Foodie

Österreichs Küche im Höhenflug

Der anhaltende Erfolg lässt sich vor allem auf eine Besonderheit der österreichischen Kulinarik zurückführen: die enge Verbindung von handwerklicher Präzision, regionalen Produkten und kreativer Interpretation traditioneller Gerichte. Diese Mischung sorgt nicht nur für internationale Anerkennung, sondern stärkt auch das kulinarische Profil des Landes. Mit inzwischen mehr als 13 MICHELIN Sternen pro Million Einwohner zählt Österreich weiterhin zu den Ländern mit der weltweit höchsten Dichte an ausgezeichneten Restaurants.

Genuss als kulturelles Erlebnis

Gäste schätzen an Österreich nicht nur die Spitzengastronomie, sondern auch die gelebte Alltagskultur rund ums Essen und Trinken. Ob ein Nachmittag im Kaffeehaus, ein Glas Wein beim Heurigen oder regionale Klassiker wie Kasnudeln, Backhendl oder Kaiserschmarrn – kulinarischer Genuss ist hier eng mit Lebensgefühl und Tradition verbunden. Genau diese Authentizität bildet den Kern der aktuellen Positionierung: Dort, wo Landschaft, Handwerk und Persönlichkeiten zusammenkommen, entsteht eine Küche mit unverwechselbarer Identität.

Alpentradition pur: Kaiserschmarrn. Foto: Carola Faber
Alpentradition pur: Kaiserschmarrn. Foto: Carola Faber

Schladming als Bühne der Regionen

Wie lebendig und vielfältig diese Identität ist, zeigte sich exemplarisch bei der Veranstaltung „Bite into Regions 2026 – regional showcase“. In Schladming wurde die alpine Region zum Treffpunkt von Köchen aus ganz Österreich. Mit Eveline Wild, Theresia Palmetzhöfer, Andreas Herbst, Clemens Grabmer, Stefan Eder, Stefan Ell-Mayer, Hubert Wallner, Jeremias Riezler, Maximilian Stöck und Werner Tschiedel präsentierten Vertreter aus acht Bundesländern sowie aus der Gastgeberregion Schladming-Dachstein ihre kulinarischen Handschriften und luden zu einer Reise durch die Genusslandschaften des Landes ein.

Im Untertal verwandelten sich drei Almhütten in temporäre Genussstationen. Gäste konnten sich von Hütte zu Hütte kosten und dabei erleben, wie unterschiedlich regionale Küche interpretiert werden kann. In der traditionsreichen Landalm, einem über 300 Jahre alten Bauernhaus, das liebevoll zu einem Restaurant umgebaut wurde, traf etwa steirische Käferbohne auf Räucherforelle und Vogelbeere. Ergänzt wurde das Menü durch Spezialitäten wie geschmortes Spitzkraut, Zillertaler Wagyu oder Kärntner Kasnudeln mit Trüffel.

Stefan Eder. Foto: Carola Faber
Stefan Eder. Foto: Carola Faber

Auf der Waldhäuslalm, eingebettet in eine weitläufige Almlandschaft, stand die Verbindung von Familienausflug und gehobener Küche im Mittelpunkt. Hier wurden unter anderem Ikejime-Saibling, Blunzntascherl mit Spitzkraut und Bio-Berkshireschwein mit Serviettenknödel serviert – Gerichte, die klassische Hausmannskost mit moderner Technik verbanden.

Autark und authentisch

Die dritte Station, die Söndlalm, setzte bewusst auf Ursprünglichkeit. Die Hütte wird vollständig autark betrieben, gekocht wird traditionell am Holzherd. Neben regionalen Klassikern wie Krautrollen oder herzhaftem Riebl aus Vorarlberger Mais standen auch hausgemachte Mehlspeisen und typische Jausengerichte auf der Karte.

Eveline Wild. Foto: Carola Faber
Eveline Wild. Foto: Carola Faber

Kulinarik als Markenzeichen

Formate wie „Bite into Regions“ zeigen, wie stark sich Österreichs Küche aus der Vielfalt seiner Regionen speist. Die Kombination aus hochkarätiger Spitzengastronomie, gelebter Wirtshauskultur und authentischen Alm-Erlebnissen macht das Land zu einer Destination, die weit über ihre Größe hinaus kulinarische Strahlkraft entwickelt. Die aktuellen MICHELIN-Auszeichnungen sind damit nicht nur eine Momentaufnahme, sondern Ausdruck einer langfristigen Entwicklung, die Österreich als Genussland international sichtbar macht.

Fotos: Carola Faber

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