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Florida: Heli-Entdeckungstour und Katamaran-Trip

Miami, Orlando, Key West oder die Everglades – das sind meist die ersten Orte, die mit Florida in Verbindung gebracht werden. Dabei wird eine Region häufig übersehen: der Nordwesten des Sunshine State. Entlang der smaragdgrünen Golfküste entfaltet sich eine Küstenlandschaft, die ursprünglicher kaum sein könnte – mit schimmernden Stränden, unberührter Natur und einer Gelassenheit, die sofort entschleunigt.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in Panama City Beach – einem Küstenort rund 130 Kilometer westlich von Floridas Hauptstadt Tallahassee, der viel mehr zu bieten hat als nur Sonne und Sand. Die Möglichkeiten reichen von stiller Naturbeobachtung bis hin zu Abenteuern über und unter Wasser – oder aus der Luft.

Einen unvergleichlichen Überblick über die Region verschafft ein Flug mit Panhandle Helicopters. Die beliebte „Shell Island Tour“ dauert rund 20 Minuten und erstreckt sich über 32 Meilen. Mit an Bord: eine spektakuläre Aussicht auf das türkisblaue Wasser der St. Andrews Bay, den naturbelassenen St. Andrews State Park, die Grand Lagoon, den Shipping Channel und Shell Island – ein naturgeschütztes Inselparadies, das nur per Boot oder aus der Luft erreichbar ist.

Hubschrauberpilot Josh Dittrich. Foto: Christian Euler
Hubschrauberpilot Josh Dittrich. Foto: Christian Euler

Von oben wirken die Küstenlinien wie gemalt: Das Meer schimmert in Blau- und Grüntönen, an der Grenze zur Dünenlandschaft rollen kleine Wellen über den fast weißen Sand. Delfine gleiten durchs Wasser, während sich Spaziergänger sich wie winzige Punkte auf dem langgezogenen Pier verteilen. Eine Szenerie, die den Beinamen „Emerald Coast“ mehr als verdient hat.

Am Steuer des Helikopters sitzt Josh Dittrich – ein Mittzwanziger, der sich in Florida seinen Traum vom Fliegen erfüllt hat. Der gebürtige Trierer ist nicht nur Pilot, sondern auch Fluglehrer. Über Funk erzählt er während des Flugs von Wracks auf dem Meeresgrund, vom empfindlichen Ökosystem der Lagunen und den Schutzmaßnahmen rund um Shell Island. Besonders eindrücklich sind seine Geschichten über die Rochen, die mitunter die Größe von Jetskis erreichen, und über seltene Walbeobachtungen in der Bucht. 

Die Vogelperspektive ordnet die Welt neu: Während Hotels und Ferienhäuser wie Spielzeugmodelle wirken, ziehen die unberührten Mangrovenstreifen den Blick auf sich. Das Zusammenspiel aus Natur und Küstenarchitektur wird hier oben eindrucksvoll greifbar.

Die nordwestliche Golfküste aus der Vogelperspektive. Foto: Visit Panama City Beach
Die nordwestliche Golfküste aus der Vogelperspektive. Foto: Visit Panama City Beach

„Einige Fluggäste sind am Anfang noch ein wenig nervös“, erzählt Josh nach der Landung mit einem Lächeln. „Aber sobald wir über den Baumwipfeln sind, löst sich das in Luft auf. Dann sehen sie den Strand, das Wasser – und sind einfach nur begeistert. Ab da vergeht die Zeit buchstäblich wie im Flug.“ Und er hat recht: Die gut 20 Minuten in der Luft vergehen viel zu schnell. Gerne hätte der Rundflug doppelt so lange dauern dürfen.

Mit dem Katamaran nach Shell Island

Wer nach dem Helikopterflug nicht genug bekommen hat von Panorama und Perspektivwechsel, lässt das Naturerlebnis einfach auf dem Wasser weitergehen. Eine dreistündige Katamaran-Tour mit „Island Time Sailing“ verbindet sanften Fahrtwind mit karibischem Flair. Skipper Clay Evans steht selbstbewusst am Steuer. Er ist in Panama City Beach aufgewachsen, kennt jede Bucht, jeden Sandstreifen, jeden Sonnenuntergang. An über 300 Tagen im Jahr ist er auf dem Wasser unterwegs, sagt er uns – und noch immer schwärmt er für die Gegend, als sähe er sie zum ersten Mal. Seine Begeisterung ist ansteckend.

Mit Meeresbrise im Gesicht, Sonnenschein auf der Haut und karibischer Musik in den Ohren beginnt die Tour. Der Katamaran gleitet über die glitzernde St. Andrews Bay, vorbei an den besten Spots zur Delfinbeobachtung. Ein Highlight ist der Halt vor Shell Island. Die sandige Halbinsel ist ein kleines Naturparadies fern jeder Infrastruktur: keine Straßen, keine Häuser – nur weiße Strände, kristallklares Wasser und ursprüngliche Dünenlandschaft.

Halt vor Shell Island: Foto: Christian Euler
Halt vor Shell Island: Foto: Christian Euler

Hier bleibt der Katamaran für eine gute Weile vor Anker. Wer möchte, kann schnorcheln, Muscheln sammeln oder einfach barfuß den Sand unter den Füßen spüren. Andere lassen sich mit einem kühlen Rum Punch in der Hand auf dem Sonnendeck treiben und genießen den Blick auf das schimmernde Wasser. Auf Shell Island lässt sich die Natur in weiten Teilen noch ursprünglich erleben – auch wenn man sie nicht m

Die abgeschiedene Insel hat sich inzwischen zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Die Zeit scheint auf dem Katamaran ein wenig langsamer zu vergehen. Und genau das ist vielleicht das größte Geschenk dieser Bootstour: das Gefühl, für einen Moment einfach da zu sein – zwischen Wasser, Wind und Weite.

Panama City Beach mag kein gänzlich unentdeckter Ort mehr sein – doch die Küstenstadt zählt nach wie vor zu den schönsten Regionen Floridas. Mit endlosen Stränden, außergewöhnlichen Naturerlebnissen und einer vielfältigen Kulinarik bietet sie alles, was das Herz von Reisenden höherschlagen lässt. Wer Florida abseits der bekannten Pfade entdecken möchte, findet in Panama City Beach ein Ziel, das nicht nur einmalig ist – sondern immer wieder neue Geschichten erzählt.

Katamaran-Kapitän Clay Evans. Foto: Christian Euler
Katamaran-Kapitän Clay Evans. Foto: Christian Euler

Informationen:

Panama City Beach: www.visitpanamacitybeach.com

Panhandle Helicopter: www.panhandlehelicopter.com

Katamaran-Tour: www.islandtimesailing.com/service/shell-island-snorkel-sailing-cruise

Fotos: Christian Euler, Visit Panama City Beach

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