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Excelsior Hotel Ernst: zwischen Tradition und kulinarischer Exzellenz

Den Kölner Dom zum Greifen nahe, direkt auf der Domplatte positioniert: Es fällt schwer in Deutschland ein noch zentraleres Hotel zu finden. Das Hotel Ernst mit dem imposanten Beinamen „Excelsior“ – lateinisch für „das Erhabene“ – kann auf eine wahrhaft bewegte Geschichte zurückblicken. 162 Jahre stehen in den Geschichtsbüchern des Hotels, 162 Jahre, die wechselhaft und erfolgreich für das Haus waren.

Kaiser Wilhelm I.

1863 von dem königlichen Hofrestaurateur Carl Ernst gegründet, konnte das Hotel Ernst schon früh durch seine Lage und vortreffliche Ausstattung nationale und internationale Gäste beherbergen. Neben führenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kunst, fand auch der eine oder andere Adels- und Würdenträger den Weg hinter die Mauern des Excelsior Hotel Ernst. Unter ihnen auch eine der bekanntesten Persönlichkeiten derzeit, der erste deutsche Kaiser Wilhelm I., welcher vom Hotel aus die Fertigstellung des Kölner Doms miterlebt haben soll.
Gang zu den Zimmern und Suiten. Foto: Michael Schabacker
Gang zu den Zimmern und Suiten. Foto: Michael Schabacker

Neben der hohen Servicequalität konnte das Hotel bereits vor über 160 Jahren mit eigenen Bädern in den Zimmern auftrumpfen. Was heute schon fast in jeder Jugendherberge zu finden ist, war im Jahr 1863 ein absolutes Novum. Während des Ersten Weltkriegs verwandelte sich das Haus dann kurzzeitig zum Hauptquartier für die britischen Truppen. 1926 öffnete das Excelsior Hotel Ernst wieder seine Pforten für Hotelgäste.

Michelin-prämiertem Gourmetrestaurant

Und auch in den folgenden Jahrzehnten büßte das Fünf-Sterne-Grandhotel nichts von seinem guten Ruf ein. Natürlich sorgten Renovierungen der verschiedenen Bereiche stets für die notwendigen Modernisierungen, die Geschäftsleute, Politiker und auch Privatleute von der heutigen Luxushotellerie erwarten. Neben diesen baulichen Veränderungen sind es aber vor allem auch die gastronomischen Einheiten des Hotels die über jeden Zweifel erhaben sind.

Das stilvolle Treppenhaus im Excelsior Hotel Ernst. Foto: Michael Schabacker
Das stilvolle Treppenhaus im Excelsior Hotel Ernst. Foto: Michael Schabacker

Neben der Hanse Stube und einem vorzüglichem Frühstücksangebot, punktet das Hotel vor allem durch das „taku“, dem mit einem Michelin Stern prämierten Gourmetrestaurant. Verantwortlich für die Kreation der Menüs zeichnet sich Mirko Gaul. Seit nunmehr 14 Jahren kann sich das taku den Stern an die Eingangstür nageln – Beleg für langjährige Konstanz. Der gebürtige Kölner Chefkoch wirkt im taku entlang von modernen, asiatischen und stets geschmacklich wohl akzentuierten kulinarischen Pfaden.

Auf den Fine Food Days Cologne zum Koch des Jahres 2025 gekürt, heimste Gaul noch nebenbei den nächsten Titel ein. Immer gut für die Vita, aber braucht er das überhaupt? Wohl eher weniger, denn er ist an die Region gebunden, hat Familie und fühlt sich als Teil der Ernst-Familie wohl, so sagt er.

Das taku Restaurant: elegant, asiatisch puristisch. Foto: Michael Schabacker
Das taku Restaurant: elegant, asiatisch puristisch. Foto: Michael Schabacker

Und wohlfühlen können sich auch die Gäste im taku, keine Frage. Es ist kein Restaurant mir viel Chi-Chi, eher ein Ort des Genusses mit klarer und aufgeräumter Architektur. Klar, wir reden von asian-influenced Cuisine, da sollte es auch traditionell ein wenig fernöstlich arrangiert sein. Vom Empfang geht es vorbei an zwei auf Säulen stehenden Vasen, einen beleuchteten Steg folgend, welcher sich an einer Mauer mit Backsteinelementen finalisiert.

