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Great Barrier Reef: Australiens gigantisches Naturwunder

Das Great Barrier Reef liegt vor der Küste des Bundesstaates Queensland und umfasst rund 3.000 einzelne Korallenriffe sowie etwa 900 Inseln. Würde man seine Länge mit Europa vergleichen, könnte das Riff von Norddeutschland bis weit nach Süditalien reichen. Die schiere Größe macht deutlich, warum das Great Barrier Reef als eines der sieben Naturwunder der Welt gilt. Seit 1981 gehört es zudem zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Für Besucher ist das Riff vor allem eines: ein Ort, an dem man die faszinierende Unterwasserwelt Australiens hautnah erleben kann. Egal ob beim Tauchen, Schnorcheln, Segeln oder auf einem Ausflug mit einem Glasbodenboot – das Great Barrier Reef bietet Erlebnisse, die man so schnell nicht vergisst.

Wer Glück hat, sieht beim Tauchen auch Meeresschildkröten. Foto: pixabay
Wer Glück hat, sieht beim Tauchen auch Meeresschildkröten. Foto: pixabay

Wie das Great Barrier Reef entstanden ist

Obwohl das Great Barrier Reef uralt wirkt, ist seine heutige Form vergleichsweise jung. Die Geschichte beginnt vor etwa 20.000 Jahren, als während der letzten Eiszeit große Mengen Wasser in Gletschern gebunden waren und der Meeresspiegel deutlich niedriger lag als heute. Als das Klima wärmer wurde und die Eismassen schmolzen, stieg der Meeresspiegel langsam an. Vor etwa 8.000 bis 10.000 Jahren erreichte das Meer schließlich die heutigen Küstenregionen Queenslands.

Nun kamen die eigentlichen Baumeister des Riffs ins Spiel: winzige Korallenpolypen. Diese kleinen Meerestiere bilden Kalkskelette, die sich über Jahrtausende übereinanderlagern. Generation für Generation entstand so ein immer größer werdendes Korallenriff. Auch heute wächst das Great Barrier Reef weiter. Manche Korallenarten legen jährlich mehrere Zentimeter zu. Das klingt wenig, doch über Jahrtausende entstehen dadurch gigantische Strukturen.

Die Orte rund um das Riff

Da sich das Great Barrier Reef über eine enorme Strecke entlang der Küste erstreckt, gibt es zahlreiche Orte, die als Ausgangspunkt für Ausflüge dienen. Besonders bekannt ist die Stadt Cairns. Sie gilt als touristisches Zentrum des nördlichen Great Barrier Reefs. Von hier starten täglich zahlreiche Schnorchel- und Tauchtouren zu den äußeren Korallenriffen.

Das Korallenriff ist Heimat der verschiedensten Fischarten. Foto: pixabay
Das Korallenriff ist Heimat der verschiedensten Fischarten. Foto: pixabay

Etwas nördlich liegt Port Douglas. Der charmante Küstenort ist deutlich entspannter als Cairns und bei Reisenden beliebt, die tropisches Flair und gehobene Unterkünfte suchen. Weiter südlich befindet sich Townsville. Von hier gelangt man zur vorgelagerten Insel Magnetic Island und zu verschiedenen Bereichen des zentralen Riffs.Auch Airlie Beach spielt eine wichtige Rolle. Die kleine Küstenstadt ist das Tor zu den berühmten Whitsunday Islands, einer Inselgruppe mit weißen Sandstränden und kristallklarem Wasser.

Zu den spektakulärsten Inseln gehören die Whitsunday Islands. Besonders der Whitehaven Beach mit seinem fast schneeweißen Quarzsand zählt zu den schönsten Stränden der Welt.

Tropisches Klima das ganze Jahr

Das Great Barrier Reef liegt in den Tropen. Entsprechend warm ist das Klima fast das gesamte Jahr über. Die Trockenzeit von Mai bis Oktober gilt als beste Reisezeit. Dann liegen die Temperaturen meist zwischen 22 und 30 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit ist angenehm, und die Sicht unter Wasser ist oft hervorragend. Von November bis April beginnt die Regenzeit. In dieser Phase steigen die Temperaturen häufig auf über 30 Grad. Gleichzeitig nimmt die Luftfeuchtigkeit deutlich zu, und es kann zu heftigen tropischen Regenschauern kommen.

