In der Königsstraße inszeniert das Restaurant & Weinbar Enrico Leone eigene kulinarische Premieren. Inhaber Oliver Hörstmann führt seit 2003 die legendäre Adresse, während Küchenchef Maximilian Schrieber kreative Gerichte mit saisonaler Frische zwischen Tradition und Moderne inszeniert – vom 10-Gang-Gourmetmenü bis zum 5-Gang-Klassiker, auf Wunsch mit Weinbegleitung. Modern und kreativ – so beschreibt das Haus seine Philosophie, und genau so schmeckt es auch.
Die sorgfältig kuratierte Weinkarte beweist feines Gespür. Zum Hummersüppchen, seit 23 Jahren ein Klassiker, empfiehlt sich der Rosé by Gillot 2024: duftig, frisch, saftig – ein animierender Begleiter mit feiner Frucht und zartem Kräuterton.
Tanz der Aromen
Perlzwiebeln, Karotten und Rettich, fein eingelegt, ruhen auf einem leuchtend grünen Bett aus Petersilie – ein Spiel aus Säure, Frische und erdiger Würze. Dazu der 2024er Riesling Eisquell vom Weingut Battenfeld-Spanier: In der Nase Mirabelle und Aprikose, begleitet von Zitrus, Orange und Grapefruit. Am Gaumen saftig und klar, mit Kräuternoten und mineralischer Tiefe. Ein Wein mit Zug und langem, animierendem Finale.
48 Stunden sous-vide gegarter Schweinebauch, zart und aromatisch, trifft auf lauwarmen Belugalinsensalat. Dazu ein seidiges Erbsenpüree und süßlich-würzige Rotweinzwiebelmarmelade – ein Teller mit Tiefe und Kontrast. Im Glas: der 2024er Chardonnay & Weißburgunder trocken vom Weingut Knipser. Duft nach Birne und Apfel, am Gaumen saftig mit feinem Schmelz und ausgewogener Säure – klar, harmonisch, präzise.
Finesse und Substanz
Zart gebeizter Thunfisch trifft auf ein leuchtendes Mango-Chili-Gel, dazu Mangokaviar und würziges Chutney. Eine fruchtige Crème fraîche, eingelegte Gurke und ein knuspriger Chip aus Reisblatt und Alge setzen Kontraste zwischen Süße, Schärfe und Salzigkeit. Dazu reicht Oliver Hörstmann mit einem 2022 Dolcevita Moscato d’Asti DOCG eine gewagte, aber sehr stimmige Weinbegleitung: fein perlend, mit Duft nach Litschi, Rosen und Clementine. Am Gaumen verspielt und frisch.
Duftig und klar präsentiert sich die Zitronengras-Essenz, die mit ihrer kühlen Aromatik gefällt. Darin eine Perlhuhn-Praline, saftig und voller Tiefe. Begleitet wird der Gang von der Rosé-Cuvée des Hauses Chassenay d’Arce. Aus Pinot Noir und Chardonnay komponiert, lange auf der Hefe gereift, zeigt sie sich mit feiner Perlage. Noten von roten Beeren, Blüten und Brioche, am Gaumen frisch, cremig und mit langem Nachhall.
Ein Dreiklang von der Gänseleber: samtige Terrine, feines Eis und kurz gebratene Leber mit Apfel-Chutney. Pinienkern-Frischkäse setzt cremige Akzente und balanciert die opulente Aromatik aus. Das wundervolle Geschmackserlebnis wird von einem 2021er Tre Filer vom Weingut Cà dei Frati, einem Süßwein mit Noten von Honig und getrockneten Früchten umspielt. Die Rebsorte Turbiana verleiht Frische, die Süße bleibt lebendig.
Es folgt ein intensives, leuchtendes Blutorangen-Sorbet, herb und erfrischend zugleich, gekrönt von einem hauchdünnen Zitrus-Chip. Am Tisch wird es mit der Réserve von Champagne Pol Roger aufgegossen – feine Perlage trifft auf die bittersüße Frucht, ein prickelnder, eleganter Zwischengang.
Perfekt gegart, raffiniert komponiert
Steinbutt im Doppelspiel: als zarte Roulade gerollt und als Filet goldbraun gebraten. Dazu seidiges Karottenpüree, knackige Zuckerschoten, eine klassische Beurre blanc und luftiger Karotten-Espuma – ein Teller zwischen Finesse und Substanz. Ergänzt wird das Gericht mit einem 2024er Chardonnay Private Selection von Robert Mondavi Winery: Duft nach Zitrusblüten, Ananas und Pfirsich, begleitet von Vanille. Am Gaumen vollmundig, geschmeidig und mit langem, harmonischem Nachhall.
Es folgt der hervorragende Hauptgang. Argentinisches Rinderfilet, saftig im Kern, begleitet von cremigem Kartoffelgratin und feinem Püree. Rosenkohl, sautiert und knusprig gebacken, setzt herbe Akzente, die Pfefferrahmsauce sorgt für würzige Tiefe. Im Glas der Divine Blaufränkisch 2022 vom Weingut Weingut Martin Reinfeld: Duft nach Tabak und Schwarzkirsche, am Gaumen dicht, elegant und mit Holzwürze.
Spiel aus Frische, Süße und Textur
Zum Abschluss ein Dessert voller Leichtigkeit: Passionsfruchtgel trifft auf cremigen griechischen Joghurt, süßen Honig und knusprigen Hafer-Crumble. Ergänzt wird es durch Passionsfrucht-Crumble und hausgemachtes Joghurteis – ein Spiel aus Frische, Süße und Textur. Dazu der 2023er Sweetheart Sauvignon Blanc von Oliver Zeter: lieblich, saftig, mit frischer Sauvignon-Frucht, subtil und dennoch voller Aroma – ein fruchtiger, eleganter Begleiter für sommerliche Dessertmomente.
Fazit
Ein sinnliches Erlebnis, das Aromen, Texturen und Emotionen zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen lässt.
Informationen:
Fotos: Carola Faber