Der Raum fasst 35 Gäste – und tatsächlich kommen auch viele Genießer aus Belgien, laut Mirko Gaul. Aber die meisten Gäste kommen aus Köln oder der Kölner Umgebung. Und die können sich auf ein Menü freuen, welches durch tolle Produkte wie Trüffel aus Italien oder Spanien, Aal aus regionaler Zucht oder auch das eine oder andere Fleisch von Otto Gourmet erstellt wird. Und richtig klassisch, wie in der asiatischen Küche üblich: Sättigungsbeilagen Fehlanzeige.

Island-Kabeljau mit Osietra Kaviar. Foto: Michael Schabacker
Island-Kabeljau mit Osietra Kaviar. Foto: Michael Schabacker

Steak Tartar vom Mangalica-Schwein

Es sind Gerichte wie zum Beispiel „Steak Tartar vom Mangalica-Schwein“, die eben Produkte beinhalten, die sich weit jenseits des Mainstreams befinden. Mit einem Fettanteil von bis zu 70 Prozent der Gesamtmasse ist es eine der fettesten Schweinrassen überhaupt. Das Mangalica-Schwein oder auch Wollschwein genannt, ist eine ungarische Schweinerasse, die, wie oben erwähnt, von Otto Gourmet vertrieben wird. Tatsächlich ist dieser Lieferant bekannt für seine hochwertigen Produkte und ist Haus- und Hoflieferant für diverse Sterneköche.

Mit dem gegrillten Unagi (Aal) oder Island-Kabeljau kommen zwei tolle Fischgänge auf den Tisch, die zum einen mit Lauch und Buchenpilzen und zum anderen beim Kabeljau mit einem schönen Klecks Osietra Kaviar unterstützt werden. Bei beiden Gerichten stehen tatsächlich die einzelnen Zutaten im Vordergrund: Der Aal, für viele vielleicht ein eher ungewohntes Produkt, ist absolut nicht „übermächtig“ im Kontext der Zutaten Macadamia und Bio-Eigelb.

Fantastisches US-Entrecôte. Foto: Michael Schabacker
Fantastisches US-Entrecôte. Foto: Michael Schabacker

US-Entrecôte auf den Teller

Ein wahnsinnig schmackhafter und weit angereister Gast kam in Form eine US-Entrecôte auf den Teller. In der Regel ein stark marmoriertes Steak aus dem vorderen Rücken, ist dieses Fleisch prädestiniert als Grillware, keine Frage. Und eben so kam es an den Tisch, fein gegrillt und mit einer ordentlichen Trüffelgarnierung: perfekt. Die darauf folgende handgetauchte Jacobsmuschel mit Gurke und Walnuss hatte ein leicht süßliches Fleisch mit dezent nussigem Aroma, wunderbar.

Nicht minder überzeugend war die Weinauswahl des Sommeliers, der den einen oder anderen besonderen Tropfen aus dem Kühlraum zauberte. Vom Vorzeigeweingut Battenfeld-Spanier kam zum Start mit dem Riesling Reserve vom Kalkstein 2018, spontanvergoren im Doppelstückfass, ein fein komplexer Wein mit Grapefruit, Aprikose und Mandarinen Noten ins Glas. Über weitere deutsche Weine und einer Rosé-Perlage von Pol Roger, kam es dann zu recht ungewöhnlichen Weinen zum Menü. 

Weinbegleitung im taku: außergewöhnlich. Foto: Michael Schabacker
Weinbegleitung im taku: außergewöhnlich. Foto: Michael Schabacker

Mit dem Domaine Leflaive Charmes-Chambertin Grand Cru 2013 zeigt sich rote Beere mit perfekt austarierten Tanninen aus der Flasche im Glas. Der aus dem Burgund kommende Franzose ist eine absolute Versuchung wert – die allerdings auch seinen Preis hat. Nicht minder interessant der 1994 Chateau Batailley Grand Cru. Dieser Cabernet Sauvignon zeigt eigentlich alles, was einen Wein dieser Rebsorte ausmacht: konzentrierter Fruchtgeschmack und die tiefdunkle Farbe. Wunderbar harmonisch hier das Spiel zwischen Säure, Tanninen und erdigem Bouquet.

Mirko Gaul und sein Team liefern nicht nur in der Küche fantastisch ab, überzeugen durch ihre klare Linie und immer wieder schön akzentuierten Noten wie zum Beispiel beim Kabeljau und Unagi, sondern geben auch bei der Weinbegleitung richtig Gas. Hier sich Mal etwas jenseits der klassischen Weinbegleitung zu bewegen, ist eine schöne Erfahrung um vielleicht einmal Weine zu genießen die nicht alltäglich sind…

    

Informationen:

Excelsior Hotel Ernst: www.excelsiorhotelernst.com

taku: www.taku.de

Fotos: Michael Schabacker

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