Traumhafte Strände im Osten Australiens. Foto: pixabay
Traumhafte Strände im Osten Australiens. Foto: pixabay

Zwischen Januar und März besteht außerdem die Gefahr tropischer Wirbelstürme. Viele Reisende bevorzugen deshalb die Monate zwischen Juni und September. Die Wassertemperaturen bewegen sich je nach Jahreszeit zwischen 22 und 29 Grad Celsius. Selbst im australischen Winter ist das Meer angenehm warm.

Eine Tierwelt wie aus einem Naturfilm

Die Artenvielfalt des Great Barrier Reefs gehört zu den größten der Welt. Wissenschaftler haben hier Tausende Tierarten nachgewiesen. Besonders bekannt sind die Meeresschildkröten, die regelmäßig in den Korallengärten anzutreffen sind. Sechs der weltweit sieben Meeresschildkrötenarten leben im Gebiet des Great Barrier Reefs. Hinzu kommen mehr als 1.500 Fischarten. Darunter finden sich Clownfische, Kaiserfische, Papageifische und viele andere farbenprächtige Bewohner der Korallenriffe.

Auch Haie gehören zum Ökosystem. Die meisten Arten gelten jedoch als ungefährlich für Menschen. Häufig begegnen Taucher Riffhaien, die meist neugierig, aber zurückhaltend sind. Besonders beeindruckend sind die riesigen Mantarochen, die mit Spannweiten von mehreren Metern elegant durch das Wasser gleiten.

Zwischen Juni und September ziehen außerdem Buckelwale entlang der Küste. Viele Reiseveranstalter bieten in dieser Zeit spezielle Walbeobachtungstouren an. Wer Glück hat, kann sogar einen Dugong entdecken. Diese seltenen Meeressäuger werden oft als Seekühe bezeichnet und gehören zu den bedrohten Tierarten Australiens.

Auch an Land begeistert die Tierwelt. Foto: pixabay
Auch an Land begeistert die Tierwelt. Foto: pixabay

Herausforderungen für das Riff

Trotz seiner Größe ist das Great Barrier Reef empfindlich. In den vergangenen Jahrzehnten haben steigende Wassertemperaturen wiederholt zu Korallenbleichen geführt. Dabei verlieren die Korallen ihre Farben und können im schlimmsten Fall absterben.

Auch starke Stürme und Umweltbelastungen setzen dem Ökosystem zu. Australien investiert deshalb erhebliche Mittel in Schutzprogramme und Forschungsprojekte, um das Riff langfristig zu erhalten. Für Besucher bedeutet das: verantwortungsvoll reisen. Viele Anbieter achten inzwischen auf nachhaltigen Tourismus und den Schutz der empfindlichen Korallen.

Anreise von Sydney und Melbourne

Die meisten internationalen Besucher erreichen das Great Barrier Reef über Queenslands Küstenstädte. Von Sydney nach Cairns beträgt die Flugzeit etwa drei Stunden. Nach Port Douglas reist man anschließend rund eine Stunde mit dem Auto oder Shuttlebus weiter.

Wer die Whitsunday Islands besuchen möchte, fliegt nach Proserpine oder Hamilton Island. Foto: pixabay
Wer die Whitsunday Islands besuchen möchte, fliegt nach Proserpine oder Hamilton Island. Foto: pixabay

Von Melbourne nach Cairns dauert ein Direktflug etwa dreieinhalb Stunden. Mit Umstieg kann die Reise entsprechend länger werden. Wer die Whitsunday Islands besuchen möchte, fliegt häufig nach Proserpine oder Hamilton Island. Von Sydney dauert dieser Flug etwa zwei Stunden und 30 Minuten, von Melbourne rund drei Stunden.

Alternativ können Reisende die australische Ostküste mit dem Auto oder Wohnmobil erkunden. Die Strecke von Sydney nach Cairns umfasst jedoch rund 2.400 Kilometer. Wer unterwegs die schönsten Küstenorte entdecken möchte, sollte dafür mindestens zwei bis drei Wochen einplanen.

Fazit

Das Great Barrier Reef ist weit mehr als ein Traumziel für Taucher. Es ist ein einzigartiges Naturwunder, das durch Millionen winziger Korallenpolypen geschaffen wurde und heute zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde gehört.

Ob man in Cairns aufs Boot steigt, die Whitsunday Islands erkundet oder mit Meeresschildkröten schnorchelt – das größte Korallenriff der Welt bietet unvergessliche Erlebnisse. Wer Australien besucht, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dieses faszinierende Stück Natur mit eigenen Augen zu erleben.

Fotos: pixabay

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