welches zunächst von den Portugiesen erbaut und später von den Niederländern umgebaut wurde. 

Die alte historische Kirche (Dutch Reformed Church) in Galle. Foto: Michael Schabacker
Die alte historische Kirche (Dutch Reformed Church) in Galle. Foto: Michael Schabacker

Historische bedeutsame Kirchen, Büchereien und Bauwerke befinden sich in dieser kleinen Stadt, geben einen Einblick in die Kultur und Kolonialgeschichte Galles. Neben der Dutch Reformed Church, dem Shri Sudharmalaya Buddhist Temple, dem Galle Fort Clock Tower findet man im Zentrum auch die älteste öffentliche Bibliothek Sri Lankas von 1832. Und wer Glück hat, findet sogar noch den einen oder anderen Schlangenbeschwörer.

Tuna and the crab

Kleine Einkaufsstraßen und Bars locken für einen entspannten Gang durch die Gassen des Forts. Und wen der kleine oder auch größere Hunger überkommt, wird in dem „Tuna and the crab“ bestens versorgt. Tolle Fischspeisen direkt aus dem Meer und lokale Spezialitäten werden hier serviert. Verantwortlich für dieses Restaurant zeichnet sich im übrigen Chefkoch Dharshan Minidasa, einem in Tokio geborenem Japaner, der auf Sri Lanka schon fast so etwas wie Kultstatus besitzt

Gericht im Tuna and the crab. Foto: Michael Schabacker
Gericht im Tuna and the crab. Foto: Michael Schabacker

Hier erwartet die Gäste lokales Essen mit dem gewissen Twist in die japanische Küche. Tuna Salad Maki, Tuna Cod Roe Maki, Garlic Chilli Crab oder auch Crab Pasta stehen hier auf der Karte. Und wenn man schon Mal hier ist, darf ein lokales Bier natürlich nicht fehlen. Aus der Lion Brewery (von 1849) kann man hier das Lion Lager bekommen, welches leicht süß mit Noten von Malz und Karamell daherkommt.

Dogtooth-Thunfisch

Verlässt man Galle und fährt weiter südlich, passiert man durchaus den einen oder anderen kleinen Fischmarkt. Nicht nur einheimische Familien kaufen hier, auch die Restaurants beziehen hier ihre Produkte. Das Angebot ist reichhaltig: von Dogtooth-Thunfisch über Zackenbarsche und Bernsteinmakrelen ist hier alles dabei. Zugegeben: Mit der Kühlung der Fische sollte man hier nicht rechnen, daher empfiehlt sich wohl der Einkauf in den frühen Morgenstunden, bevor der Fisch stundenlang auf den Tischen liegt.

Auf dem Fischmarkt in Galle. Foto: Michael Schabacker
Auf dem Fischmarkt in Galle. Foto: Michael Schabacker

Folgt man der A2 weiter entlang der Küste, passiert man zunächst das neue Radisson Collection Resort Galle in traumhafter Lage, ehe kurz hinter dem Kiggala Lake eine Straße in das Landesinnere führt. Nach etwa zehn Minuten erreicht man Handunugoda Tea Estate. Eine sehr schöne Anlage, welche auch durch Führungen erlebbar gemacht wird. 

Tee im Goldgefäß

Hierbei handelt es sich unumwunden noch um einen etwas kleineren Teeproduzenten, produziert werden hier dutzende Teesorten. Und an verschiedenen Stellen sieht man auch die Frauen, die bei der Teeernte teils in weißer Kleidung mit Handschuhen den weißen Tee von den Büschen schneiden. Natürlich ist hier alles reine Handarbeit bei der nur die jungen Knospen von den Zweigen mit einer Schere sorgfältig abgeschnitten werden und dann in ein Goldgefäß kommen. Gut nachvollziehbar, dass eine Arbeiterin hier am Tag nur wenige Gramm ernten kann. 

Bei der Ernte im Handunugoda Tea Estate. Foto: Michael Schabacker
Bei der Ernte im Handunugoda Tea Estate. Foto: Michael Schabacker

Das finale Produkt ist der Weiße Tee (oder auch Silver Tips), welcher einen einzigartigen Charakter besitzt und einen leichten Geschmack von floralen Aromen zeigt. Die besten Ernteergebnisse erzielen die Teeplantagen meist in den trockenen Monaten von Juli bis September. In der Manufaktur des Teeherstellers kann noch der Trocknungs- und Produktionsprozess besucht werden. Ein angeschlossenes Geschäft verkauft Teeutensilien und natürlich verschiedenste Teesorten.  

 

Informationen:

The Tuna and the crab: www.thetunaandthecrab.com

Radisson Collection: www.radissonhotels.com/en-us/brand/radisson-collection

Fotos: Michael Schabacker

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