Foodie

Ein Stern mehr unter dem Sternenzelt des JW Maldives

Eine leichte Brise weht über „Van’gaaru Island“, dem Standort des JW Maldives, gut eine Flugstunde von der Hauptstadt Malé. Die Füße tauchen leicht in den Sand ein, das Wasser steht still in der Lagune, die angenehmen Abendtemperaturen laden ein langsam zu gehen, die Atmosphäre der Insel aufzunehmen. Ein Blick nach oben lässt verharren, die unglaubliche Schönheit des endlosen Sternenhimmels über den Malediven fesselt.

Waiblinger Sternekoch

Fast fällt es schwer sich zu lösen. Die Weitläufigkeit der Insel entschleunigt und lässt die Gäste ihre Urlaubstage im Resort genießen. Hie und da sieht man die Schatten anderer Gäste, am Ende des Strandes leuchtet schemenhaft die Kontur des „Wabi Sabi“ Restaurants, eines der insgesamt fünf Restaurants des JW Maldives. Nur ein paar Meter sind es vom Strand hinauf auf den Holzsteg, das Restaurant empfängt seine Gäste täglich zum Dinner. Und jüngst erschien hier ein Stern mehr: zu verschiedenen Events, unter anderem zu einem Dinner im „Wabi Sabi“, kam Sternekoch Bernd Bachofer aus Waiblingen mit seinem Team angereist.

Ihn hier zu treffen, scheint bei seiner Vita fast nicht ungewöhnlich zu sein. Nach der Ausbildung zum Koch im Gasthof Hirsch in Stetten und der Küchenchefstelle im Offizierscasino in Dillingen an der Donau folgten einige Jahre in der Schweiz wie in den Bürgenstock-Hotels in Luzern, im Quellenhof in Bad Ragaz, im Chesa Pirani in La Punt und im Carlton Hotel in St. Moritz. Weitere Stationen waren Vincent Klink in der Wielandshöhe, das Oriental Hotel in Bangkok, Sylt (Jörg Müller) und das „Zum Hirschen“ in Fellbach. Seit Februar 2003 ist er Küchenchef, Pächter und alleiniger Geschäftsführer im Restaurant Bachofer.

Bernd Bachofer (rechts) bei den Vorbereitungen. Foto: Michael Schabacker
Bernd Bachofer (rechts) bei den Vorbereitungen. Foto: Michael Schabacker

Die zahlreichen inspirierenden beruflichen Reisen nach Bangkok, Indonesien, Südafrika, China, Baskenland, Kambodscha, Vietnam, Japan, Indien, Laos, Myanmar, Sri Lanka oder Dubai konnte Bachofer nunmehr um eine weitere Station, die Malediven, erweitern. Als vinophile Ergänzung für das Bachofer-Menü kamen Weine von Kai Schubert in die Gläser. Der Pinot Noir Fan leitet seit 1998 auf 14 Hektar das Weingut Schubert Wines im kleinen Weindorf Martinborough, an der Südspitze von Neuseelands Nordinsel.

Menü im „Wabi Sabi“

„Sashimi and Tartare“ – das erste Gericht nach dem Amuse kam mit einem Thunfisch (Bluefin), Miso Eiscreme, einer Shiso Vinaigrette und einer crispy Nori daher. Von Kai Schubert kam zu diesem Gang ein 2020 Sauvignon Blanc in die Gläser – passgenau zum Thunfisch ausgewählt.

„Sashimi and Tartare“ wurde unterstützt von einem Sauvignon Blanc. Foto: Michael Schabacker
„Sashimi and Tartare“ wurde unterstützt von einem Sauvignon Blanc. Foto: Michael Schabacker

Nach dem „Langostino Tempura“-Gang und dem „Pilgrim`s Shell“ (Vadauvan Dashi, einer japanischen Hollondaise und Shiitake Dim Sum) folgte mit dem „Monk Fisch“-Gang der vielleicht beste Teller des Abends. Mit grünem Spargel, Koshihikari Reis und Shimee Mushrooms wurde der Seeteufel wunderbar inszeniert. Als flüssige Begleitung überrasche Kai Schubert mit zwei Pinot Noirs: dem 2019 Marion`s (benannt nach seiner Frau) und einem 2020 Block B. 

Der letzte Hauptgang kam in Form eines Wagyu an die Tische. Das „Braised Wagyu Short Rib“ wurde begleitet von einer geräucherten Kartoffelcreme, grünem Curry und Yuzu Melone. Ein etwas kräftigerer 2020 Syrah war die perfekte Ergänzung.

„Langostino Tempura“-Gang mit Thai-Basil Oil & Gel, Pak Choi. Foto: Michael Schabacker
„Langostino Tempura“-Gang mit Thai-Basil Oil & Gel, Pak Choi. Foto: Michael Schabacker

Riha: ein besonderer kulinarischer Ort

Doch auch jenseits der „klassischen“ Restaurants des JW Maldives kann Kulinarik zelebriert werden. Das „Riha“ Restaurant ist der Ort im JW, der für die besonderen Momente parat steht. Es ist ein gerade mal für sechs Personen ausgelegtes Restaurant im Freien, eine kleine Kochstelle mittig eines Halbkreises mit Sitzgelegenheiten wird für die Zubereitung der Speisen genutzt. 

Chefkoch Bir Yadav, der seit nunmehr eineinhalb Jahren als Chefkoch das Sagen über die Restaurants des Hotels hat, gestaltete zusammen mit Kai Schuberts Weinbegleitung jüngst ein ganz spezielles Dinner-Event. Der aus Indien stammende Bir, der bereits für Four Seasons und Oberoi gearbeitet hat, legt nicht nur Wert auf hochwertige Zutaten, er steht auch für kreative und geschmacksintensive Prozesse in der Küche.

„Foie Gras Shewermal“: Frittierte Foie Gras. Foto: Michael Schabacker
„Foie Gras Shewermal“: Frittierte Foie Gras. Foto: Michael Schabacker

Gleich der Start in das Menü war besonders: Foie Gras mit Ananas, unterstützt von einem 2022 Rosé, Wairarapa. Der nächste Gang hatte es dann richtig in sich: „Lobster Tail“. Auf einer Stange über dem Ofen gegart, kam der Lobster mit südindischer frischer Gurke (Pachadi), Fladenbrot (Kulcha) und Kokosnuss an den Tisch.

Die einzelnen Gerichte wurden mit dem gewissen Twist, viel mit indischen Einflüssen und Geschmäckern angerichtet. Gleiches gilt für den „Lucknowi Gosht“-Gang. Australisches Lamm mit einem Curry-Chutney (Lasooni) kam abermals mit indischen Noten perfekt gegart auf die Teller. Dazu dann ein Pinot Noir von Schubert: perfekt!

„Lobster Tail“. Foto: Michael Schabacker
„Lobster Tail“. Foto: Michael Schabacker

Ganz besonders

Das JW Maldives ist, das kann man unumwunden sagen, ganz besonders. Die Lage der Insel, die wunderschönen 60 Villen, die Kulinarik und der Service machen das Hotel zu einem außergewöhnlichen Resort. Eine absolute Empfehlung!


Informationen:

Bachofer Restaurant: www.bachofer.info 

Schubert Wines: www.schubert.co.nz

JW Maldives: www.marriott.com

Fotos: Michael Schabacker