Die Ostaia Ca‘ Lvnae öffnet im Obergeschoss der Enoteca, wo auch die Degustationen stattfinden. Hier empfangen Matteo Domenichini und Team dienstags bis samstags mittags zum Pranzo und nachmittags zur Merenda ihre Gäste. Ideal für Besucher ist daher das geschnürte Gesamtpaket aus Gutsbesichtigung, Degustation und Mittagessen für 75 Euro. Hierzu wechselt Matteo regelmäßig das Menü kann sich perfekt auf den Tagesmärkten ringsum mit Frischwarne bedienen und so zauberhafte Gerichte mit Tradition und Lokalbezug präsentieren, die die Schätze des Meeres und der aufsteigenden Berge vereinen.
Zur Merenda werden hingegen eine Auswahl von Wurst- und Schinkenwarne lokaler Hersteller und vor allem Käseplatten geboten. Hinzu kommen salzige Törtchen. Hauptprotagonist eines jeden Degustationsmenüs ist aber der Wein: Zu jedem Gang wird ein Glas aus dem Hause LVNAE geboten. Und passend etwa zu ligurischen Gerichten wie der Pasta mit Pesto Genovese, der traditionsreichen ligurischen Focaccia mit dem Formaggio di Recco, dem in Genua beliebten Recco-Käse, der auch mal durch Fontina-Käse ersetzt werden kann, sind die Vermentino-Weine, allen voran die „Etichetta nera“, allemal. Perfekt zum Vermentino munden auch Trofie bzw. Trofiette, Mini-Gnocchi. Und eine Spezialität sind die in Salzwasser gebrühten Weißlinge, kleine Fische, die in Italien „Bianchetti“, im lokalen ligurischen Dialekt „Gianchetti“ genannt werden.
Liköre und neuer Weinkeller
Das gesamte Gut hat Architekt Tiziano Lera perfekt restauriert, u. a. ist auch die neue Liquoreria mit Werkstatt hinzu gekommen. Denn Likör wird in den Cantine Lvnae auch produziert. Die neue Cantina baute indes Andrea Del Sere. Zu ihr meint Diego Bosoni, mit Paolo Bosoni Eigner des seit 1966 betriebenen 65 Hektar großen Gutes, das zudem – ganz traditionell – von über 100 kleinen Traubenlieferanten unterstützt wird und so das ökonomische Rückgrat des Gebietes bildet: „Unser Keller wurde geplant, um die Beziehung zwischen Land und Mensch zu feiern und soll eine Hommage an den Vermentino und die Colli di Luni sein.“ Und: „Er wurde entworfen, um unseren Weinen ein Zuhause zu geben, aber auch mit der Absicht, Räume für die Forschung und die Erforschung neuer önologischer Projekte zu haben und nicht zuletzt, um mit unserer Arbeit Schönheit zu schaffen und Wein mit einem Ansatz zu produzieren, der Logik und Sensibilität, konkrete Gesten und subtile Energien kombiniert“.
Colli di Luni DOC
Es ist übrigens egal, ob man „Lvnae“ nun mit „v“ oder „u“ schreibt. Das „v“ ist nur ein Hinweis auf die lange Tradition. Denn in diesem winzigen Landstrich, der zwischen Ligurischem Meer und Apuanischen Alpen eingezwängten winzigen DOC-Region Colli di Luni waren 177 v. Chr. die Römer die ersten, die hier erfolgreich Wein anbauten. Den Erfolg bestätigte Plinius der Ältere 65 n. Chr. für die Nachwelt. Hauptort war damals Lunae, ein gut ausgebautes Städtchen an der Mündung des Flusses Magra.
Heute produziert die Region Colli di Luni gerade einmal 2500 Hektoliter Vermentino. Mithin ist die Etichetta nera, deren Trauben nur aus den allerbesten Lagen in 300 Metern über dem Meeresspiegel an den schroffsten und schwierig zu bearbeitenden Hängen gedeihen, eine besondere Rarität. Es gibt auch eine „Etichetta grigia“, ein graues Etikett, deren Trauben aus den niedrigeren Hügeln stammen, sowie den Vermentino „Labianca“, dessen Trauben in Küstennähe wachsen. Über diese drei postiert sind nur der Cavagino, ein eleganter und komplexer Vermentino, der zu den ersten Cru seiner Art zählt, und der Paradewein „Numero Chiuso“, von dem jährlich nur 2600 Flaschen abgefüllt werden.
Hinzu kommen lokale autochthone Sorten wie Albarola, Vermentino Nero oder Pollera. Neueste Errungenschaft in der Weinkollektion von Lvnae ist daher der perlende Cuvée Lvnae, ein klassischer Jahrgangs-Metodo Classico mit perfekter Balance zwischen Vermentino und Albarola.
Flaggschiffwein mit Identität
Aber der die Identität des Genius Loci stiftende Flaggschiffwein ist und bleibt die Etichetta nera! Diego Bosoni: „Dieser Vermentino ist das Ergebnis jahrelanger Studien, Forschungen und Beobachtungen und hat nie aufgehört, im Glas die ganze Leidenschaft und den tiefen Respekt auszudrücken, den wir für dieses einzigartige und bedeutende Gebiet empfinden.“ Mikroklima, Sonnenlicht und Wind bilden die Zutaten für die Spitzenqualität der Vermentino-Trauben.
Und das schwarze Etikett steht für Tradition und Innovation, Experimentierfreude, den Schutz der Biodiversität und dem Gemeinschaftssinn in diesem Landstrich. Davon erzählen auch das zum Gut gehörende Museo della Cultura Materiale del Vino und der Giardino degli Aromi, der Kräutergarten, aus dem sich auch Chef Matteo Domenichini bedient. Trocken, fruchtig, aromatisch und reich an Komplexität, dazu strohfarben, mit hellgelben, fast goldenen Reflexen, mit Noten von Apfel und Akazienhonig, einem Hauch von Wildblumen, reifen Früchten und Gewürzen, verwöhnt dieser leckere LVNAE Etichetta Nera Colli di Luni DOC Vermentino 2024 nach vier Monaten im Stahltank den Gaumen – idealerweise bei 8° Celsius serviert!
Informationen:
Cantine Lunae (Lvnae): www.cantinelunae.com
Liköre: www.essentiaelunae.com
Fotos: Cantine Lunae

