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Mit der Star Flyer zu den Göttern der Meere

Wer Venedig im Hochsommer bereist, muss einen guten Grund dafür haben. Und welcher Anlass wäre hier trefflicher als eine Reise mit der Star Flyer entlang der kroatischen Küste bis tief hinein in das Herz der Ägäis? Überhaupt ließe sich kaum ein schönerer Startpunkt für eine Segelkreuzfahrt denken, steht doch diese historisierende Reiseform im Einklang mit der reichen Geschichte dieser Hafenstadt. Auch Marc O’Polo, der berühmteste Sohn der Stadt, ist gesegelt, seinerzeit vier Jahre lang auf dem Rückweg seiner großen Asienreise (1291-95). 

Obwohl die meisten Kreuzfahrtschiffe nach den jüngsten Regelungen vor Ort weiter außerhalb des historischen Kerns der Altstadt Venedigs anlegen müssen, hat die Star Flyer vor dem Hintergrund ihrer smarten Größe noch immer das Privileg, am Pier direkt an den Toren der Altstadt bei San Basilio zu residieren. In den späten Nachmittagsstunden gegen 17 Uhr heißt es „Leinen los“ und das Gleiten der Star Flyer durch die lebendige Lagune der Stadt mit dem Lotsen an Bord vor den Klängen von Vangelis hat einen dezidiert romantischen Charakter. 

Die owner suite auf der Star Flyer. Foto: Star Clippers
Die owner suite auf der Star Flyer. Foto: Star Clippers

Lange noch bleiben alle Gäste an Deck und bestaunen das Schauspiel mit dem Blick auf die vielen vorbeirauschenden Sehenswürdigkeiten der Stadt, bevor erst das wiederholte Klingeln des Chefkochs ebenso eindrücklich und endgültig zum Dinner mahnt. Es hat zu dunkeln begonnen und das Restaurant erscheint nun allen zur Freude der vielen Kellner als die passende Abendalternative, sich kennenzulernen. An allen Abenden wird ein à la carte Menü ergänzt durch diverse Buffetalternativen geboten. Die Küche ist international und orientiert sich an den Frischeprodukten der jeweilig bereisten Region.

Wenn sich am ersten Abend die Gäste der Reise einander vorstellen fällt angenehm auf, wie jung und international das Publikum ist. Die ursprüngliche Idee des Firmengründers Michael Krafft, die alten Großsegler nachzubauen und touristisch zu nutzen, hat sich über die Jahre zunehmend verfestigt. Die Segel werden aus ökonomischen Gründen mit der Unterstützung eines Motors gesetzt. Aber auch hierzu ist die Einbindung der vielen Matrosen im Umgang mit den vielen Seilen an Deck zwingend nötig. Es fällt deutlich ins Gewicht, dass wenn immer möglich, unter Segeln gereist wird. Die Kabinen sind sehr funktional eingerichtet, farblich dominieren Gold-, Blau- und Brauntöne in Anklang an die hohe Zeit der historischen Großsegler. Heute haben die Kinder von Krafft das Management der Marke in Monaco erfolgreich übernommen. 

Das Schiff in der Lagune von Venedig. Foto: Frank Dieter Sistenich
Das Schiff in der Lagune von Venedig. Foto: Frank Dieter Sistenich
Wer die Adria in Sichtweite der kroatischen Küste unter Segeltuch bereist mag sich wundern, ob Neptun nicht seit langem seinen Dienst quittiert hat? Die See ist rund um die Uhr für die nächsten sieben Tage mehr als still und reisefreundlich. Erst wenn Poseidon weiter süd-östlich das raue Ruder übernimmt, wird sich das ändern. Aber dazu später mehr. So kann gleich am kommenden Morgen der Aufenthalt auf der Insel Cres zum Baden genutzt werden. Kleine Kajaks werden zudem mitgeführt, um die Bucht paddelnd zu erkunden. Feinen Sandstrand findet man an den Küsten Kroatiens kaum, Kieselsteine dominieren die Strände.

Kleine Altstadt mit historischer Stadtmauer

Die schmalen, hohen Häuser und Gassen, die sich wie ein Labyrinth durch die Altstadt schlängeln, sind ein typisches Beispiel mittelalterlicher Architektur der Region. Die Wappen an den Hausfassaden und auf den Türschwellen erzählen viel über die frühere Lebensweise – die der Fischer, Bauern und Schmiede. Mit Hvar wird die sonnigste kroatische Insel mit ihren Lavendelfeldern, Weinbergen und Städten aus dem Mittelalter erreicht: sie wurde jüngst in die Liste der schönsten Inseln der Welt aufgenommen. Hvar gilt als Perle Dalmatiens. Das Land hat die beiden letzten Dekaden genutzt, seine antiken und pittoresken Städtchen auf das Feinste herauszuputzen. Da die Saison hier nur wenige Monate im Jahr andauert, sind die Preise an Land nicht unerheblich. Ein Paradebeispiel mag Dubrovnik sein. Die kleine Altstadt mit ihrer historischen Stadtmauer wird am Folgetag angelaufen. Wer Kroatien zum ersten Male bereist, kommt aus dem Staunen kaum mehr heraus. Das touristisch hoch professionalisierte Angebot auf engstem Raum wird merkantilistisch ausgereizt. Eine Kugel Speiseeis in der Eisdiele schlägt vor Ort mit vier Euros zu buche.
Verschiedene Weine und Menü-Teller zum Dinner. Foto: Frank Dieter Sistenich
Verschiedene Weine und Menü-Teller zum Dinner. Foto: Frank Dieter Sistenich

Der Charme dieser Stadt in den touristischen Zeiten der Nebensaison muss einmalig sein. Die Eindrücke sind überwältigend, das wirkt unsere Star Flyer wie ein kleiner, ungezwungener privater Rückzugsort mit endlos viel Platz für jeden einzelnen Gast. 

