Wer sich nach Istrien begibt, weiß: das kulinarische Herz der Region schlägt hier annährend überall. Und ganz besonders natürlich in Rovinj, der „Sternehauptstadt“ der Region. Das Agli Amici Rovinj (**), das Monte (*) und das Cao Aureo (*) haben gerade in den letzten Jahren den kleinen Ort am Mittelmeer auf die Landkarte vieler Genießer gehoben.
Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich eine weitere touristische Hochburg: Poreč. Und wer in Poreč isst, kennt das Muster: Terrasse, Meerblick, gegrillter Fisch. Das ist durchaus nicht schlecht, aber es überrascht eher selten. Im neuen Pical Resort, 2026 eröffnet und ganz vorn am Wasser gelegen, lohnt sich deshalb ein zweiter Blick auf die Karte von Harry’s Piccolo.
Der Name verweist zunächst nach Italien, genauer: nach Triest. Dort führen Matteo Metullio und Davide De Pra das Harry’s Piccolo Trieste mit zwei Michelin-Sternen, und von dort stammt auch die Idee, die nun auf der anderen Seite der Adria Fuß gefasst hat. Am Herd des Harry’s Piccolo Poreč steht Chefkoch Goran Hrastovčak. Er hat das Triest-Konzept mehr als erfolgreich transponiert und mit dem Haus gleich kurz nach der Eröffnung einen eigenen Michelin-Stern gewonnen.
Was im Harry’s Piccolo Poreč zusammenkommt, ist eine Küche der Region, nicht eines einzelnen Landes. Und tatsächlich gibt es hier nicht zwingend „nur“ ein tasting menu zur Auswahl, auch à la carte kann aus diversen Gerichten ausgewählt werden – allerdings nur als 3-Gang-Menü. Preislich sind die Menüs schon im gehobenen Segment: die Menüs „La Parenzana“ und „Mare, mare, mare“ schlagen mit sportlichen 190 Euro zu Buche. Dafür ist die Weinbegleitung allerdings angepasst: für 70 Euro kommt die vinophile Korrespondenz in die Gläser. Und auch das 3-Gang-Menü ist kein Schnäppchen: 120 Euro werden hier von der Kreditkarte gebucht – ebenfalls ohne Weinbegleitung versteht sich.
Doch was man hier serviert bekommt, ist auch wirklich ein Hochgenuss. Schon das elegante Erscheinungsbild des Restaurants fesselt: es ist schlicht, dennoch elegant, recht farblos – und genau deswegen hat es seinen besonderen Charme. Es wirkt sortiert, unaufgeregt, ein wenig geht der Stil in Richtung eines futuristischen Bauhaus Designs. Kurz: sternewürdig.
Im letzten wie auch im aktuellen Menü wagt Chefkoch Goran Hrastovčak beim Gang „Lo Scampo“ einen tiefen Griff in die Gewürzkiste. Zu unserem Gang kamen Pfeffer, Ajvar, Kapern und die eigentlich typisch piemontesische Dip-Soße Bagna Cauda an die Scampi. Aktuell setzt das Team aber scheinbar auf Aprikose, Kokos-Curry und Koriander, was auf dem Papier gewagt klingt aber im Mund durchaus stimmig sein dürfte. Aktuelle Weinempfehlung: Knoll mit einem Riesling Smaragd. Und der passt ja bekanntermaßen immer zu Fisch- und Meeresspeisen.
Zu unserem Besuch wurde mit „La Lingua“ Kalbszunge serviert. Oftmals nicht ganz einfach, aber die Zunge kam perfekt gegart mit Kaviar und Seeigel an den Tisch. Dieser Gang ist so aktuell nicht mehr zu haben, dafür gibt es den Gang „Il Boskkarin“: Aubergine mit Tomate und sea herbs. Weinbegleitung ist hier ein Enjingi Venje Bijelo, einer der legendärsten und stets hoch ausgezeichneten Weißweine Kroatiens aus der Weinbauregion Kutjevo.
Ein wenig italienisch wird es mit dem Gang „Pasta e Fagioli“. Eigentlich ein traditioneller Eintopf und als Arme-Leute-Essen bekannt, serviert das Team die Pasta treffsicher mit Roter Garnele und Buzara Sauce. Mit einem Chardonnay Naturwein von Mlečnik wird der Gang vinophil ergänzt.
Der Nocken-Gang „Gli Gnocchi“ wird aktuell auch mit Bagna Cauda serviert. Dazu Hühnchen aus der Region und als pairing ein Clai, Malvazija Sv. Jakov, ein zertifizierter Biowein und Natur-Orange-Wine, der vom Winzer Giorgio Clai nur in den besten Jahrgängen produziert wird.
Die folgenden Hauptgänge des La Parenzana Menüs dürften durchaus als highlight tituliert werden. Der Lobster kommt mit Birnenbrand, Sauce Béarnaise, frittierter Zucchiniblüte, Zucchinistängel und grüner Paprika-Bisque an den Tisch. Wine pairing: Cantina Girlan, Pinot Noir Riserva „Trattmann“. Dieser Südtiroler kommt mit Aromen von Obst, Süß- und Sauerkirsche; ein schöner Begleiter zum fruchtigen Lobster.
