Jedes Jahr im Mai und Juni sorgen die Wiener Festwochen fünf Wochen lang für eine enorme kulturelle Bandbreite – und haben sich damit tief in die Wiener Stadtgeschichte eingeschrieben: Bei den Wiener Festwochen trifft Tradition auf Gegenwartskunst. Genauso sind internationale Theaterproduktionen, Musik, Oper und Performance ein großes Thema.
Die Jubiläumsausgabe mit dem Titel „Republic of Gods“ läuft vom 15. Mai bis 21. Juni. Zur großen Eröffnung am Heldenplatz laden die Wiener Festwochen bei freiem Eintritt am 22. Mai. An diesem Tag werden etliche Stars wie die US-amerikanische Punk-Pionieren Patti Smith gemeinsam mit der neu gegründeten Festwochen-Band Gods Republic auf der Bühne stehen. Ein musikalisches Feuerwerk von Gospel über Punk bis hin zu Klassik und Schlager steht am Programm.
Schlingensief im MAK
Bereits ab dem 13. Mai ist der Wiener Festwochen-Ikone Christoph Schlingensief im Museum für angewandte Kunst (MAK) eine Ausstellung gewidmet. Der 2010 verstorbene deutsche Regisseur sorgte anno 2000 mit der Aktion „Bitte liebt Österreich – Erste österreichische Koalitionswoche“ für einen legendären Aufruhr vor der Wiener Staatsoper. In Anlehnung an damals neue Reality-TV-Formate wie „Big Brother“ thematisierte Schlingensief die damaligen Migrationsdebatten, indem er mit künstlerischen Mitteln öffentliche Abschiebungen inszenierte. Die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwammen. Ebenso im MAK werden ab dem 21. April unter dem Titel „Hype und Hochkultur“ besondere Plakate aus der 75-jährigen Geschichte der Wiener Festwochen ausgestellt.
Ein Fenster zur Welt
Gegründet wurden die Festwochen 1951 um nach den dunklen Kriegsjahren „Lebensfreude und Zuversicht zu schenken“, aber auch um ein „Wiedererwachen auf kulturellem Gebiet“ zu initiieren. Die Wiener Festwochen haben sich seit jeher als „Fenster zur Welt“ verstanden. Daher auch die starke internationale Ausrichtung des Festivals. Im Lauf der Jahrzehnte wirkten bei Festwochen-Produktionen große Film- und Theater-Namen wie Willem Dafoe, Kate Blanchett, Jude Law und Isabelle Huppert mit, aber auch Musiklegenden wie Leonard Cohen, Brian Eno und Österreichs Pop-Nationalheiliger Falco, dessen Welthit „Rock me Amadeus“ im Rahmen der Festwochen-Eröffnung 1985 erstmals live gespielt wurde. Anlässlich des Jubiläums erinnern die Festwochen 2026 an Ikonen, Skandale und an zarte wie megalomane Projekte – und suchen nach den Erinnerungen, die die Menschen dieser Stadt mit den Festwochen verbinden.
Highlights zum Jubiläum
So auch die Jubiläumsproduktion „Das beste Stück aller Zeiten“ – inszeniert von Wiener Festwochen-Intendant Milo Rau: Skurrile wie bezaubernde Momente und Persönlichkeiten aus 75 Jahren Festwochen werden dabei auferstehen. Auch die Inszenierung „Der Sturm“ des kürzlich verstorbenen Theatermachers Robert Wilson weckt Erinnerungen an prägende Werke der vergangenen Jahrzehnte. Zu den Highlights 2026 zählt ebenso die Oper „Parsifal“, die von der deutschen Theaterregisseurin Susanne Kennedy inszeniert wird.
Mit Spannung erwartet wird auch der Konzertauftritt des Chineke! Orchesters im Wiener Konzerthaus – das erste professionelle Symphonieorchester Europas, das zum größten Teil aus People of Color und Angehörigen ethnischer Minderheiten besteht. Um den Vampir-Mythos geht es im Bühnenstück „Vampire’s Mountain“ des bildenden Künstlers, Szenografen und Regisseurs Philippe Quesne. Der Franzose spürt dem Verhältnis von Mensch und Natur nach und beschäftigt sich mit der Konstruktion von Herrschaft und Ausbeutung.
Die wichtigsten Daten zu 75 Jahre Wiener Festwochen im Überblick
ab 21. April 2026: Ausstellung „Hype und Hochkultur – 75 Jahre Wiener Festwochen in Plakaten“, Museum für angewandte Kunst (MAK)
ab 13. Mai 2026: Ausstellung „Christoph Schlingensief – Es ist nicht mehr mein Problem!“, Museum für angewandte Kunst (MAK)
ab 13. Mai 2026: Stadtspaziergang „75 Jahre Wiener Festwochen Walk“ in ivie, die City Guide App für Wien
15. Mai bis 21. Juni 2026: Wiener Festwochen
22. Mai 2026: Eröffnung am Heldenplatz mit Patti Smith, Gods Republic u.v.a. bei freiem Eintritt
Foto: Annemie Augustijns