Historische Orte prachtvoll saniert

Ein Traum für sich ist die Einfahrt nach Montenegro. Viele der Gäste erleben auch dies zum ersten Mal und das Labyrinth der kleinen, begrünten Buchten mag endlos erscheinen, bis an deren Ende mit Kotor jene alte Kleinstadt erreicht wird, die unter der Zeit der Habsburger Monarchie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine regelrechte Blütezeit erlebte. Vor allem die amerikanischen Gäste an Bord wähnen sich wie im Märchen. Auch hier ist alles tipp top saniert und für die internationalen Gäste aufbereitet. Dank der kleinen Tenderboote der Star Flyer kann ein ständiger Pendelservice zur Stadt eingerichtet werden, so dass ein jeder optimal über seine Zeit verfügen kann.

Mit Korfu wird die gewiss grünste Insel des Mittelmeeres angelaufen. Hier endete seinerzeit das Habsburger Reich, der Palast Achilleion (1889-91) von Kaiserin Sisi als Geschenk ihres Mannes Kaiser Franz Josef dient noch immer als ein Wahrzeichen der Insel und wird heute meist für Ausstellungen genutzt. Neben der Insel Kreta steht Korfu heute aber vor allem für eine hochwertige Olivenöl Produktion, die vornehmlich für gesundheitliche und kurative Zwecke genutzt wird. Der Besuch einer solchen Olivenmühle legt ein beredtes Zeugnis über die Bedeutung der phenolischen Bestandteile eines hochwertigen Öls für das Wohlbefinden ab. 

Auch ein kleiner Pool findet sich an Deck. Foto: Frank Dieter Sistenich
Auch ein kleiner Pool findet sich an Deck. Foto: Frank Dieter Sistenich

Für viele Reisenden, gerade auch der Gäste aus dem angelsächsischen Raum, ist der Besuch von Katakolon und der UNESCO Weltkulturerbe Stätten der ersten Olympischen Spiele der Antike ein Höhepunkt der besonderen Art. Der Besuch der historischen Anlagen, die sehr informativen Erläuterungen der lokalen Reiseleiterin und der Besuch des sich anschließenden Museums geben prägende Einblicke in die Spiele aus der Zeit von 776 v. C. bis 393 unserer Zeitrechnung. Die Überreste der archaischen Tempel der Hera und des Zeus lassen die ebenso elegante wie funktionale Pracht der Antike erahnen. So wie Neptun folglich Poseidon ablöste, so löste die römische Dominanz die zuvor geltende hellenistische ab. 

Tenderboote nach Santorini

Alter Wein in neuen Schläuchen? Bei weitem nicht. Die römische Epoche ist mit der griechischen nicht zu vergleichen. Vor allem die notwendige Balance zwischen Körper und Geist wurde in der hellenistischen Epoche deutlich höher geschätzt als anschließend unter den Römern, die die Physis als Grundlage für einen gesunden Geist abwerteten. Wie dankbar muss man heute sein, historische Zusammenhänge unserer Zivilisation auf einer Segelkreuzfahrt erläutert zu bekommen und die Stätten persönlich in Augenschein nehmen zu können. 

Auf Santorini kommen wieder die roten Tenderboote der Star Flyer zum Einsatz, um die Gäste auf die Insel zu bringen. Die prähistorische Siedlung von Akrotiri wurde im Jahr 1700 vor Christus von der Lava eines Vulkanausbruchs überzogen und noch heute sind eine Vielzahl von Details des alltäglichen Lebens der Zeit an der Ausgrabungsstätte ablesbar. Der Nachmittag gehört den verschlungenen Gassen mit ihren Restaurants, Eisdielen und Shopping Optionen auf der Höhe der Insel, bevor die berühmte Seilbahn alle wieder zurück in die Bucht bringt. 

Santorini ist immer eine Reise wert. Foto: Frank Dieter Sistenich
Santorini ist immer eine Reise wert. Foto: Frank Dieter Sistenich

Da Poseidon mittlerweile das Sagen hat und die See immer stürmischer braust, wird auch das Segelerlebnis nochmals verstärkt. Allerdings zu dem Preis, die Insel Mykonos nicht mehr anlaufen zu können. Der kleine Hafen wurde kurzerhand geschlossen. Schnell aber ist mit Milo Ersatz gefunden und eine Rundfahrt über die Insel mit der Fundstelle der Venus von Milo (heute im Louvre platziert) erinnert nochmals an die vielen wertvollen, historischen Bezüge dieser Reise. Athen ist beinahe in Sichtweite und wird in den frühen Morgenstunden für die Ausschiffung erreicht. 

Eine Reise mit der Star Flyer verbindet Elemente der Vergangenheit mit denen der Gegenwart. Sowohl an Bord wie auch an Land kann sehr viel Schönes erlebt werden. Zu jeder Destination stehen mindestens drei, zumeist sogar vier Alternativen für das Landprogramm zur Wahl. Eine jede wird ausführlich am Tage zuvor vor dem Abendessen vom Kreuzfahrtdirektor vorgestellt und diskutiert. Die Küsten der vier Länder Italien, Kroatien, Montenegro und Griechenland gehören mit zu den schönsten Regionen Europas. Ab Sommer 2027 werden zudem in Kroatien und Griechenland neue kleine Häfen angelaufen. Sie alle mit der Star Flyer elf Nächte lang bereisen zu können bleibt ein ewig lebendiges Ereignis.


Informationen:

www.starclippers.com

Fotos: Frank Dieter Sistenich, Star Clippers

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