Schon beim Betreten wird deutlich, dass hier kein gewöhnliches Hotel steht – sondern ein Ort, an dem sich Roms Vergangenheit Schicht für Schicht offenbart das Anantara Palazzo Naiadi erhebt sich über dem historischen Boden der antiken Diokletian-Thermen, deren Fundamente, Bäder und Mosaike vom Erdgeschoss aus sichtbar sind. In dem neoklassizistischen Gebäude finden sich noch immer originale Elemente aus Zeiten von Papst Clemens XI., die auf das Jahr 1705 zurückdatiert werden. Die vierte Etage, der sogenannte Clementino-Flügel, beherbergt einen historischen Getreidespeicher, der 1705 vom Architekten Fontana im Auftrag von Papst Clemens XI. errichtet wurde, um Getreide für die öffentliche Versorgung zu lagern.
Das Hauss, das zu den Leading Hotels of the World zählt, befindet sich an der Piazza della Repubblica und blickt auf die eindrucksvolle Fontana delle Naiadi, von der es seinen Namen hat. Zur U-Bahn-Station sind es nur wenige Schritte – und Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum, das Vittorio Emanuele-Nationaldenkmal oder das Forum Romanum sind fußläufig erreichbar.
Die 232 Zimmer und Suiten verbinden mit ihren Seidenwandbespannungen sowie gold- und bronzefarbenen Akzenten den Glanz vergangener Zeiten mit modernem Komfort. Signature-Residenz ist die 186 Quadratmeter große Sophia Loren-Suite. Ihr Design greift die Leidenschaften der Filmdiva auf – Kino, Mode, Kultur, Familie und italienische Lebensart – und übersetzt sie in ein großzügiges, wohnliches Ambiente mit edlen Materialien, warmen Farbtönen und kunstvollen Details.
Rituale der Ruhe
Das Spa ist weniger ein klassischer Wellnessbereich als vielmehr eine Reise durch die Geschichte Roms. Rituale wie das 90-minütige Diokletian-Bad lassen den Stress der Metropole draußen und geben neue Energie. Das Ritual beginnt mit einem Peeling auf Basis von Olivenöl, Honig, Salz und Lorbeer. Anschließend folgt eine entgiftende Körperpackung mit Heilschlamm, der reinigende und entschlackende Eigenschaften besitzt. Den Abschluss bildet eine entspannende, individuell abgestimmte Massage mit Johanniskrautöl.
Kulinarisches Flaggschiff im Anantara Palazzo Naiadi ist das INEO, das 2025 erstmals mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Chef de Cuisine Heros De Agostinis arbeitete bereits mit Größen wie Heinz Beck, Marc Veyrat, Joel Robuchon und Heinz Winkler und erkochte sich im Lanesborough Hotel in London seinen ersten Michelin-Stern. Als Executive Chef im The Ritz-Carlton Bahrain verantwortete er zeitweise ein Dutzend Restaurants.
De Agostinis Menü wirkt weniger wie eine klassische Abfolge von Gängen, sondern eher wie ein kulinarischer Streifzug, den der Küchenchef so beschreibt: „Eine Reise, auf der saisonale und nachhaltige Rohzutaten auf Saucen und Techniken aus verschiedenen Kulturen und Ländern treffen, verwoben mit meinen tiefsten Wurzeln: der würzigen Intensität der eritreischen Tradition und der authentischen Essenz jener aus den Abruzzen.“ De Agostinis schätzt es, „unerwartete Harmonien zu schaffen, in denen Aromen miteinander verschmelzen und miteinander kommunizieren“.
Italienische Wurzeln, globaler Geschmack
Viele Gerichte eine Hommage an seine familiären Wurzeln – mit einem Vater aus den Abruzzen und einer Mutter aus Eritrea. Sein Kochstil, den er selbst als „Mestizo-Küche“ bezeichnet, vereint römische Wurzeln mit eritreischem Erbe und spiegelt sich in einer Vorliebe für globale Aromen und markante, würzige Akzente wider. Flankiert von einem engagierten Team, exzellentem Service und der präzisen Weinbegleitung machen De Agostinis Kreationen das INEO zu einer der spannendsten kulinarischen Adressen der Ewigen Stadt.
Der Brotwagen, der vom Gambero Rosso für seine Originalität und Fülle als „Bestes Brot am Tisch“ prämiert wurde, eröffnet die Gourmandise. Die enorme Vielfalt erzählt von den Reisen des Küchenchefs: von knusprigen Grissini und Crackern über römische Pizza und Landbrot aus Solina-Weizen aus den Abruzzen bis hin zu Südtiroler Brotspezialitäten mit Roggenmehl, Zitronenzeste und Kümmel. Dazu ein herrliches natives Olivenöl aus Latium sowie gesalzene Butter aus der Normandie.
Exemplarisch für De Agostinis kulinarische Philosophie stehen die handgefertigten Ravioli mit der würzigen syrisch-libanesischen Muhammara-Paste aus geröstetem rotem Paprika, Walnüssen, Granatapfelsirup und Kreuzkümmel. Begleitet werden die Teigtaschen von kurz gegarten Muscheln, um einen Kontrast zur Süße der Paprika zu setzen. Minz-Öl federt die Schärfe der Muhammara elegant ab und sorgt für Frische. Als Gewürz kommt die ist eine klassische arabische Mischung „Baharat“ zum Einsatz, die, Noten von Kardamom, Koriander, Zimt und Nelken enthält.
Globale Einflüsse, lokale Seele
Ein weiteres Beispiel für seinen Stil, lokale italienische Zutaten mit exotischen Einflüssen zu kombinieren, ist „Crudo di Gamberi Rossi di Sicilia“ (rohe rote Garnelen aus dem sizilianischen Mazara del Vallo). Mit einer Mandarinen-Ceviche und Estragonöl verfeinert, erhält das Gericht durch die Beigabe von „Peperone Crusco“, einer getrockneten Paprika aus der Basilikata, eine subtile Schärfe, die den Eigengeschmack der Garnele unterstreicht, ohne ihn zu dominieren. Der Steinbutt „Ras el Hanout“ wiederum wird mit der gleichnamigen nordafrikanischen Gewürzmischung und Gemüse aus der Tajine serviert.
Informationen:
Anantara Palazzo Naiadi: www.anantara.com/en/palazzo-naiadi-rome
Fotos: Christian Euler, Anantara Hotels & Resorts