Das folgende Lamm mit Passionsfrucht, gerösteten grünen Bohnen, Meerrettich und Sonnenblumencreme bekommt einen Benvenuti, Santa Elisabetta an die Seite gestellt. 30 Monate Reifung bekam dieser exklusive, limitierte Spitzenrotwein aus der autochthonen Rebsorte Teran vom Weingut Benvenuti im kroatischen Istrien spendiert. Betrachtet man alle im Menü kredenzten Weine, dürfte dieser 100-prozentige Teran wohl das Spitzenprodukt darstellen.
Der Wald („Il Bosco“) als süßes outro kommt aktuell mit Honigeis, Kiefernduft, Erdbeere, Pinienkerne und Zitrus-Baba (luftiges Hefeteiggebäck) mit einem – klassisch – Sauternes (Château Delmond) an die Tische. Ein mehr als rundes Menü. Und tatsächlich war schon vor der Sternevergabe und unserem davor liegenden Besuch klar, dass dieses Restaurant mehr als nur gute Chancen haben sollte, sich den begehrten Stern an die Tür zu nageln.
Unbestritten: Das Harry’s Piccolo Poreč ist das kulinarische Flaggschiff des Hotels. Um einen Abend im Sternerestaurant ausklingen zu lassen, bietet sich die hauseigene Pical Rooftop Bar by Laurent Perrier mehr als an. Der exklusive Adults-only-Bereich ist der wahrscheinlich mit Abstand schönste Ort um Abende ausklingen zu lassen – oder natürlich auch einzuläuten. Mehr als 50 verschiedene Champagner- und Sektsorten, innovative Cocktails, Gourmet-Snacks und Live-DJ-Sets lassen sich in einem stilvollen Ambiente am Meer genießen.
Neben weiteren hauseigenen Restaurants, bietet das Hotel auch außerhalb des Geländes eine „Gourmet Experience“ an. Verschiedene externe Restaurants können in Poreč nach Buchung aufgesucht werden; und dies zu vergünstigten Konditionen: 25 Euro werden jeweils gutgeschrieben, wenn nicht im Hotel gegessen wird.
Beispiele für kooperierende Gastronomen im Ort ist zum Beispiel das „Spinnaker“. Dort gibt es ein Fine-Dining-Erlebnis mit Meeresfrüchten und mediterraner Küche. Das Spinnacker hat eine Michelin-Empfehlung und befindet sich direkt an der lebhaften Promenade von Poreč. Gerade in den frühen Abendstunden herrscht hier ein buntes Treiben.
Das „JAZ by Ana Roš Poreč“ ist auch im MICHELIN Guide 2026 aufgeführt und wäre ein weiteres Restaurant, welches im Kontext der Gourmet Experience besucht werden kann. Die zeitgenössische Küche von Ana Roš auf Basis lokaler Zutaten und Saisonalität, sollte durchaus auf der Besuchsliste stehen. Hinzu kommt: tolle Lage direkt am Hafen.
Ebenfalls im Angebot: Das „Miramare by Fratelli Cerea“. Raffiniertes Gastronomieerlebnis auf der Insel Sveti Nikola. Hier können Kreationen von den Michelin-prämierten Brüdern Cerea genossen werden. Und: der fünf-minütiger Bootstransfer zur Insel Sveti Nikola ist inkludiert. Besonders macht dieses Restaurant die Lage direkt am Meer!
Eine neue Klasse von Luxus in Poreč
Mit dem 5-Sterne-Resort Pical der Valamar Collection, hat Poreč im Frühjahr 2026 eine neue Luxusadresse an der Adria bekommen. Rund 200 Millionen Euro investierte Valamar in das ambitionierte Projekt – und positioniert mit dem Pical unumwunden in der Premiumhotellerie in der Region.
191 Zimmer und exklusive V Level-Unterkünfte bietet das Pical: Vom Doppelzimmer mit Meerblick bis zum Rooftop-Penthouse reicht das Spektrum. Hinzu kommen 113 Suiten mit V Level-Status (Swim-up-, Panoramic- und Grand-Suiten).
Auch technisch spielt das Pical in einer Liga, die man bei einem modernen Fünf-Sterne-Resort erwarten darf. Ein Smart-Room-System steuert zentrale Funktionen über ein Bedienpanel, während 55-Zoll-Smart-TVs und Soundbars den Komfort ergänzen.
Positiv: Gründächer und begrünte Fassaden, Solarenergie, LED-Beleuchtung und 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen verbinden technologischen Anspruch zeitgemäß mit Nachhaltigkeit. Das Ergebnis ist ein Hotel, das den klassischen Adriaurlaub mit Meerblick neu denkt: elegant, digital, nachhaltig…
Informationen:
www.valamar.com/de/hotels-porec/pical-resort/hotel
www.harryspiccoloporec.com/en/
Fotos: Valamar, Michael Schabacker














