In Thailand wohnen Geister in jedem Haus. In Japan markieren Dämonen die Grenzen zwischen Wildnis und Zivilisation. Auf Bali beginnt jeder Morgen mit einer Opfergabe, nicht aus Pflicht, sondern weil das Gleichgewicht der Dinge täglich neu hergestellt werden will. Lotus Travel, der Spezialist für individuelle Asienreisen, blickt hinter die Kulissen von fünf beliebten Reisezielen und geht ihren geheimnisvollen Mythen und Geistergeschichten auf den Grund.
Thailand: Die Geister wohnen immer mit
Fast jedes Haus in Thailand hat einen kleinen Tempel vor der Tür, oft überladen mit Blumen, Plastikfiguren und frischen Räucherstäbchen. Das ist kein pittoreskes Accessoire für Reisefotos, sondern gelebte Alltagsreligion. Die Phi, wie die Geister auf Thai heißen, teilen sich den Raum mit den Lebenden und müssen regelmäßig besänftigt werden. Besonders gefürchtet ist Phi Tai Hong, der Geist eines Menschen, der zu früh oder gewaltsam gestorben ist: rastlos, wütend und nicht leicht zu besänftigen.
Weit bekannter ist Mae Nak, eine Frau, die so sehr liebte, dass sie auch als Tote nicht loslassen konnte. Ihr Heiligtum in Bangkok wird noch heute von Schwangeren aufgesucht, die sich Schutz erbitten. Wer in Thailand durch Märkte schlendert und die kleinen Geisterhäuser beobachtet, versteht schnell: Hier ist Trauer kein Tabuthema, sondern Teil der Architektur des Alltags.
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