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Conscious Luxury im Weinberg

Die Folgen des Klimawandels sind im Weinbau längst Realität. Hitzeperioden, Wetterextreme und immer kürzere Reifephasen machen ein Umdenken erforderlich. Immer wichtiger werden Ansätze, die verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Böden mit außergewöhnlicher Qualität verbinden. Was heute unter dem Begriff „Conscious Luxury“ diskutiert wird, ist für Winzerin Eva Fricke aus dem Rheingau gelebte Praxis. Mit ihrem „Diamond Principle“ verfolgt sie eine Philosophie, aus der nachhaltiges Handeln ganz selbstverständlich entsteht.

Das Diamond Principle

Seit der Gründung ihres Weinguts im Jahr 2006 entwickelt Eva Fricke ihr „Diamond Principle“ kontinuierlich weiter. Es beschreibt einen Weinbau, der die Natur nicht beherrschen, sondern verstehen will. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, natürliche Rhythmen zu verstehen und den richtigen Moment für jede Entscheidung zu erkennen. Die drei Elemente Boden, Rebe und Mensch lassen sich aktiv gestalten. Drei weitere entziehen sich dem direkten Einfluss: Witterung, Mond und Zeit. Erst das Zusammenspiel aller sechs Faktoren ermöglicht jene Präzision, aus der außergewöhnliche Qualität entsteht. Geduld, Aufmerksamkeit und das Vertrauen in die Natur sind dabei keine Gegensätze zu höchster Qualität, sondern ihre Voraussetzung.

Verantwortung wird zur Praxis

Diese Haltung prägt auch die konkrete Arbeit im Weinberg. Gesunde Böden, Biodiversität und der Erhalt historischer Kulturlandschaften sind für Eva Fricke keine einzelnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, sondern Ausdruck ihrer Philosophie. Um diese Landschaft behutsam neu zu beleben, integriert sie seit 2024 Quitten-, Walnuss- und Kastanienbäume in die Rebflächen – wie es im Rheingau bis in die 1960er Jahre selbstverständlich war. Rebe und Baum bilden dabei eine vitiforstliche Ordnung, die Monokulturen überwindet, Biodiversität stärkt und ein natürliches Gleichgewicht fördert.

Gleichzeitig bewahrt Eva Fricke mit ihrer eigenen Sélection massale historische Rheingauer Riesling-Genetik aus der Zeit um 1900. Jede Neupflanzung versteht sie als Beitrag zum Erhalt eines kulturellen Erbes und als Investition in die Zukunft ihrer Weinberge. Nachhaltigkeit bedeutet für sie deshalb nicht nur den sorgsamen Umgang mit der Natur, sondern vor allem Verantwortung über Generationen hinweg – für Böden, Reben und die Kulturlandschaft des Rheingaus.

Foto: Markus Bassler

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